Do, 12. Jan 0:30 SWR - Maybach am Handgelenk - Ein Schwabe baut die Uhr zum Auto: Leben live

Die Uhr zum Auto ist ein Maybach - 120.000 Euro teuer und auf zwölf Stück limitiert.
Sie sind der ganze Stolz von Wilhelm Rieber, einem biederen Uhrmacher von der
schwäbischen Alb. Ein Maybach-Enthusiast brachte Rieber dazu, diese Uhren zu
fertigen. In Handarbeit entsteht jedes einzelne Exemplar. Die Technik ist vom
Feinsten: Tourbillon. Nur noch wenige Uhrmacher verstehen sich auf die Kunst,
solche Präzisionswerke zu bauen. Rieber ist einer von vielleicht fünf Menschen
weltweit, und er ist stolz darauf. Uhren mit Hilfe von Computern herstellen - das kann
nach seiner Meinung beinahe jeder. Die eigene Arbeit hält Rieber für unbezahlbar,
jedenfalls unbezahlbar für die industrielle Produktion. Er pflegt das Image des
schwäbischen Tüftlers, der in seiner Werkstatt hinter der Küche werkelt. Ein halbes
Jahr Zeit investiert er in die Herstellung einer einzigen Uhr. Damit und mit der kleinen
Auflage sind die Uhren ein Stück exklusiver als die Maybach-Karossen aus dem Hause
Daimler Benz. Und trotzdem bleibt Rieber ganz der biedere Schwabe. Die Basis seines
Geschäftes, so versichert er, bleibt die Reparatur von Allerweltsuhren. Für
"Schlaglicht" begleitete die Reporterin Beatrice Schaechterle den bescheidenen
Uhrmacher von der Alb bei der Arbeit in der heimischen Werkstatt und bei der
Ausfahrt mit seinen feinen Kunden. Und die bewegen am liebsten noch immer einen
Maybach aus vergangenen Zeiten - mit mächtigen 12-Zylinder-Motoren, sieben Meter
lang und ohne Servolenkung.