Ich kann deine Gedanken völlig nachvollziehen.
Aber: in den letzten Jahren hatten wir aus meiner Sicht auch keinen Uhrenmarkt, sondern eine Mischung aus Geldanlage, Show-Off-Möchte-Gern-Geldgier-Kunden und Herstellern, die völlig den Realitäts-Sinn aus dem Auge verloren haben. Und sehr viele haben von dieser Zeit profitiert, einschließlich der Händler im Zweitmarkt und all dieser Pseudo-Uhrenexperten in den Blogs.
Jetzt ist die Party vorbei, allerdings nicht in Form eines plötzlichen Herztodes sondern eher vergleichbar eines Siechtums bei einer unheilbaren Krankheit - mit einem beständigen Absinken. Aus meiner Sicht haben wir den Boden noch nicht gesehen und es wird noch weiter runter gehen und auch einige Pleiten und Insolvenzen sollten wir noch erleben.
Nicht wenige werden sich damit arrangieren müssen, viel Geld in den Sand gesetzt zu haben.
Die Hersteller werden sich wieder bemühen müssen, innovative und begehrliche Produkte zu entwerfen und diese auch wieder mit Aufwand zu vermarkten und verkaufen (statt arrogant mit Bedingungen nur zu verteilen).
Auch beim Handel werden wir vermutlich eine Besinnung erleben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Boutique-Konzept von vielen langfristig aufgeht, wenn Uhren wieder zum Gebrauchs- statt Investitionsgut werden und in der Regel nach Kauf 30-50% ihres Wertes einbüßen.
Und die Hersteller werden sich an deutlich niedrigere Volumen gewöhnen müssen, wenn die vielen Uhren-Investoren wegfallen und wieder hauptsächlich Kunden gefunden werden müssen, die höhere 4-5-stellige Summen auch tatsächlich für eine Uhr bereit sind, auszugeben.
Vielleicht werden wir dann rückblickend in einigen Jahren die Cubitus sinnbildlich als Symbol in Erinnerung haben für: GAME OVER.
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Thema: 17.10.2024
Baum-Darstellung
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22.10.2024, 18:03 #11Viele Grüße
Ralf





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