Welche Arbeitsraumgröße hast du dir denn vorgestellt? 20x30? 50x30? größer?
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14.01.2026, 08:51 #1
Laser für Gravuren und Schneidearbeiten
Da es hier zu fast jedem Thema echte Experten gibt, aber dieses Thema hier noch nichts geschrieben wurde, hoffe ich auf euren Rat.
Ich interessiere mich mittelfristig für die Anschaffung eines Lasers, mit dem man gravieren und idealerweise auch schneiden kann. Die Teile werden ja langsam bezahlbar. Es geht nicht um Serienproduktion oder industrielle Nutzung, sondern eher um Hobby, Werkstatt und Kleinprojekte. Trotzdem möchte ich nicht zu klein einsteigen, um dann nach kurzer Zeit wieder upgraden zu müssen.
Was ich mir vorstelle:
Kurzfristig möchte ich gravieren auf Metall, Glas, Plexiglas bzw. Acryl und Holz.
Später würde ich gern auch Materialien schneiden, zum Beispiel dünne Bleche, vielleicht 1 bis 2 mm, falls das realistisch ist, aber auch Kunststoffe oder Hartschaum, zum Beispiel diese Schaumstoffe für Koffer-Inlays mit etwa 10 bis 20 mm Stärke.
Gut wäre außerdem, wenn es perspektivisch die Möglichkeit für eine Rotationsachse gäbe, um zum Beispiel Becher oder Gläser zu gravieren.
Beim Budget muss es keine Industrieanlage für zigtausend Euro sein, aber ich möchte auch kein Spielzeug kaufen, das sofort an seine Grenzen kommt. So viel wie nötig aber sowenig wie möglich.
Wo ich aktuell noch komplett unsicher bin: Welche Laserart ist wofür sinnvoll? CO2 Laser, Diodenlaser, Faser, IR, UV und es gibt ja sogar Kombigeräte. Was braucht man davon wirklich und was ist eher Marketing? Welche Materialien funktionieren womit in der Praxis gut?
Auch beim Thema Leistung bin ich unsicher. 5W, 10W, 20W, 40W und mehr. Welche Wattzahl macht bei welcher Laserart realistisch Sinn?
Ich stehe da wirklich noch ganz am Anfang und versuche mir erstmal ein grundlegendes Verständnis aufzubauen, bevor ich Geld in die Hand nehme.
Aktuell stolpere ich immer wieder über xTool, aber nur weil die überall Werbung machen, heißt das ja noch nicht, dass es die beste Lösung ist. Welche Hersteller oder Geräteklassen sollte man sich eurer Meinung nach noch anschauen?
Mir geht es nicht um eine schnelle Kaufempfehlung, sondern um Verständnis für die Technik, eine realistische Einschätzung der Möglichkeiten und typische Anfängerfehler, die man vermeiden sollte.
Vielleicht gibt es hier ja Leute, die schon länger mit sowas arbeiten.
Danke euch schon mal!
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14.01.2026, 09:01 #2Gruß, Joe
Supermarktsushi ist das Ozempic des kleinen Mannes.
Kow How Joe
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14.01.2026, 09:11 #3PREMIUM MEMBER
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Themenstarter
Größer auf keinen Fall. Viel Größer als A4 wird es erst mal nicht werden, aber Reserve ist immer gut, auch wenn man vielleicht mal ein paar kleinere Teile auf einmal machen kann. Daher lieber so was wie A3 (30x40) oder 30x50. Es soll aber schon irgendwie "transportabel" bleiben. Aber A4 will ich auch nicht komplett ausschließen, um erst mal das Thema zu verstehen.
Geändert von Edmundo (14.01.2026 um 09:12 Uhr)
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14.01.2026, 09:26 #4
ohne zu tiefes Verstöndnis für die Materie zu haben (habe mal an einem Beschritungslaser gespielt); was ich mir aber gleich gedacht habe: Metall (1-2mm) schneiden im Hobbybereich wird tricky...
Mit deinen Angaben lässt sich Chat GPT übrigens vorzüglich füttern und der output ist auch ganz brauchbar (aus Amateursicht):
Sehr gute Fragestellung – genau die richtige Herangehensweise
Du denkst bereits in den richtigen Kategorien (Materialien, Ausbau, Leistung, Budget), deshalb versuche ich dir **kein Produkt**, sondern ein **mentales Modell** zu geben, mit dem du Geräte realistisch einschätzen kannst.
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## 1. Die wichtigste Vorab-Klarstellung (erspart Frust)
Ein einzelner „All-in-One-Laser“, der **Metall graviert**, **Acryl sauber schneidet** *und* **1–2 mm Stahlblech schneidet**, existiert im Hobby-/Semipro-Bereich praktisch **nicht**.
**Gravieren ≠ Schneiden**
**Metall ≠ Kunststoffe**
**Wellenlänge ist entscheidender als Wattzahl**
Fast jeder, der länger dabei ist, landet bei **zwei Laserarten** – oder akzeptiert klare Grenzen.
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## 2. Die Laserarten – was sie wirklich können (Marketing rausgerechnet)
### Diodenlaser (ca. 445 nm, „blau“)
**Typisch:** 5–40 W *optische* Leistung
**Preis:** günstig bis mittel
**Gut für:**
* Holz gravieren & schneiden (bis ~10 mm realistisch)
* Leder, Karton, Papier
* Dunkle Kunststoffe
* Schaumstoffe (EVA, PE – ABS/PVC tabu!)
* Markieren von **beschichtetem oder lackiertem Metall**
**Schwachstellen:**
* **Klares Acryl → praktisch unmöglich**
* Metall **nicht gravieren**, nur oberflächlich markieren (Anlassen, Spray-Tricks)
* Schnittqualität begrenzt (konisch, verkohlt)
**Typischer Anfängerfehler:**
„20 W Diodenlaser = schneidet Metall“ → ❌ tut er nicht.
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### CO₂-Laser (10,6 µm)
**Typisch:** 40–80 W im Hobbybereich
**Preis:** mittel
**Das Arbeitstier für Werkstatt & Hobby**
**Exzellent für:**
* Acryl (klar & farbig!) – **saubere Kanten**
* Holz, MDF, Sperrholz
* Gummi, Leder, Stoffe
* Schaumstoffe (für Koffer-Inlays perfekt)
* Glas gravieren (frosted Look)
**Nicht geeignet für:**
* Metall schneiden
* Metall gravieren (nur mit Cermark/Markierspray → teuer)
**CO₂ ist der Grund, warum Maker Acryl lieben.**
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### ⚫ Faserlaser (1064 nm)
**Typisch:** 20–60 W (Gravur), ab ~1 kW (Schneiden)
**Preis:** teuer
**Top für:**
* Metall **gravieren** (Edelstahl, Alu, Messing)
* Anlassen, Tiefengravur
* Dünnes Metall **sehr begrenzt** schneiden (Kupfer/Alu-Folie)
**Schlecht für:**
* Holz
* Acryl
* Kunststoffe allgemein
1–2 mm Stahl schneiden?
→ **Erst ab ~1000 W Faserlaser** (Industrie, Wassergekühlt, 10–20 k€+)
---
### IR / UV (Spezialfälle)
* **IR (1064 nm)** → kleine Marker, Kunststoffe, Leiterplatten
* **UV (355 nm)** → extrem fein, kalt, sehr teuer
Für den Einstieg **nicht relevant**.
---
## 3. Leistung: Die Wattzahl richtig einordnen
### Diodenlaser
* **5–10 W:** Spielzeug / Gravur
* **20 W:** sinnvoller Einstieg
* **40 W:** obere Grenze, aber optisch oft nur 2×20 W kombiniert
➡️ Mehr Watt = schneller, **nicht plötzlich neue Materialien**
---
### CO₂-Laser
* **40 W:** Gravur + dünnes Schneiden
* **60 W:** Sweet Spot für Hobby
* **80 W:** komfortabel, aber größer & teurer
➡️ Für Acryl >5 mm willst du **mindestens 60 W**
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### Faserlaser
* **20–30 W:** Markieren
* **50–60 W:** tiefe Gravuren
* **<1000 W:** kein echtes Metallschneiden
---
## 4. Deine Wunschliste – realistisch übersetzt
| Wunsch | Realistisch erreichbar |
| ----------------------- | ---------------------------------- |
| Metall gravieren | ✅ Faserlaser **oder** Markierspray |
| Glas gravieren | ✅ CO₂ |
| Acryl schneiden | ✅ CO₂ |
| Holz schneiden | ✅ Dioden **oder** CO₂ |
| 1–2 mm Metall schneiden | ❌ (Hobbybereich) |
| Schaumstoff 10–20 mm | ✅ CO₂ |
| Rotationsachse | ✅ fast alle Systeme |
---
## 5. Warum viele am Ende **2 Geräte** haben
Ein sehr typischer, sinnvoller Weg:
### Setup A (Allround-Werkstatt)
* **CO₂-Laser 60–80 W**
* Macht: Acryl, Holz, Glas, Schaumstoff, Leder
### Setup B (Metall & Beschriftung)
* **Faserlaser 30–50 W**
* Macht: Metallgravuren, Typenschilder, Logos
➡️ Zusammen oft günstiger und leistungsfähiger als „Hybridgeräte“.
---
## 6. xTool & Co – realistische Einordnung
xTool, Atomstack, Ortur, Sculpfun:
**Pro:**
* gute Dokumentation
* viel Zubehör
* Community & Tutorials
* Plug & Play
**Contra:**
* viel Marketing
* Leistungsangaben oft schöngerechnet
* Kombigeräte = viele Kompromisse
**Nicht schlecht**, aber **nicht magisch**.
---
## 7. Typische Anfängerfehler
1. „Mehr Watt = mehr Materialien“ ❌
2. Acryl mit Diodenlaser planen ❌
3. Sicherheit unterschätzen (Absaugung, Dämpfe!) ❌
4. Zu klein kaufen „für den Anfang“ ❌
5. Marketing-Videos glauben statt Materiallisten lesen ❌
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## 8. Mein ehrlicher Rat für deinen Stand
Wenn dein Fokus wirklich **Verständnis + Zukunftssicherheit** ist:
1. **CO₂-Laser (60 W) als Hauptgerät denken**
2. Metallgravur entweder:
* später mit **kleinem Faserlaser**
* oder erstmal mit Markierspray akzeptieren
3. Metall **schneiden** gedanklich komplett streichen
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Wenn du willst, können wir im nächsten Schritt:
* konkrete **Geräteklassen** vergleichen (nicht nur Marken)
* eine **Entscheidungsmatrix** bauen (Material vs. Laser)
* oder ein realistisches **Budget-Setup** planen (z. B. 2 k€, 5 k€, 8 k€)
Sag einfach, wo du tiefer einsteigen möchtest.beste Grüße
Christian
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14.01.2026, 10:21 #5
Also, ausser Metall, schneiden sollte der Bambu deine Anforderungen abdecken: https://bambulab.com/de-de/h2s
Grüße,
Stefan
schreibts mir in die Kommentare, macht das Herz rot und drückt das Plus weg.
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14.01.2026, 10:28 #6PREMIUM MEMBER
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Bambu macht doch 3D Drucker, oder?
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14.01.2026, 10:35 #7
Es gibt mittlerweile Laserschneider als Addon für die Drucker - ist halt die Frage wie "Transportabel" ein H2S ist. Wenn du direkt auf einen neuen 3Drucker upgraden willst und den Laserschneider, dann wärs eine Lösung, aber du suchst eher ein standalone Modell, oder?
Ich weiß auch nicht wie gut so ein Addon ist im Gegensatz zu einem reinen Laserschneider.Geändert von Muigaulwurf (14.01.2026 um 10:37 Uhr)
Gruß, Joe
Supermarktsushi ist das Ozempic des kleinen Mannes.
Kow How Joe
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14.01.2026, 10:45 #8
Ein Freund hat den Snapmaker Artisan Premium. Wenn ich das richtig im Kopf habe, gibt es unterschiedliche Stärken der Laser und auch eine Reihe an Zubehör wie z.B. so ne rotierende Welle. Schau es Dir mal an, ich glaube, das Gerät könnte ganz gut zu Deinen Anforderungen passen bzw. so ziemlich alles abdecken.
Gruß,
Michael
Ich verliere nicht - entweder ich gewinne oder ich lerne!
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14.01.2026, 12:31 #9
XTool MetalFab
I know how the bunny runs
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14.01.2026, 22:39 #10PREMIUM MEMBER
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14.01.2026, 23:38 #11
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14.01.2026, 23:48 #12
Hier werden ja auch Espressomaschinen für 35k empfohlen, da wird man doch bei so einem wichtigen Thema nicht mit 4k einsteigen wollen
Gruß,
Michael
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15.01.2026, 20:46 #13
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15.01.2026, 22:21 #14
Gruß,
Michael
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17.01.2026, 10:24 #15Date
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Das ist jetzt im Foglenden alles sehr vereinfacht und nicht für Experten gemacht, sondern der Versuch einer möglichst nachvollziehbaren Erklärung. Ich komme nicht aus dem Consumerbereich und gebe keine Kaufempfehlungen (der TE hatte danach ohnehin nicht gefragt), aber kann die Hintergründe hoffentlich nachvollziehbar erläutern. Habe mir auch nur kurz einige Geräte oberflächlich dazu angesehen. Wenn sich hier ein weiterer Fachmann tummelt, kann man all das in der Tiefe diskutieren, was ich hier stark vereinfache

Der Abtrag des Materials erfolgt grundsätzlich durch die Absorption von Laserstrahlung. Diese Absorption des Materials ist Abhängig von der Wellenlänge und der Einstrahldauer. Verschiedene Geräte am Markt bedienen sich unterschiedlicher Technik, um bspw. eine Gravur zu erzeugen. Das betrifft insbesondere die Art, wie Laserstrahlung aus dem Gerät ausgegeben wird:
Grundsätzlich kannst Du einen Abtrag im gepulsten Betrieb, d.h. eine periodische Leistungsabgabe über eine bestimmte Zeit, oder im kontinuierlichen Betrieb, d.h. eine durchgehende Leistungsabgabe über die Zeit, erreichen. Gravuren von Metallen werden typischerweise mit gepulsten Systemen ausgeführt. Viele kurze, einzelne Laserpulse bilden quasi ein "Punktmuster" auf der Oberfläche und setzen so das zu gravierende Bild, die Schrift o.ä. zusammen. Bei kurzen Pulsen wird das Material lokal verdampft und geschmolzen, wobei die Schmelze durch den Dampfdruck ausgetrieben wird und damit eine kleine Vertiefung zurückbleibt - so zumindest bei Metallen. Viele dieser (überlappenden) Pulse und den daraus resultierenden Vertiefungen ergeben dann das Gesamtbild. MOPA-Laser erlauben in der Regel bspw. die Einstellung der Pulsdauer, wie xTools das anbietet. Alternativ kann bspw. auch Stahl durch Anlauffarben beschriftet werden, d.h. durch die Erwärmung des Materials und die Reaktion mit dem Umgebungssauerstoff tritt eine Verfärbung auf, die eine Schrift oder ein Bild sichtbar machen kann. Das benötigt in der Regel dann viel weniger Leistung bzw. Leistungsdichte, rostet aber auch schneller und ist haptisch natürlich anders.
Im kontinuierlichen Betrieb des Lasers wird ebenfalls ein Teil des Metalls verdampft und ein Teil geschmolzen. Aufgrund der längeren Wechselwirkungszeit kommt es hier zur Bildung von mehr Schmelze, die dann z.B. für einen Gasstrahl ausgeblasen wird. Das wird in der Regel für Schneidaufgaben von Blechen in dem von Dir genannten Dickenbereich verwendet. Bei einfacher zu verarbeitenden Werkstoffen wie Holz, kann auch schon viel weniger Leistung für ein Schneiden ausreichen, weil das Material eine geringe Wärmeleitfähigkeit hat und schneller verdampft (und schmelzen kann's auch nicht
). Da hat man dann häufig 40W blauen Laser o.ä. eingebaut. Wie verlässlich die Angaben zu den erreichbaren Dicken oder Schnittqualitäten sind, kann ich nicht abschätzen, da ich von Holz und Co. in der Bearbeitung zu wenig Ahnung bzw. Erfahrung habe.
Bei den kontinuierlich betriebenen Systemen wird in der Regel die Leistung angegeben, die maximal während des Betriebs (=kontinuierlich) abgegeben werden kann. Im Beispiel von xTool Fab zum Schneiden von Metall 1.200 W. Bei den gepulsten Systemen wird in der Regel die mittlere Leistung angegeben (in Datenblättern von professionellen Geräten findet man natürlich auch die maximal mögliche Spitzenleistung etc.). Der Einzelpuls hat so viel Energie, dass er bspw. Metall schmelzen/verdampfen kann, aber dann folgt eine Pause, bis der nächste Puls ausgegeben wird. Die mittlere Leistung wird über Pulsdauer und Pausenzeit berechnet, weshalb gegenüber den kontinuierlichen Systemen viel geringere Wattzahlen angegeben sind. Eine typische Pulsdauer in kostengünstigen Strahlquellen wäre z.B. 200 Nanosekunden, gefolgt von einer Pause die 20.000 Nanosekunden dauert (Spotgrößen oft ca. 30µm). Beispielsweise für den LaserPecker sind vermutlich deshalb 2W Laserleistung bei einer Wellenlänge von 1064nm angegeben (gepulst) und 40 oder 60W für den blauen Laser (wohl kontinuierlich betrieben, die Wellenlänge liegt vermutlich bei ca. 450nm).
Die verschiedenen Laserstrahlquellen unterscheiden sich durch ihre Wellenlänge, wobei CO2-Laser und Faserlaser typischerweise im infraroten Bereich liegen. CO2-Laser haben klassisch eine Wellenlänge von 10,6 µm, Faserlaser von 1,07µm (1070nm). Dann gibt es Diodenlaser, die entweder im Bereich von 800...1000 nm liegen, also NIR, oder im sichtbaren Bereich, bspw. 450nm (blau). Das liegt an den technischen Möglichkeiten der Strahlerzeugung. Die verschiedenen Wellenlängen ergeben sich aus der Erzeugung der Laserstrahlung und ist technisch begrenzt, d.h. ich kann nicht jede Wellenlänge einfach erzeugen.Wo ich aktuell noch komplett unsicher bin: Welche Laserart ist wofür sinnvoll? CO2 Laser, Diodenlaser, Faser, IR, UV und es gibt ja sogar Kombigeräte. Was braucht man davon wirklich und was ist eher Marketing? Welche Materialien funktionieren womit in der Praxis gut?
Die Wellenlänge ist aber von großer Bedeutung für die Bearbeitung der Materialien. Glas absorbiert beispielsweise die Wellenlänge des CO2-Lasers sehr gut, während Faserlaser von Glas so gut wie gar nicht absorbiert werden. Stahl absorbiert aber beispielsweise die Wellenlänge von Faserlasern deutlich besser als von CO2-Lasern, weshalb dort viel weniger Leistung benötigt wird, um diese zu bearbeiten. Kupfer ist ein weiteres Beispiel: wenn ein Faserlaser auf die Oberfläche trifft, werden beim Auftreffen nur ca. 2% der Leistung absorbiert - wenn ein blauer Laser auf die Oberfläche trifft, werden 60% der Leistung absorbiert. Für viele Werkstoffe ist die Wellenlänge deshalb ein ganz entscheidendes Kriterium.
Wenn also in einer Maschine jetzt Stahl graviert und Holz geschnitten werden soll, werden zwei Laser für die verschiedenen Aufgaben eingesetzt, weil einer allein nicht beide Aufgaben gleich gut lösen kann. Die Strahlquellen werden vermutlich dann häufig auch unterschiedlich betrieben, d.h. gepulst für die Gravur von Metallen und kontinuierlich für eine Schneidaufgabe.
Ergänzend zur Erklärung der Betriebsart bräuchte man hier die Datenblätter der Strahlquellen. Zu Consumer Produkten habe ich hier auf die schnelle aber keine zielführenden Angaben gefunden. Auch der Fokusdurchmesser und die Strahlqualität spielen eine Rolle. Wenn ich die gleiche Leistung mit einem kleineren Fokus nutzen kann, habe ich mehr Leistungsdichte und kann ganz anders bearbeiten. Wenn ich aber eine schlechte Strahlqualität habe, weitet der Laserstrahl außerhalb der Fokusebene schnell auf und damit gehen wieder andere Nachteile einher, bspw. eine größer werdende Schnittfuge - oder ein Prozessabbruch.Auch beim Thema Leistung bin ich unsicher. 5W, 10W, 20W, 40W und mehr. Welche Wattzahl macht bei welcher Laserart realistisch Sinn?
Das ist nicht zuverlässig in 3-4 Sätzen zu beantworten, vor allem, wenn man keine Informationen zu den verbauten Lasern erhält.
Bitte auch damit beschäftigen, welche Geräte privat betrieben werden dürfen, was das Thema Absaugung und Laserschutz im Allgemeinen angeht. Für die Materialbearbeitung erforderliche Laser sind normalerweise Klasse 4 und dürfen privat nicht betrieben werden. Mit passenden Einhausungen etc. kann ich die Laserklasse reduzieren, so dass ein Betrieb ohne zusätzliche Schutzmaßenahmen möglich ist.Ich stehe da wirklich noch ganz am Anfang und versuche mir erstmal ein grundlegendes Verständnis aufzubauen, bevor ich Geld in die Hand nehme.
Aber: Aus dem professionellen Bereich weiß ich, dass selbst dort Importgeräte über fehlerhafte und mangelhafte Schutzausrüstung bzw. -mechanismen verfügen. Falsche Schutzscheiben oder fehlerhafte Laserschutzbrillen sind nur zwei Beispiele. Ich würde immer weitere Maßnahmen treffen wie die Nutzung einer geeigneten (!) und hochwertigen (!) Laserschutzbrille - was als All-in-One-Brille für Hybridgeräte mit zwei Wellenlängen manchmal gar nicht so leicht zu bekommen ist. Wenn man denn erfährt, welche Wellenlängen und Pulsdauern genau drinstecken...
Schwierig ist dabei, dass wir für viele Wellenlängen als Menschen keinen eingebauten Schutzmechanismus haben, weil wir bspw. nahinfrarotes Licht nicht sehen können. Welche Leistungsdichten aber vorliegen, wenn ich ein Sekundenbruchteilen Metalle verdampfen kann, kann man sich vorstellen - eine Interaktion mit der Haus oder insbesondere dem Auge kann, auch bei Reflektionen (!), sehr schnell zu größten Schäden führen.
Noch ein Hinweis: Vor allem bei der Bearbeitung von Metallen können schnell sehr ungesunde Stoffe wie Chrom- und Nickelprodukte entstehen, bspw. wenn man hochlegierte Stähle graviert, die man vernünftig absaugen muss. Auch bei der Bearbeitung von Kunststoffen darauf achten, welche Werkstoffe bearbeitet werden - wenn man bspw. ein PVC schneidet kann es schnell zur Bildung von Salzsäure durch Feuchtigkeit in der Atmosphäre kommen. Erstens nicht gesund und zweitens korrodiert dann das ganze Innenleben der schönen Maschine.
Sehe gerade, dass es doch ein ziemlicher Roman wurde...
Bitte beachten: keine Gewähr für einzelne Systeme oder technische Lösungen, es ist ein weites Feld. Aber hoffentlich hilft es für das Verständnis weiter. Bei Fragen gerne melden - und viel Spaß beim Eintauchen in die Materie
Geändert von arcii (17.01.2026 um 10:32 Uhr)
Beste Grüße
Klaus
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17.01.2026, 12:16 #16
Danke dir für deine umfangreiche Ausführung, Klaus!
Gruß, Joe
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18.01.2026, 19:00 #17PREMIUM MEMBER
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18.01.2026, 19:33 #18PREMIUM MEMBER
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Wow, danke. Sehr verständlich erklärt und zeigt dass man sich intensiv damit beschäftigen muss. Ich werde das mal tun, auch wenn ich nicht weiß, ob es dann zu dem Ziel hinführt. Aber rein aus Interesse hört sich das spannend an. Dummer wird man ja davon nicht. Aber ich hatte das Gefühl, dass es so eine Art 3D Druck Part zwei ist. Was jetzt ins Hobbysegment kommt.
1000 Dank.
-
18.01.2026, 23:03 #19Date
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- 74
Gerne! Freut mich, wenn’s hilfreich und nachvollziehbar war

Kann ich mir gut vorstellen. Laser werden immer günstiger und damit auch für den Hobbybereich einfacher verfügbar. Bin gespannt, wo das hingeht und ob sich der Markt für Privatkunden ähnlich entwickelt wie für die 3D-Drucker. Da gibt’s ja tolle Sachen.
Bei Fragen gerne melden
Beste Grüße
Klaus
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