Die Nicht-Oyster-Damenuhren sind ein schwieriges Rolex-Kapitel, aber ich versuche trotzdem einmal einen ersten Ansatz:

Bei dem Kaliber handelt es sich vermutlich um ein Rolex-Kaliber 1800 (Formwerk, Handaufzug, ohne Sekunde, 21600 A/h, 17 Steine, Schraubenunruh, Flachspirale, Basiskaliber AS 1017), welches 1964 auf den Markt kam. Sollte die Uhr allerdings vor 1964 produziert sein, ist es vermutlich das Vorgängerkaliber 1300 von 1956 mit 18000 A/h.

Zur zeitlichen Einordnung und der Referenznummer (aufgrund der Deckelgravur vermutlich 2899) kann ich leider auch nicht viel sagen. Ich habe allerdings in meinem Archiv einen alten Rolex-Mini-Katalog von 1968 („Ich brauche eine Uhr“) und dort sind ähnliche Damenuhren abgebildet.

Übrigens gab es in den 50er und 60er Jahren viele Rolex-Damenuhren, die nach speziellen Kundenwünschen gefertigt wurden. Dazu gab es bei den Rolex-Konzessionären Musterbücher über die zur Verfügung stehenden Gestaltungselemente, die dann individuell zusammengestellt werden konnten. Aus diesem Grund sind viele Rolex-Damenuhren aus den 50er und 60er Jahren Unikate.

Bei den im Forum sporadisch gezeigten Nicht-Oyster-Damenmodellen wird zumeist geäußert, es handele sich um eine Cellini. Dies stimmt nicht immer, denn es gab beispielsweise auch Damenmodelle der Reihen „Orchid“ (staubdichtes Gehäuse) oder auch „Chamäleon“ (mit Wechselbändern). Bei der von Ruud gezeigten Uhr handelt es sich allerdings um eine „Precision“. Diese Bezeichnung ist auch von den Uhren der Oysterreihe (z.B. Ref. 6426, Oyster mit Handaufzug ohne Datum) bekannt und soll auf die besondere Qualität des Handaufzugswerkes hinweisen.

Soweit mein erster Ansatz zur Beantwortung von Ruuds Fragen.

Gruß
Matthias