Hat mich jetzt interessiert, was das soll mit der Zertifizierung, denn technisch und normativ ergibt es anscheinend doch Sinn. Der Begriff Chronometer bezieht sich nicht auf die Anzeige der Zeit, sondern auf die Ganggenauigkeit des Uhrwerks, gemessen im Werkzustand, bevor es überhaupt in ein Gehäuse kommt.

Die Chronometerprüfung COSC bzw. METAS misst ja Gangabweichung pro Tag, Temperaturverhalten, Lageverhalten, „Wiederholbarkeit“ und Gangreserve‑Stabilität. Keines dieser Kriterien verlangt einen Sekundenzeiger. Das Werk kann also gut geprüft werden, auch wenn die oben genannte Uhr nur Stunden und Minuten anzeigt.

Man könnte zusammenfasend sagen Präzision bleibt Präzision.

Historisch betrachtet hatten viele Chronometer, z.B. Marinechronometer oder Taschenuhren keinen zentralen Sekundenzeiger, nur eine kleine Sekunde oder keine Sekundenanzeige. Der Begriff war immer ein Qualitätssiegel, kein Anzeigeformat. Bedeutet, ich kann anhand der fehlenden Sekundenanzeige nix überprüfen aber das sollte auch nicht der Zweck sein. Chronometerzertifizierung soll ein Hersteller‑Versprechen sein und kein Benutzer‑Messinstrument.

Diese Infos lassen sich direkt aus dem COSC- & METAS Regelwerken ableiten.
Für mich ist die Uhr trotzdem nix aber schön anzusehen.