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  1. #1

    Umgang mit " New Old Stock" Uhren

    Hallo zusammen,

    vielleicht kann jemand aus dem Forum weiterhelfen. Nun ja; vielleicht wäre das Thema „Umgang New Old Stock Uhren“ jeglicher Marken und der Umgang mit ihnen für andere Mitglieder auch sehr interessant.

    In meinem Fall kann ich eine „NOS“ Marken Uhr von einem Sammler aus etwa dem Jahr 1970 erwerben, der diese seinerzeit neu gekauft und dann zu seinen anderen Uhren gelegt hat. Getragen wurde die robuste, wasserdichte, amagnetische und runde Uhr in all den Jahren nicht. Das Automatikwerk ist auf lange und präzise Gangleistung ausgelegt und wurde auch von der Firma/Manufaktur selbst entwickelt.

    Mir gefällt die ganze Uhr im Design. Sie ist im Durchmesser unter 40 mm und Hörnchen zu Hörnchen dürften etwa 44 mm sein. Das Zifferblatt der Uhr ist (heutzutage?) unscheinbar und dennoch von überdurchschnittlicher Qualität. Durch das Plexiglas-fällt das Licht schöner auf das Zifferblatt und weist auch kaum Spiegelungen auf. Meinen Saphirglasuhren geben ein anderes Bild ab. Die Uhr gefällt durch die gebotene Qualität und Zurückhaltung, die nicht direkt ersichtlich wird.

    Die Fragen sind: Kann oder sollte die Uhr direkt nach all der Zeit ohne Probleme getragen werden? Ist es sinniger diese zuvor zum Uhrmacher oder zum Konzessionär zu bringen, der diese (bei der Manufaktur in der Abteilung „Kleine Schätzchen“ revidieren lässt? Wie ist eure Meinung oder Erfahrung dazu? Wie handhabt ihr das? Denn auch ältere Uhren haben ihren Charme, der in der heutigen Zeit (durch die aktuelle Werbung?) gerne übersehen wird.

    Ich freue mich auf Hinweise und auf einen gesunden Austausch von Erfahrungen.

  2. #2
    Yacht-Master Avatar von Eureka
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    Ich lass das Werk gerne reinigen und überholen, bei den alten Uhren die Jahrzehntelang herumliegen ist das Öl oft verharzt. Sollte man aber an den Gangwetern eigentlich erkennen.
    Gruss
    Christian

  3. #3
    PREMIUM MEMBER Avatar von Mali
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    Gangwerte (Amplitude) checken lassen und danach entscheiden, ob ne Revi notwendig ist oder nicht. Du kannst nix groß kapttmachen, wenn Du sie trotz schlechter Gangwerte trotzdem trägst.
    Beste Grüße
    Mali

  4. #4
    Deepsea Avatar von slc5.0
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    Zum Hersteller geben könnte gefährlich für die Originalen Tritium Teile sein falls vorhanden.
    Gruß Hansi

  5. #5
    Double-Red Avatar von ligthning
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    Um was geht es denn eigentlich?

    Ist das geheim?
    LG Helmut

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  6. #6
    PREMIUM MEMBER Avatar von Edmundo
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    Scheint ein ziemliches Sammlerstück zu sein. Apropos: Einen Sammler, der 1970 schon Uhren zum Weglegen gekauft hat und die Uhr heute noch hat sind mir fast zu viele Zufälle.

    Aber nach über 50 Jahren würde ich auch eine Revision machen. Schadet nicht.
    Grüße
    Elmar

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  7. #7
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    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die Antworten. Mit dem Titel „Umgang New Old Stock Uhren jeglicher Marken und deren Umgang“ wollte ich nicht die Diskussion auf eine bestimmte Marke lenken. Mir geht es um den fachlichen Umgang allgemein bzw. um die erworbenen Erfahrungen mit ihnen.

    In meinem Fall geht es um den Vintage-Klassiker IWC Ingenieur 866 mit einem silbernen APRIOR-Blatt. Ich stimme zu, dass es sich auch aus meiner Sicht um ein „ziemliches Sammlerstück“ handelt. Der Sammler ist ein Jahrzehnte alter Freund meines Vaters, der Mitte der 40er oder Anfang der 50er anfing Uhren zu sammeln. Begonnen hat er mit Taschenuhren und hat später seine Sammlung auf Armbanduhren und sonstige Uhren erweitern können. Er hat sich seinerzeit zunehmend nach seiner Lehre weitergebildet, sodass er bis zum Ende seiner Erwerbsfähigkeit die Funktion eines Direktors mehrere Jahre innehatte. Die Uhren erwarb er weitestgehend bei Konzessionären oder Auktionen. Anhand der Jahre ist abzulesen, dass er sich immer mehr Fachwissen bezüglich Uhren angeeignet hat und seine Sammlung daher durch manchen Erwerb nicht unerheblich angewachsen ist. Hätte ich ihn nicht gekannt und mich nicht oft mit ihm unterhalten -auch über Uhren- dann hätte ich die Finger von der angebotenen Uhr gelassen, da, wie geschrieben, mir „viele Zufälle“ im Weg gestanden hätten.

    Leider ist er vor einiger Zeit unerwartend verstorben. Da die Erben mich indirekt kennen, wurden mir einige wenige Uhren gezeigt, wovon ich eine erwerben darf. Die sehr hochpreisen Uhren waren nicht dabei und diese wären für mich aller Wahrscheinlichkeit für den täglichen Gebrauch auch nichts gewesen. Die anderen vorliegenden Uhren waren etwa gleich oder kleiner im Durchmesser. Die „richtige“ Uhrengröße liegt für mich je nach Design zwischen 36 und 41mm. Die kleineren wirken wie Damenuhren und die größeren so, als wollen diese mit mir spazieren gehen.

    Zwecks der Gangwerter werde ich nach Erhalt die Uhr prüfen lassen. Bedenken habe ich wegen der Originalzeiger, die Tritium enthalten. Die Uhr soll so bleiben wie sie seinerzeit ausgeliefert wurde. Denn die Uhrmacher und Designer wussten auch damals schon sehr gut, was sie taten. Wenn wir die „Technik“ und die „Gestaltung“ gegenüber den heutigen Uhren vergleichen, sind die Unterschiede, je nach Einsatzzweck, nicht wirklich anders. Sie sind m.E. vornehmlich moderner bzw. modischer geworden.

    Sofern eine Revision denn dann nötig wäre, würden die Manufaktur, wenn ich einen entsprechenden Brief dazulegen würde, die Uhr mit den vorhandenen „originalen“ Teilen revidiert? Sprich die vorhandenen Zeiger mit Tritium auf dem Zifferblatt belassen? Oder müssten diese dann von „Gesetzes wegen“ von der Manufaktur rausgenommen werden, obwohl ich einen entsprechenden Brief beigelegt habe?

    Ich freue mich auf Rückmeldungen und wünsche einen schönen Sonntag.
    Geändert von HG.Lahr (18.09.2022 um 11:27 Uhr)

  8. #8
    Sea-Dweller Avatar von 666feet
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    Also Tritium ist kein Radium und mMn unverdaechtig. Auch wenn ich mich wiederhole ( denn hier gab es schon Beitraege, dass die Uhr nach der Revision nicht so zurueck kam, wie man das erwartet hat ): schriftlich vereinbaren was gemacht werden soll und ausdruecklich was NICHT gemacht werden soll. Uhrmachertipps bzgl IWC gibt es hier im Forum sicher immer auf Anfrage. Glueck auf

    PS: in Stahl ist das eine wunderschoene Uhr
    salve! , der Jo

  9. #9
    Yacht-Master Avatar von Eureka
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    In Deutschland könnte es mit Tritium schwierig werden bei IWC. Vielleicht mal bei einen freien Vintage Uhrmacher anfragen. Das sind doch ETA Werke in der Ingenieur? Sollte nicht so schwer sein.
    Gruss
    Christian

  10. #10
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    Hallo,

    mal schauen, ob ich IWC Träger im Forum finde.
    Das Uhrwerk ist nicht von ETA. Die IWC Uhr hat das hauseigene Kaliber 8541B.

  11. #11
    PREMIUM MEMBER Avatar von Darki
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    Imho bis heute eines der besten Werke überhaupt.
    Viele Grüße, Jens



    Ein Leben ohne mechanische Armbanduhr ist möglich, aber sinnlos

  12. #12
    Daytona Avatar von Micha-K
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    Zitat Zitat von 666feet Beitrag anzeigen
    Also Tritium ist kein Radium und mMn unverdaechtig. Auch wenn ich mich wiederhole ( denn hier gab es schon Beitraege, dass die Uhr nach der Revision nicht so zurueck kam, wie man das erwartet hat ): schriftlich vereinbaren was gemacht werden soll und ausdruecklich was NICHT gemacht werden soll. Uhrmachertipps bzgl IWC gibt es hier im Forum sicher immer auf Anfrage. Glueck auf

    PS: in Stahl ist das eine wunderschoene Uhr
    Das stimmt so nicht. Auch Tritium ist Radioaktiv. Es gibt vom Bundesamt für Strahlenschutz sogar rechtliche Hinweise für den Umgang damit. Wenn eine Uhr mit T-Dial zum Hersteller zur Revision kommt und das Tritium bröckelt oder sich löst, darf der Mitarbeiter aus Selbstschutz das Blatt entsorgen.
    Aloha
    Micha

  13. #13
    PREMIUM MEMBER Avatar von siggi415
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    Zitat Zitat von Mali Beitrag anzeigen
    Gangwerte (Amplitude) checken lassen und danach entscheiden, ob ne Revi notwendig ist oder nicht. Du kannst nix groß kapttmachen, wenn Du sie trotz schlechter Gangwerte trotzdem trägst.
    Aber auch klein ganz hier schnell teuer werden.

    Geh mit dem alten Schätzchen zu einem guten Uhrmacher, Fragen kostet ja erstmal nix. Die Mechanik reinigen und neu schmieren macht hier auf jeden Fall Sinn.
    >> Gruß Siggi <<

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  14. #14
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    Hallo,

    erst einmal vielen Dank für die Hinweise. Die inzwischen erhaltene Uhr habe ich bei einem guten und alten bekannten Uhrmacher prüfen lassen. Er teilt mir mit, dass die Gangwerte / Amplitude sehr gut sind, da die Toleranz der Gangabweichung im Chronometerbereich liegt. M.E. eine hervorragende Leistung, die das IWC-Team seinerzeit hervorgebracht hat und heute noch zeigt. Im Anschluss habe ich die Uhr getragen und festgestellt, dass die Uhr zeitweise „nachgeht“. Die Uhr geht am Tag sehr genau und in der Nacht bleibt sie ungefähr um Mitternacht stehen. Auch wurde ich beim Einkaufen leicht angestoßen und habe bemerkt, dass der Minutenzeiger leicht nach vorne gesprungen ist. Der sehr schöne Sekundenzeiger läuft ohne Fehl und Tadel. Daher habe ich den ehemalig tätigen Uhrmacher erneut aufgesucht und habe ihn zum Sachstand informiert. Er vermutet, dass der Zeiger am „Dorn“ nicht mehr fest verbunden ist. Da er den Beruf des Uhrmachers nicht mehr ausübt, der Mann strebt Richtung neunzig, sollte nach Aussage die limitierte und auch NOS-Uhr zu IWC eingeschickt werden, die sich dann professionell der Sache annehmen können. Diesem Vorschlag komme ich nach, indem ich mich vorab bei IWC erkundigt habe, ob der Charakter des Zeitmessers beibehalten werden kann. Das bedeutet im Konkreten, dass bspw. die sehr gut erhaltenen Zeiger mit Tritium beibehalten werden können und auch sollen. Eine „Aktualisierung“ ist nicht gewollt. Die besondere Eigenart der Uhr soll bestehen bleiben und die Kompetenzen von IWC zu jener Zeit widerspiegeln. Durch das Gespräch wurde ich auch durch IWC ermutigt die Vintage Uhr der Manufaktur zuzusenden und prüfe zu lassen. Einen entsprechenden Brief habe ich mit dabei gelegt und mich bei möglichen Fragen zur Verfügung gestellt. So viel zum aktuellen Stand.

  15. #15
    PREMIUM MEMBER Avatar von Darki
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    Das klingt für mich nach einem guten Plan.
    Viele Grüße, Jens



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