…wie lange bin ich schon scharf auf diese Referenz? Ich kann es gar nicht genau sagen.
Auf der Baselworld 2013 stellte Rolex eine Reihe von Day-Dates mit farbigen Zifferblättern und farblich korrespondieren Lederbändern vor. Gelbgold mit grünem Zifferblatt, Weißgold mit blauem und burgunderfarbenem Zifferblatt, Everrose-Gold mit cognacfagbenem Zifferblatt… und Everrose-Gold mit einem schokoladenbraunem Zifferblatt und braunem Alligatorband! Eine Kombination, die mich seinerzeit sofort geflasht und seit Jahren nicht mehr losgelassen hat.
Der Kauf einer Uhr in dieser Preisklasse war seinerzeit für mich allerdings völlig undenkbar. Trotzdem ist sie mir immer wieder mal durch den Kopf gegangen. Ihr kennt das: Man schaut „nur mal“, speichert Bilder ab, liest Tests, rechnet schön – und redet sich ein, dass man sie ja auch eigentlich gar nicht braucht. Spoiler: Man(n) braucht sie doch!
Im Januar 2019 hatte ich bei einem Konzessionär in Münster erstmals die Gelegenheit, mir die Uhr einmal in Ruhe anzusehen. Und was soll ich sagen: auch in Natura ist die Kombination Everrose-Gold / braunes Zifferblatt / braunes Lederband in Sachen zurückhaltender Eleganz so ziemlich die schönste, die ich mir vorstellen kann.
Getreu dem Motto "die Augen aufhalten kann ja nicht schaden" kam spätestens zu diesem Zeitpunkt der Chrono 24-Suchagent ins Spiel (ich glaube aber, dass ich diesen schon viel früher eingerichtet hatte). In der Folgezeit spülte der Suchagent immer mal wieder ein Angebot in mein Emailpostfach. Die angebotenen Uhren waren mir aber immer entweder zu teuer, hatten extreme Tragespuren, waren nicht im Full-Set oder deren Provenienz wirkte auf mich wenig vertrauenswürdig, so dass ich die Angebote immer nur überflogen und nach einem kurzen Blick gelöscht habe.
Kurz vor Weihnachten 2025 - ich hatte bereits Urlaub und saß in einem Café bei uns in der Innenstadt - ging ein Treffer mit einer interessanten Gelegenheit bei mir ein: scheinbar seriöser Händler, angemessener Preis und bis auf das fehlende Manual im Full Set aus dem Jahr 2016.
Also mal Kontakt aufgenommen, erste Bilder erhalten, und immer noch ohne wirkliche Kaufabsicht (haha) entspann sich in den folgenden Wochen ein sehr sympathischer und vor allem professioneller Austausch mit dem Händler. Weitere Bilder und Videos wurden geschickt und schwuppdiwupp befanden wir uns schon in ersten Preisverhandlungen. Es kam dann, was kommen musste: Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass ich die Uhr einfach haben MUSS! Einziges Manko: die Uhr befindet sich nicht gerade um die Ecke, sondern in Stockholm. Aber da mein Vertrauen in Paketdienste nicht das größte ist, lag nichts näher als einen Tagestrip nach Stockholm zu buchen, mich mit dem Verkäufer zu treffen und die Uhr persönlich abzuholen. Andere fliegen für Köttbullar, ich für Everose-Gold. Prioritäten müssen schließlich sein
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Und so ging es gestern sehr früh los von Düsseldorf nach Stockholm:
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In der Woche zuvor habe ich mich natürlich bereits bestens vorbereitet, die App von Stockholms Lokaltrafik geladen und mich für die Buchung von digitalen Tickets des öffentlichen Personennahverkehrs registriert (Taxifahren ist schließlich langweilig und teuer und an irgendwas muss man ja sparen!). Abgesehen vom frühen Aufstehen verlief alles ganz smooth und reibungslos. Nach der Landung mit der Regionalbahn in die Innenstadt und von da weiter mit dem Bus in den Stadtteil Östermalm.
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Getroffen haben wir uns im Büro des Händlers bei wahrlich schwedisch-winterlichem Wetter.
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Und da lag sie nun, in einem Zustand, der alles übertrifft, was im Vorfeld erhaltene Fotos und Videos versprochen haben. Quasi ungetragen und mit neuem Band. Krätzerchen muss man mit der Lupe suchen. Die Uhr wirkt wie neu; auf der Innenseite der Schließe habe ich sogar noch eine Folie entdeckt!
Und jetzt für alle, die bis hierhin gelesen haben - endlich - einige Impressionen (auch, wenn Ihr von mir keine allzu großartigen Fotokünste erwarten dürft…):
Erstes Annähern…
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Beim Besuch des Nationalmuseums am Nachmittag…
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Kurz vor dem Rückflug…
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…und heute schon im harten Büroeinsatz:
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Persönliches Fazit
Die Day-Date in 36mm passt traumhaft an mein dünnes Handgelenk, wirkt trotz Edelmetall nicht protzig, sondern durch das Lederband eher souverän und zurückhaltend – ein bisschen „Chef, aber sympathisch“.
Das braune Zifferblatt harmoniert perfekt mit dem Lederband und dem warmen Ton des Everose-Golds. Eine Uhr, die man sowohl zum Sakko als bestimmt auch entspannt zu Jeans und Poloshirt tragen kann – und die dabei ständig leise flüstert: „Gute Entscheidung.“
Ich freue mich sehr, sie nun endlich mein Eigen nennen zu dürfen – und ja, der Flug nach Stockholm hat sich natürlich nicht nur ausschließlich wegen der Uhr gelohnt. Die Zimtschnecken in Schweden sind auch eine Reise wert 😉.
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Heute dann noch schnell ein Abstecher zum Konzessionär meines Vertrauens, der die Seriennummer durch sein System gejagt und das letzte Minifünkchen an Zweifel beseitigt hat.
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Um es im Stile einer bekannten Kreditkartenwerbung auszudrücken:
Flug DUS-AGN: € 107,91
ÖPNV: € 38,64
Kaffee & Zimtschnecke: € 9,87
Eine Uhr auf diese Art in die Sammlung zu holen: unbezahlbar!
Vielen Dank fürs Lesen!
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Baum-Darstellung
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Heute, 20:26 #1
Die schokobraune Day-Date 118135…
Martin
"Whatever you do, don't congratulate yourself too much."
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). In der Folgezeit spülte der Suchagent immer mal wieder ein Angebot in mein Emailpostfach. Die angebotenen Uhren waren mir aber immer entweder zu teuer, hatten extreme Tragespuren, waren nicht im Full-Set oder deren Provenienz wirkte auf mich wenig vertrauenswürdig, so dass ich die Angebote immer nur überflogen und nach einem kurzen Blick gelöscht habe.
. Aber da mein Vertrauen in Paketdienste nicht das größte ist, lag nichts näher als einen Tagestrip nach Stockholm zu buchen, mich mit dem Verkäufer zu treffen und die Uhr persönlich abzuholen. Andere fliegen für Köttbullar, ich für Everose-Gold. Prioritäten müssen schließlich sein
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