Der zurückspringende ewige Kalender


Ein Kalender wird „zurückspringend“ genannt, wenn sein Datumzeiger sich auf einem auf dem Zifferblatt angeordneten Kreissektor bewegt und nicht auf einem ganzen Kreis, d.h. wenn dieser Zeiger den 28., 29., 30., oder 31. Tag des Monats erreicht hat, springt er wieder an seinen Ausgangspunkt zurück, nämlich auf den 1. Der Tagesstern, der Monatsstern und die Mondscheibe sind gleich und funktionieren auf die gleiche Weise wie in den anderen Mechanismen. Wie funktioniert hier das Datum? Siehe dazu folgende Skizze.



Ein Rad mit 72 Sägezähnen ist auf einen Trieb mit etwa 20 Zähnen genietet, welches leichtdrehend auf einem im Zentrum der Platine angeschraubten Rohr gelagert ist und den Datumzeiger trägt. Das Trieb greift in den im Punkt B’ gelagerten Rechenhebel B. Dieser ist stets unter dem Druck der Feder 13 in Richtung des Pfeiles 2. Beim Rad A geht dieser Druck also in Pfeilrichtung 5. Letzteres wird alle 24 Stunden durch einen auf dem Zwischenrad G angebrachten Finger um einen Zahn weitergeschaltet. Das Zwischenrad dreht sich in Richtung des Pfeiles 1. Weil das Rad A aber im Sinne des Pfeiles 5 beeinflusst ist, muss es mit einem Sperrkegel versehen sein, damit es nicht von selbst zurückspringt. Dieser im Punkt C’ gelagerte Sperrkegel C ist unter dem Druck der Feder 11.

Unter dem Hebelarm gegenüber dem Sperrkegel ist unter einer Ansatzschraube ein beweglicher Hebel E montiert, der an seinem Ende als Stufenrechen mit 4 Stufen ausgebildet ist. Die Stellung dieser Stufen wird durch die Stufenscheibe R des Monatssterns II bestimmt.

Diese Stufenscheibe unterscheidet sich von der im vorhergehenden Kapitel besprochenen dadurch, dass die tiefsten Stufen für 31 Tage, die höchsten für 28 Tage wirksam sind.

Der durch eine Oeffnung sichtbare Finger y ist unter das Rad A geschraubt. Er hebt den Sperrkegel C, wenn er gegen eine Stufe des Hebels E stösst, damit im richtigen Moment das Rad A freigegeben wird. Diese Funktion ergibt sich stets bei der Schaltung am Ende jedes Monats auf den 1. des nächsten.

Damit der Hebel an der Stufenscheibe anliegt, drückt der Hebel D unter der Kraft der Feder 10 gegen den Stift x.

Sehen wir nun mit Hilfe der vorhergenden Skizze wie dieser Merchanismus funktioniert.

Auf dieser Abbildung stehen die Teile auf der Position f[r den 1. Mai. Der Finger, der auf der Welle des Zwischenrades G montiert ist, schaltet alle 24 Stunden das Rad A um einen Zahn in Richtung des Pfeiles 4. Der im Rad A eingepresste Stift Y gibt nach dem ersten Tag des Monats den Hebel D frei, der sich unter dem Druck der Feder 10 gegen den Stift x legt, welcher im Arm des Hebels E eingepresst ist, und bringt diesen in eine genau festgelegte Stellung, indem er sich an die Mai/Stufe der Stufenscheibe R legt, d.h. an eine der tiefsten Stufen.

Während des ganzen Monats wird das Rad A täglich um einen Zahn vorwärts geschaltet. Am 31. Tage liegt die Spitze des Fingers Y, die der gestrichelten Linie gefolgt ist, vor der äussersten Stufe des Hebels E. Im Augenblick der Schaltung des Datums vom 31. Mai auf den 1. Juni wird dieser Hebel vom Finger Y mitgenommen, und zwar im Sinne des Pfeiles 6, wodurch der Sperrkegel C das Rad A freigibt, welches unter dem Druck des Rechenhebels B und dessen Feder 13 zurückspringt.

Das Mitnehmen des Hebels E durch den Finger Y verschiebt gleichzeitig den Stift x, der sich hinter dem Absatz des Hebels D legt, um den Sperrkegel C in seiner Lage ausserhalb des Rades A zu halten, bis der Zeiger auf die Ziffer 1 zurück gesprungen ist.

Man könnte meinen, dass die letztere Funktion überflüssig sei, was aber nicht der Fall ist, denn, weil der Finger Y den Hebel E während des zurückspringens sofort verlässt, würde der Haken des Sperrkegels C gleich anfangs wieder in die Verzahnung des Rades A eingreifen, statt am Ende des Rücksprunges.

Nun haben wir gesehen, dass der Hebel E für einen Monat mit 31 Tagen an einer Stufe mit dem kleinsten Radius aufliegt. Durch diese Position löst der Finger Y die Freigabe des Rades A um Mitternacht des letzten Tages des Monats aus.

Hingegen liegt der Hebel E in einem Monat Februar mit 28 Tagen auf einer Stufe mit dem grössten Radius, das sind die spitzen Ecken des kleinen, beweglichen Vierecks, das auf dem Stern II montiert ist. Die innerste Stufe des Hebels E liegt dann so, dass der Finger Y diesen beim schalten vom 28. auf den 29. mitnimmt, und anstatt dass der Zeiger auf diesem Datum bleibt, springt er zurück auf den 1. März.

Das gleiche geschieht in den Monaten mit 29 und 30 Tagen. Die mehr oder weniger gehobene Stellung des Hebels E legt den Augenblick der Freigabe des Rades A fest, was auch die Länge der Monate von 29 und 30 Tagen bestimmt.

Der Monatszeiger auf dem Stern II muss 1/12 Umdrehung vorwärts schalten, um den nächsten Monat anzuzeigen, wenn der Datumzeiger auf den 1. zurückspringt.

Diese Funktion erfüllt die Nase P des Rechenhebels, die beim zurückspringen des Rades A einen Zahn des Monatssterns weiterschaltet. Diese Nase P ist etwas beweglich, um beim Spannen den Stern ii nicht zu beeinflussen.

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