Das Interview finde ich abseits dem ganzen 5711-Bohei in mehrerlei Hinsicht interessant.

Zunächst mal finde ich es schade, dass bei TS immer das Argument mit der Knappheit und dem Werterhalt für die Sammler im Vordergrund steht. Sind echte Liebhaber und Sammler wirklich so fokussiert auf das Thema Rendite / Werterhalt oder geht es ihnen nicht vielmehr um die Liebe zur mechanischen Uhr und die Historie von Patek? Ich weiß nicht wie die Big Player allgemein so ticken, aber erstens gibt es weitaus mehr Kunden als nur die großen Sammler und zweitens kann ich mir nicht vorstellen, dass das die dominierenden Themen sind, wonach sie Uhren auswählen und sammeln.

Meiner Meinung nach zeigt sich mit diesem immer wieder vorgebrachten Argument eine sehr verengte Sichtweise auf das Thema. Nämlich Vertrieb, Knappheit, Werterhalt, Rendite.

Viel interessanter fände ich mal was zu den Themen neue Werksentwicklungen (der 324-Einheitsbrei wurde hier ja schon mehrmals kritisiert), Innovationen, allgemeine Modellstrategie abseits der Stahlmodelle, etc. von TS zu lesen. Da fehlt mir einfach ein bisschen die Fokussierung auf das eigentliche und mMn wesentliche Thema, um das es echten Liebhabern doch primär gehen sollte, nämlich die mechanische Uhr in all ihren Facetten, Komplikationen, etc.

Zumindest extern und in Interviews lese ich da so gut wie nie etwas zu. Immer geht es um seine Juweliere / Retailer, Knappheit, Werterhalt, etc. Alles sehr monoton irgendwie in der Außendarstellung.

Des weiteren fand ich die Aussage zum Thema E-Commerce bemerkenswert und dass über den Kanal angeblich ganze 2 (!) Uhren verkauft wurden. Hat mich dann doch sehr überrascht.

Mir ist klar, dass sich die wenigsten eine derart hochpreisige Uhr einfach mal schnell übers Internet bestellen wollen, aber zumindest zu Corona-Zeiten hätte ich da doch mit deutlich höheren Zahlen gerechnet.

Evtl. ist der Onlinevertrieb fürs höherpreisige Luxussegment vorerst tatsächlich keine wirkliche Alternative. Hätte ich so nicht wirklich gedacht.