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    Der 43. Geburtstag - oder - Käpt'n Percy goes YOGA ?!?!? (Vorsicht, sehr lang!) -->

    DISCLAIMER: Ich konnte mal wieder nicht genug bekommen. Vom Schreiben. Nein, es musste raus. Alles. Die Woche meines Geburtstags war eine der verrücktesten, coolsten, schönsten, die ich jemals erlebt habe und insofern gehörte das alles hier genauestens niedergeschrieben. Herausgekommen ist ein Schiffstagebuch, ein Reisebericht, der naturgemäß viel zu lang ist. Nur was für echte Kreuzfahrtfans eben, für solche, die es werden wollen, oder für alle, die ganz gern wissen wollen, was ich eigentlich so die ganze Zeit treibe, wenn ich mal nicht im Forum bin. Also, solltet Ihr die kommende Stunde nix Besseres zu tun haben, Wetter is ja eh ned ganz so geil grad, dann freue ich mich, wenn Ihr mitkommt auf die Mein Schiff 1, auf die Kanaren, mit mir meinen Geburtstag noch einmal virtuell erlebt - und wenn's Euch hier und da mal das ein oder andere Lächeln ins Gesicht treibt, dann freut's mich noch mehr. Dann wäre meine Mission nämlich irgendwie erfüllt.

    So. Dann starten wir mal.......



    Die Mein Schiff 1 in voller Pracht


    Dreiundvierzig Jahre! Meine Güte, Percy - bist du alt. Der letzte Geburtstag, den ich so richtig gefeiert habe, der ist eine ganze Zeit her. Vergangenes Jahr, Ihr erinnert Euch vielleicht, bin ich das erste Mal geflohen. Vor dem Geburtstag, vor der Feierei, den Temperaturen daheim, manche sagen auch, vor mir selbst. Kann gut sein.



    Nicht erschrecken, so sieht man eben aus mit fast 43 Jahren


    Was aber dieses Jahr? Nochmal Kreuzfahrt? Puh, das wäre ja schon irgendwie dekadent. Andererseits – daheim feiern? Daheim. Komisches Wort. Wo ist das überhaupt? Nein, Schiff klingt da eindeutig angenehmer. Nur wohin? Wieder westliches Mittelmeer? Muss nicht sein. Denn das zeigte sich schon im vergangenen Jahr von seiner Mitte November doch eher unangenehmen Seite. Kanaren. Kanaren wären schön. Kanaren mit Madeira.

    Was für ein Zufall: auf genau dieser Route fährt die Mein Schiff 1 in diesem Jahr. Ausgerechnet über meinen Geburtstag. Ausgerechnet die Mein Schiff 1, die ich ja im Frühjahr schon einmal auf Testfahrt begleiten durfte und deren Taufe im Hamburger Hafen ich ebenfalls beiwohnen konnte. Und sowas, das mag jetzt komisch klingen, aber sowas verbindet irgendwie.

    Und wie es der Zufall so will, erhalte ich wenige Wochen vorher eine Einladung auf just diese Reise. Zufall? Zu viele Zufälle, oder? Eher Schicksal also. Na dann muss ich da wohl mit. Hilft ja nüscht.


    Wo Europa auf Afrika trifft: mein Flieger bei Gibraltar


    Flug EW5904 startet pünktlich (man möge es sich bei Eurowings tatsächlich auf der Zunge zergehen lassen!) in Wien und lässt mich in den darauffolgenden vier Stunden traumhafte Ausblicke über der Algarve, Gibraltar und Marokko genießen, ehe wir zum Landeanflug auf Gran Canaria ansetzen.



    Marokko von oben


    Große Freude: auch mein Koffer ist mitgekommen und so erreiche ich nach zwanzig Minuten Busfahrt den Hafen von Las Palmas wo die schöne Mein Schiff 1 bereits mit einigen anderen Kreuzfahrtschiffen wartet.



    Koffer da, Uhr sitzt, kann losgehen


    Die Organisation vor Ort ist einfach nur sensationell. Wartezeit am Check-In Schalter? Vielleicht 30 Sekunden? Die SMS, dass meine Kabine bereits bezugsfertig sei, erhielt ich sogar schon auf der Transferfahrt vom Flughafen. Läuft. Aber sowas von! Unglaublich!



    Die Mein Schiff 1 im Hafen von Las Palmas auf Gran Canaria


    Kurz das Handgepäck in der Kabine abstellen, dann direkt in die X-Lounge, genauer in die X-Bar auf Deck 15. Diese konnte ich bei meinem Abstecher nach Oslo bei 3 Grad und Schneeregen nicht so wirklich testen, daher muss das nun unbedingt und auf der Stelle nachgeholt werden.



    Meine Balkonkabine auf Deck 9


    Meine Güte! Als ob es auf den bisherigen Schiffen nicht sowieso schon genügend Gründe für eine Kabine ab Junior Suite gegeben hätte. Aber diese X-Bar..... Sonnige, große, breite Liegen, schattige Sitzgelegenheiten, perfekter Service, Pommery ohne Ende – keine Frage: so lässt es sich aushalten.



    Pflichttermin: das erste Glas Champagner an der X-Bar


    Also – ich meine natürlich so lässt es sich arbeiten! Denn ich bin ja schließlich nicht zum Spaß hier. Zehn Journalisten und Blogger sind wir auf dieser Reise, zusammengewürfelt aus komplett unterschiedlichen Ecken des Internets und den traditionellen Printmedien.

    Der Stundenplan für diese Woche ist prall gefüllt. Zwei Themenschwerpunkte hat diese Reise: Yoga und Essen. Da das Eine das Andere ja schon vom Prinzip her ausschließt (nein, eigentlich nicht, aber ich lasse das jetzt einfach mal so stehen), muss ich mich notgedrungen für ein Thema entscheiden und da von der X-Lounge aus der Döner näher liegt als die Sportarena..... Ihr wisst’s schon, worauf ich hinaus will.

    Diejenigen, die sich für Yoga entscheiden, erwarten nun sieben Tage lang Sessions bis zum geht nicht mehr. Eigentlich kann man auf dieser speziellen Yoga Reise sich von morgens bis abends diesem Thema widmen. Mit an Bord: gleich fünf Yoga Trainerinnen (oder heißt das Lehrerinnen? Meisterinnen?).

    Doch auch das Thema Essen an Bord ist eines, dem man sich jeden Tag von morgens bis abends hingeben kann. Wer hätt’s gedacht? Meine Recherche beginnt im Bosporus mit einem Döner.



    Mmmmmmmmmm. Der Mein Schiff Döner. Sieht er nicht prächtig aus?


    Dass man den nun auch ganz ungeniert als Döner-Teller mit Messer und Gabel essen kann, das habe ich ja bereits in meinem Erstbericht über die Mein Schiff 1 sehr lobend erwähnt. Meine mitreisenden Kollegen indes wollen mir erstmal nicht glauben, dass das mit dem Werkzeug die bessere Idee ist. Tja. Selber schuld.

    Genüsslich, und zwar gleich im doppelten Sinne, lehne ich mich also zurück und sehe mir an, wie nach und nach immer mehr Salat aus den viel zu weit aufgeschnittenen Fladenbroten meiner Mitreisenden herausfällt. Vorausschauend habe ich schon einmal einen etwas größeren Stapel Servietten mitgebracht. Man ist ja schließlich kein Unmensch.

    Was isst man am besten nach einem Mein Schiff Döner? Richtig! Einen Zweiten! Aber halt, wir sind ja noch am Anfang der Reise und es gibt kulinarisch noch einiges zu entdecken. Also langsam.



    Neues Restaurantkonzept an Bord: die Manufaktur


    Stattdessen lieber ein Eis. Das wird exklusiv von Bruno Gelato für die Mein Schiff Flotte produziert und ist an der Eis Bar gegenüber des Bosporus erhältlich. Ich nehme meinen Becher Schokoladeneis und greife zum – ja zu was denn nun? Ich blicke auf zwei Becher, einer gefüllt mit kleinen Plastiklöffeln, einer mit Holzstäbchen.

    Intuitiv reckt sich meine Hand gen Plastiklöffel doch mit jedem Millimeter, den ich darauf zukomme, werden die Bilder der verschmutzten Ozeane vor meinem geistigen Auge präsenter. Diese Berge von Plastikteilen, die dort herumwabern. Und auch wenn auf so einem Schiff natürlich nix an Abfall im Meer landet, ich auch nicht vorhabe, mich selbst jener Altlast über der Reling zu entledigen, das schlechte Gewissen, es hat mich gepackt. Die Hand schwenkt nach links und greift sich ein Holzstäbchen.



    Dieses Bild hat nichts mit dem ihm umgebenden Text zu tun und dient daher nur der optischen Auflockerung.


    Das Eis ist lecker, keine Frage. Doch mit dem Holzstäbchen habe ich so meine Probleme. Denn es erzeugt in mir den gleichen Würgereflex, wie damals, als mein Kinderarzt meine Mandeln checkte. Geht gar nicht! Schade ums Eis. Also doch Plastiklöffel. „Umweltsau“ höre ich das kleine Engelchen auf meiner Schulter rufen. Geh, lass mir mei Ruh!

    Noch hat man die Wahl, bald allerdings wird sich das ändern, denn TUI Cruises hat ein Plastik-Reduktionsprogramm ins Leben gerufen, deren erste Auswirkungen bereits jetzt sichtbar sind. So werden beispielsweise die Plastik-Rührstäbchen der Longdrinks nach und nach durch solche aus Holz ersetzt, die Frottee-Slipper in der Kabine zukünftig ohne Plastik-Umverpackung bereitgestellt und Plastik-Strohhalme nur noch auf Nachfrage der Gäste ausgegeben. Letzteres funktioniert auf dieser Reise zwar noch nicht so ganz, doch hat man sich das Ziel ja auch bis Ende 2020 gesetzt.

    Selbst wenn ich nun vielleicht nicht der größte Umweltschützer dieser Erde bin, finde ich solche Maßnahmen äußerst begrüßenswert und sinnvoll. Außer vielleicht jene Holzstäbchen, doch notfalls gibt es ja auch noch die ganz normalen Löffel aus Metall.

    Thema Umweltschutz. Wie kam ich denn da jetzt eigentlich genau drauf? Ach so, richtig. Durchs Essen. Nach Döner und Schokoladeneis ist es höchste Zeit für? Nein, nicht Yoga. Jetzt hört doch mal auf! Champagner!! Korrekt!



    Mein Schiff ohne X-Lounge ist wie Kreuzfahrt ohne Champagner: möglich, aber sinnlos


    Also rauf in die X-Lounge und beim Blick auf die vielen hochinteressanten Schiffe im Hafen ein weiteres Glas Pommery trinken. Am Nebentisch: ein junges Paar mit schönen Uhren unseres Lieblingsherstellers. Wie sich herausstellt, sind es tatsächlich Freunde zweier R-L-X’ler hier. Die Welt ist aber auch sowas von klein.

    Bis 19 Uhr kann man die X-Lounge kostenfrei nutzen, danach, zum Abendessen, sind die Getränke kostenpflichtig. An dieser Regelung hat sich auch auf der Mein Schiff 1 nichts geändert. Ansonsten wären die Plätze hier aber wahrscheinlich auch jeden Abend hoffnungslos überfüllt.



    Ventura und Seven Seas Explorer in Las Palmas


    Unsere Agenda allerdings sieht für den ersten Abend etwas anderes vor: den Anckelmannsplatz. Das Buffetrestaurant. Dieses ist zwar hübscher gestaltet als auf Mein Schiff 3-6, ändert aber nichts am Konzept eines Buffetrestaurants. Wer es noch nicht weiß (echt jetzt? Gibt’s da wirklich noch wen?): ich hasse Buffetrestaurants.

    Die Auswahl an jenem Abend ist groß, und doch mag mich nichts davon so wirklich ansprechen. Nach dem sechsten Mal des Umkreisens der Buffets biege ich daher kurz gen Pooldeck ab und komme – mit einem Döner aus dem Bosporus – zurück. Damit kann ich leben. Sehr gut sogar.



    Käse - wäre vielleicht auch eine Alternative gewesen, gibt's aber erst beim großen Käsebuffet


    Nach dem Essen ist vor der Auslaufparty. Halt. Nein. Denkste. Denn vor dem Auslaufen kommt, erfahrene Kreuzfahrer wissen das, richtig: die Seenotrettungsübung! Sieben kurze und ein langer Ton erklingen, dann heißt es Sammelstationen aufsuchen. Meine liegt in der Abtanzbar bzw. dem gegenüberliegenden Casino. Seenotrettungsübung, leidiges Thema. Auch auf der Mein Schiff 1 befinden sich die Rettungswesten nicht auf den Kabinen sondern zentral an den Sammelstationen. Ich finde das Konzept nach wie vor gewöhnungsbedürftig, aber ok, sei es drum. Das Video wird gezeigt, nicht dass es eh die ganze Zeit schon in der Kabine läuft, dann sind wir entlassen und die Massen strömen zum Pooldeck.



    Die Joggingstrecke der Mein Schiff 1. Thematisch grad völlig fehl am Platze aber - wollte sie zumindest mal kurz gezeigt haben. Von unten.


    Nun lernt man ja mit den Reisen dazu und so positioniere ich mich bereits in die Nähe der Ausgangstür. Als die Übung vorbei ist, fühle ich mich ein wenig an alte, längst verdrängte Schulzeiten zurückerinnert. Ich stürme aus dem Gebäude, respektive aus der Bar, taumle den mir gegenüberliegenden Aufzügen entgegen, die Tür öffnet sich, ich bin drin – und eine Minute später bereits an der Überschaubar. Hatte ich schon erwähnt, wie das heute bei mir läuft? Beängstigend fast schon!

    Auslaufparty bei milden Temperaturen, drei lange Töne mit dem Schiffstyphon, dann erklingt die Große Freiheit. Genauer der Sail Away Edit. Die Extended Version. Elf Minuten Vierundzwanzig Gänsehaut pur. ICH LIEBE ES!!!

    Der DJ lässt auf seiner anschließenden Reise durch die 70er, 80er und leider auch 90er Jahre keine Perle aus, und irgendwann kommt dann das, worauf letztlich alle gewartet haben: Atemlos – der berühmte Song der Mein Schiff 3 Taufpatin Helene F.

    Würde ich behaupten, mich bei den Klängen angewidert weggedreht zu haben, ich würde lügen. Im Gegenteil. Schei$$ drauf, Mein Schiff ist nur einmal im Jahr. Ok. Auch ‚ne Lüge. Aber ‚ne Schöne.



    Meeresrauschen. Das neue Album von Helene Fischer. Nein. Doch nicht.


    Die Mein Schiff 1 legt ab, legt kurz darauf nochmal an. Was vergessen? Keine Ahnung. Auch egal. Der DJ wechselt in die Abtanzbar und wir – wechseln mit. Die Abtanzbar. Einer meiner Lieblingsorte am Abend, nur leider auf vielen der bisherigen Reisen oft nur mehr so mittelmäßig besucht. Nicht so heute. Entschuldigt die Worte aber der Laden ist bumsvoll. Die Tanzfläche fast schon überfüllt. Und das am ersten (Anreise-) Tag, an dem die meisten sicher schon um vier Uhr morgens aufgestanden sind. Ich übrigens auch. Wurscht. Denn selbst mit (noch) 42 Lenzen kann man mal 24 Stunden durchmachen. Oder mehr. Ich glaube, bis ich einschlafe, ist es 7 Uhr morgens.



    Damit das Bier in der Abtanzbar niemals ausgeht


    Doof, wenn man sich um 8:30 eigentlich mal Yoga anschauen wollte. Also so rein informativ. Tja. Satz mit X. Das war nix. Stattdessen irgendwann gen späten Vormittag in die X-Lounge. Bisserl arbeiten. Nee jetzt. Wirklich! Ehrlich. Ok, mit nem Glas Champagner geht alles viel leichter von der Hand, also her mit Madame Pommery.

    Dann ruft die Pflicht, respektive das Pflichtprogramm. Essen. Im „Ganz schön Gesund“. Das wartet auf Deck 5 und feierte seine Premiere mit der Mein Schiff 1. Schon der Name weckt in mir so viel Begierde wie die Aussicht auf ein veganes Wiener Schnitzel. Aber gut, wie ich schon ums ein oder andere Mal anmerkte: ich bin hier ja nicht zum Spaß!



    Hummus & Co. im Ganz Schön Gesund


    Mangels Hunger bestelle ich mir ein Steak Sandwich. Und zu meiner großen Überraschung macht das, was da serviert wird, nicht nur optisch ordentlich was her, sondern ist auch geschmacklich äußerst fein. Gut, wäre das Brot geröstet und das Fleisch ein wenig warm hätte es zu 100% meinen Geschmack getroffen aber auch so – nein, da kann ich echt nicht klagen. Da bin ich tatsächlich angetan. Auch die Speisen meiner Mitreisenden sehen allesamt großartig aus.



    Mein Steak Sandwich. So lass ich mir gesundes Essen einreden.


    Die Getränkekarte hält neben der normalen All-Inclusive Selektion noch Dinge wie aromatisierte Wasser und spezielle Tees bereit. Ganz schön gesund, das zieht sich hier definitiv als ein roter Faden durch, heißt aber nicht, dass man auf irgendwas verzichten müsste.

    Doch. In unserem Fall auf den Nachtisch. Den lassen wir aus, denn Nicco Mayer wartet. Der Küchenchef der Mein Schiff 1 kommt aus Österreich und nimmt uns mit in die heiligen Hallen eines Kreuzfahrtschiffs, die Küche. Außerhalb der Hauptessenszeiten geht es hier eher ruhig zu, lediglich die Patissiers sind gerade dabei, jede Menge süßer Schweinereien zu produzieren.



    Hauptsache Schoko!


    Nebenan wird Brot gebacken. Mit Ausnahme des Laugengebäcks entstehen alle Backwaren an Bord. Absolutes Highlight bei den Gästen: das Artisan Brot. Nicco Mayer beeindruckt uns ein wenig mit den Zahlen, Daten, Fakten, was so alles in einer Woche Kreuzfahrt auf den Tellern, respektive in den Mägen der Gäste landet. Da ist es nur konsequent, dass die Mein Schiff 1 neben einer sensationellen Jogging-Strecke auch die größte Sportarena der Flotte bietet.



    In der Mein Schiff Bäckerei


    A propos. Kaum raus aus der Küche wartet schon der nächste Programmpunkt. Es geht zum Yoga, eben in jene Sport-Arena. Im Fall der Mein Schiff 1 würde ich diese mal als Turnhalle bezeichnen, obgleich natürlich viel viel cooler als das, was man noch aus Schulzeiten kennt. „Es geht zum Yoga“ entspricht indes nicht ganz der Wahrheit. Es geht zum Shooting mit der Yoga-Crew dieser Reise.



    Mein erster Yoga Termin an Bord. Also - naja - so halb zumindest. Also, ich meine, immerhin war ich da.


    Als das eigentliche Training anfängt, muss ich aber leider, leider schon wieder weiter zum nächsten Termin. Zu dumm, aber das Allergikertreffen wartet. Also auf zum Steak House Surf & Turf im Diamanten auf Deck 5.

    Dort bin ich dann allerdings – mutterseelenalleine. Entweder, es gibt auf dieser Reise keine Allergiker (unwahrscheinlich) oder ich habe mich in der Uhrzeit oder gar im Datum geirrt (durchaus wahrscheinlich). Gut, zurück zum Yoga geht jetzt ja leider auch nicht mehr (zu Schade), was bleibt, ist somit nur die X-Lounge.



    Beweisbild: ICH war wirklich da, beim Allergikertreffen.


    Also Laptop aus der Kabine holen (Arbeit!) und bei einem Glas Pommery die ersten Bilder sichten. Rund zwei Stunden kann ich so in Ruhe arbeiten, theoretisch, praktisch ist der Akku nach anderthalb Stunden leer aber da kann ich ja nun wirklich nichts dafür.



    Kleines Bier-Tastingbrett im Ebbe & Flut


    Als Nächstes auf der Liste: das Ebbe & Flut. Das hatte ich bei meinem Kurztrip damals nur mehr durch Zufall entdeckt, denn es liegt dort, wo man, kennt man Mein Schiff 3-6, definitiv kein Restaurant erwarten würde: mitten in der Shopping Area zwischen TUI-Bar und Lumas-Bar.



    Meine Ultraman - perfekt bei Ebbe und bei Flut


    Das Konzept: zu den hier erhältlichen, zuzahlungspflichtigen Bieren gibt es kleine, deftige Snacks kostenlos serviert. Herzhafte Scones mit Schinken, Fish & Chips, Solyanka und einiges mehr werden uns zum Testen aufgetischt, dazu kann man sich auch eine Auswahl von 5 verschiedenen Bieren in jeweils 0,1 Liter Größe servieren lassen. Am Abend lässt ein Musiker der Crew noch ein wenig Pub-Stimmung aufkommen. Ein nettes Konzept, diese Bier Bar, die aber ob der Lage doch oft ein wenig leer wirkt.



    Deftiges "Fingerfood" zu leckerem Bier


    Feierabend. Fast. Kurz in der Abtanzbar vorbeischauen und prüfen, ob das mit den vielen Partymenschen gestern keine Ausnahme war. Wohl nicht, denn die Tanzfläche ist fast genauso voll. Dann auf einmal kommen die Lichter von Madeira in Sicht. Wir sind schon da. Faszinierend. Heute geh‘ ich aber definitiv nicht mehr von Bord. Endlich mal schlafen ist angesagt!

    Am nächsten Morgen / Vormittag geht’s zum kleinen Frühstück in die – korrekt! X-Lounge. Hier sitzt und speist es sich einfach am gemütlichsten und außerdem gibt’s, nein, um die Uhrzeit für mich noch keinen Champagner. Tee ist angesagt.



    Der Autor dieses bescheidenen Werkes in seinem Midlife-Crisis-Hemd


    Madeira. Die Blumeninsel. Echt, jedem der noch nicht da war, sei ein Ausflug ans Herz gelegt. Wirklich traumhaft, insbesondere vor Weihnachten, wenn die ganze Stadt einer überdimensionierten Krippe gleicht.

    Dafür sind wir diesmal allerdings noch etwas zu früh dran, wie sich beim nun folgenden Spaziergang in die Innenstadt von Funchal zeigt. Vorbei am Cristiano Ronaldo Museum, dem Cristiano Ronaldo Hotel, der Cristiano Ronaldo Statue geht es zum Mercado dos Lavradores, der großen Markthalle.



    CR7 ist überall. Auch vor der AIDAstella.


    Hier kann man die exotischsten Früchte sehen und probieren, ein paar Meter weiter werden gerade die heutigen Ladungen Fisch für den Verkauf vorbereitet. Nix für schwache Nerven aber durchaus spannend zu beobachten.



    Attraktion, nicht nur für Touristen: der Fischmarkt


    Durch den Stadtkern laufen wir zurück in Richtung Jardim Municipal, dem kleinen Park im Zentrum. An der Ecke davor: David Rosas, der örtliche Rolex Konzessionär. Und nein, selbst im fernen Funchal liegt außer zweier Yacht-Master kein Stahl-Sportmodell in der Auslage.

    Schräg gegenüber: The Ritz Madeira. Ein Restaurant, auf dessen Balkon im Kolonialstil man mit Blick über den Park allerlei spannende Gerichte genießen kann. Die Karte ist klar auf Touristen ausgelegt, uns mit den Süßkartoffelpommes mit Bacon und Käse zu locken ist da heute natürlich eine ähnliche Herausforderung wie Fische aus dem Eimer zu angeln.



    Kein Kommentar. Nee. Echt nicht.


    Was für ein verabscheuungswürdig geiles Gericht! Mit zwei Lagen Käse kann man dem schlechten Gewissen nur dadurch entkommen, dass man teilt. Eine Portion für fünf Personen, und schon hat man noch Platz für ein Glas vom super leckeren, portugiesischen Super Bock Bier.

    Abtrainiert werden die ganzen Köstlichkeiten anschließend beim Spaziergang zurück zum Schiff, sowie beim nun folgenden Aerial Yoga. Also – für die anderen. Ich kann leider nicht mitmachen, dafür wartet einfach zu viel Arbeit in der X-Lounge.



    Auf einen weiteren schweren Arbeitstag


    Außerdem muss ich mich mental auf die bevorstehenden Aufgaben des Abends vorbereiten. Der Pasta Workshop steht schließlich an. Durch ihn führt Sous Chef Hosam El Nemer. Auch er kommt aus Österreich. Wie so ziemlich jeder übrigens, der auf der Mein Schiff 1 im Bereich Gastronomie und Hotellerie etwas zu sagen hat.



    Der Sous Chef macht's vor


    Der Pasta Workshop findet in der Manufaktur statt. Diese befindet sich im Diamanten an der Stelle, wo auf Mein Schiff 5 und 6 noch das geliebte Schmankerl zu finden war. Unter Anleitung des Sous Chef mache ich mich daran, den ersten Nudelteig meines Lebens zuzubereiten. Zu meinem Erstaunen gelingt mir das gar nicht mal schlecht. Das mehrfache Ausrollen mit der Nudelmaschine überlasse ich dann allerdings meiner Kollegin. Schließlich ist sie Food-Bloggerin und weiß, was zu tun ist.



    Mimimi. Trau' mich nich....


    Selbstredend sind unsere Ravioli die besten, schönsten und gleichmäßigsten aller fünf Zweierteams dieses Abends. Hätte wirklich jemand etwas anderes erwartet? Eben.



    Die schönsten Ravioli von allen. Punkt.


    Die paar Ravioli allerdings reichen mir maximal als Vorspeise. Hätte ich die Bacon-Cheese-Fries im Ritz heute Mittag mal lieber alleine gegessen. Nur gut, dass die Karte der Manufaktur noch einiges Andere zu bieten hat.

    Wie üblich im Diamanten, sind Speisen wie Getränke zuzahlungspflichtig. Geändert haben sich seit meinem Erstbesuch im April allerdings die Portionsgrößen. Die Pizza zum Beispiel ist nun gut doppelt so groß und auch die das Risotto garnierende Hummerportion ist – gigantisch. Hier hat man ordentlich nachgebessert.



    Share a Pizza


    Ein wenig beeilen müssen wir uns, denn um 21:30 beginnt die große Pool Party, traditionell eines der Highlights einer jenen Reise. Die Playlist des DJ scheint in weiten Teilen der zwei Tage zuvor gehörten zu gleichen, doch ist das nicht schlimm. Mal tanzen die einen Gäste, mal gibt es für die anderen kein Halten mehr, letztlich kommt so aber jeder auf seine Kosten. Die Stimmung ist extrem gut, das Pooldeck prall gefüllt, die Temperaturen, nein, nicht gerade karibisch aber durchaus auszuhalten.

    Nach der Pool Party wartet die große Disco Nacht in der Abtanzbar die – unglaublich aber wahr – schon wieder brutal gefüllt ist. Meine Güte, was sind denn auf dieser Reise nur für Party People unterwegs? Bekommen die denn nie genug? Scheinbar nicht. Ich ja auch nicht. Und so ist auch die kommende Nacht nur bedingt erholsam.



    Noch Fragen? Eben.


    Der Blick aus der Balkontür am darauffolgenden Morgen, er wirft Fragen auf. Sind das noch Sehtrübungen der vergangenen Nacht? Oder ist das wirklich so grau da draußen? Auch nach Anlegen der Kontaktlinsen ändert sich nichts an der ausbleibenden Fernsicht, mehr noch, der Griff ans Balkongeländer offenbart die traurige Realität: ja, es regnet.



    Work, work, work, work, work, work.....


    Schade, denn die Mein Schiff 1 liegt noch bis zum frühen Nachmittag in Madeira, somit wäre noch Zeit für einen Ausflug gewesen. Halt! Wäre es nicht. Denn um 11:00 Uhr wartet erneut Nicco Mayer auf uns. Es geht hinunter auf Deck 2 und Deck 1. In die Provision Area. Den Teil des Schiffes also, in dem die ganzen Vorräte lagern.



    Nicco Mayer mit meinem Endgegner


    Auch wenn schon etliche Male gesehen, gehört diese Tour doch immer wieder zu meinen ganz persönlichen Highlights und ist jedes Mal aufs Neue spannend. Die Mengen an Nahrungsmitteln, die hier zu sehen sind, sind einfach nur unglaublich. Die meisten Lebensmittel kommen dabei per Container aus Deutschland. Logistisch ist es somit eine große Herausforderung, alles so zu planen, dass nichts ausgeht auf einer Reise. Denn einfach mal so in den lokalen Supermarkt oder auf den örtlichen Markt gehen und für zweitausendfünfhundert Passagiere einkaufen geht halt nicht wirklich.



    Frisches Gemüse


    Auf den Kanarentouren erfolgt die Belieferung zu einem Teil auf Gran Canaria, zu einem Weiteren auf Teneriffa. Ein wenig Sorge bereitet mir der Vorrat an Dom Pérignon, aufatmen allerdings kann ich bei den Paletten an Pommery. Zumindest der sollte uns nicht ausgehen.



    Meine typische "Influencer" Pose....



    ... und wie absolut verstörend dies auf mein Umfeld wirken muss


    Guten Gewissens ordere ich somit ein Glas beim anschließenden Auslaufen aus Madeira, wessen ich erneut in der X-Bar beiwohne. Trotz feinen Regens ist die Stimmung wieder großartig, erneut besingen James Last und der Graf elf Minuten vierundzwanzig die Große Freiheit und unsere Mein Schiff 1 gleitet vorbei an der Norwegian Epic.



    Jede Menge Erinnerungen: Hallo, Norwegian Epic!


    Für mich ein besonderer Moment, denn auch auf der Epic verbrachte ich ja schon verdammt schöne Zeiten, damals, als Kreuzfahren noch Urlaub war. Und nicht Arbeit. A propos. Der nächste Programmpunkt wartet schon. Nein, nicht Yin Yoga, das habe ich heute mal ausgelassen, mehr so Gin Yoga ist angesagt. Oder besser: ein Gin Workshop.



    Orangen- und Limettenzeste


    Ein Gin Tasting ist immer ganz lustig, kann aber irgendwie jeder. Ein Gin Workshop allerdings, der ist was für wahre Spezialisten. Wie mich. Nein, eigentlich bin ich ja eher der Wodka Mensch aber auch als solcher wird’s in der kommenden Stunde mehr als interessant.



    Schwarzer Pfeffer, Kardamom und Lorbeerblätter (?)


    Denn vor mir am Platz steht eine Karaffe mit - Wodka. Daneben allerhand Zutaten, allem voran natürlich Wacholderbeeren. Was sonst? Unter fachkundiger Anleitung – und nach einem kleinen Abstecher in die Welt des perfekten Negroni (keine Ahnung wie wir jetzt auf das Thema kamen) – bastelt nun jeder von uns an seinem eigenen, ganz persönlichen Gin. Mal ganz weihnachtlich mit Zimt, Süßholz und Kardamom, mal fruchtig mit ein wenig Grapefruit-Zeste, Cranberry und Koriander.



    Gin Workshop auf der Mein Schiff 1


    Alles nix für mich. Der Luxify Gin, der muss ein wenig mehr Power haben. Zu den Wacholderbeeren kommt in erster Linie einmal Rosmarin. Viel Rosmarin. Daneben entscheide ich mich für zerstoßene Koriandersamen, Orangen-Zeste für die Fruchtnote und – Chili. Alles ins im Voraus natürlich unter wissenschaftlichen Aspekten genauestens berechnete Mischverhältnis gesetzt, rein in den Wodka und ein wenig rühren.



    Der One&Only Luxify Gin entsteht


    Dann heißt es warten. Drei Tage darf mein Gin nun in meiner Kabine ziehen. Derweil begeben wir uns erst einmal weiter zum nächsten Punkt auf der heutigen Agenda: dem Abendessen.



    Before Sunset


    Für dieses besuchen wir diesmal den Fischmarkt. Das Fischrestaurant, auf den bisherigen Mein Schiff Einheiten noch als „Gosch“ bekannt, befindet sich im Anschluss an den Anckelmannsplatz. Unser Tisch: ganz hinten mit Blick aufs Meer. Und wie schön es hier schwankt. Der Schwell, wie es Kapitän Tom erklärt, erwischt uns von Norden, trifft die Mein Schiff 1 somit von schräg hinten. Nicht die angenehmste Position für empfindliche Mägen, weswegen der Kapitän eine zusätzliche Maschine anwirft um so etwas schneller den vier bis fünf Meter hohen Wellen zu entkommen.

    Ob es daran liegt, dass heute im Fischmarkt nicht so viel los ist oder eher an der Tatsache, dass wir erst relativ spät hierher kommen (ich vernahm ganz entfernt, es sei zuvor noch ein Faszien Yoga Kurs anberaumt worden), ich weiß es nicht. Ist aber auch nicht schlimm.



    After Sunset


    Von der Karte, die sowohl aus All-Inclusive als auch zuzahlungspflichtigen Speisen besteht, entscheiden sich die meisten von uns für eine große Auswahl an (aufpreispflichtigem) Sushi. Geschätzt 40 bis 50 Einzelportionen Sushi gleichzeitig, das ist eine Bestellung, mit der man hier wohl nicht ganz so oft konfrontiert wird. Mit leichtem Mitleid beobachte ich das mit zunehmender Wartezeit immer gestresster wirkende Serviceteam, welches uns gerne etwas zu Essen servieren würde, letztlich aber auf die beiden Sushi Meister warten muss die sich in ihrer Arbeit sichtlich einmal sowas von überhaupt nicht unter Druck setzen lassen.



    Keine Experimente: Lachs-Nigiri...


    Nach einer knappen Stunde Küchen-Meditation ist es dann endlich soweit. Das Sushi kommt auf den Tisch und schon beim ersten Bissen wird klar: das Warten hat sich gelohnt. Sehr gute Nigiri, Maki und Sashimi, dazu die bekannten Rolls und in meinem Fall ultraknusprige Tempura-Garnelen, einfach herrlich. Die gewählten Hauptgänge, allesamt Teil des Premium All-Inclusive kommen da leider nicht ganz so heran, zumal es schade ist, dass die vier Portionen Thunfischsteak meiner Tischnachbarn alle unterschiedliche Garpunkte aufweisen. Bereits bei meinem Erstbesuch im April ein Thema, kann man hier also noch einiges optimieren.



    ... und Tempura-Garnelen


    Auf der anderen Seite, so wenig, wie es an Bord bislang zu kritisieren gab, ist man ja froh, überhaupt mal etwas zu finden. Soll ja schließlich kein Fanboy Tagebuch werden. Gar nicht mal so einfach übrigens.

    Nein, im heutigen Abend ist irgendwie komplett der Wurm drin. Durch das bereits geschlossene Buffetrestaurant geht es zur Schaubar. Hier soll es Negroni geben, hieß es. Stimmt aber nicht. Enttäuschung macht sich breit, einen freien Tisch gibt’s auch nicht. Weiter über die Diamantbar in die Abtanzbar, aber auch hier herrscht heute tote Hose. Liegt wahrscheinlich am Seegang. Nachdem sich unsere Gruppe über die letzten drei Stationen getreu der zehn kleinen Jägermeister auch noch immer weiter dezimiert hat, entscheide ich mich, ebenfalls etwas früher schlafen zu gehen. Irgendwie nicht mein Abend, andererseits besser heute als morgen!



    Wieder mal ein Bild zur Auflockerung. Aber ein Schönes.


    Die Nacht allerdings ist großartig. Der Seegang wiegt mich äußerst sanft in den Schlaf, dazu das Rauschen der Wellen – ein Traum. Warum ich das höre? Ich habe die Balkontür einen Spalt offen gelassen. Das soll man zwar nicht, da etwaig unachtsam über Bord geworfene Zigarettenstummel hineingeweht werden könnten, Stichwort Brandgefahr, aber ich bin mir sicher, Ihr behaltet das für Euch. Bitte! Ok?

    Gut. Tag 5 der Reise und ein sonniges La Palma wartet. Ein neuer Tag – und einer mit ordentlich viel Programm auf dem Zettel. Los geht es bereits um 11 Uhr im Steakhouse Surf & Turf mit einer Fleischverkostung.



    Ihr dürft Euch alle als gegrillt betrachten!


    Unser bereits vom Pasta-Workshop bekannte Sous Chef begleitet heute mit vielen Infos die Verkostung. Los geht es mit einem Hüftsteak vom Pommern-Rind. Es handelt sich hierbei um Fleisch von einem Hof in Mecklenburg-Vorpommern, das in den großen Dry Aged Schränken vor sich hin reift. Sowohl Geschmack wie auch Konsistenz sind ein Erlebnis.



    Mmmmm. Fleisch!


    Das Fleisch kann, wer mag, zusammen mit den vier verschiedene Salzarten testen, die auf dem Tisch zur Wahl stehen. Zweiter Gang ist ein sensationelles Filet vom florentinischen Chianina-Rind, gefolgt von einem Karree vom Donald Russel Lamm.

    Ein weiterer Höhepunkt ist natürlich das Wagyu. An Bord wird allerdings kein Filet serviert sondern das Rib-Eye. So oder so jedes Mal ein echtes Erlebnis. Gang Nummer Fünf, das Iberico-Schwein, schafft es nur noch kurz auf den Teller, denn – der Kapitän wartet!



    Endspurt!


    Und den Kapitän, den lässt man verdammt nochmal nicht warten! Es ist Zeit für die Brückenbesichtigung. Also einmal die komplette Schiffslänge nach Vorne und dabei von Deck 12 zu Deck 10 gewechselt.



    Brücke der Mein Schiff 1 und Blick auf das Crew-Deck


    Kapitän der Mein Schiff 1 ist Thomas Roth. Der 48-jährige kommt – nein – ausnahmsweise mal nicht aus Österreich, sondern aus der Schweiz. Auch das nicht so ganz die typischste Seefahrernation. Seit 20 Jahren fährt er zur See, nach seinen Anfängen auf der Lili Marleen und anschließenden Jahren auf dem Traumschiff MS Deutschland, wechselte er zu Royal Caribbean und kommandiert nun die Schiffe der Wohlfühlflotte.



    Virtueller Möchtegern-Traumschiff-Käpt'n Percy trifft auf echten Traumschiff-Kapitän Tom. 1:0 für Captain Tom beim Outfit...


    Er zeigt uns, wie der Schiffscomputer permanent die Sicherheitslage des Schiffes neu bewertet und kommuniziert, er erzählt uns von den Testfahrten und von den Schwierigkeiten der Anlegemanöver bei starkem Wind. Brückenbesichtigungen habe ich schon viele mitgemacht, so informativ wie diesmal war allerdings noch keine.



    Auf der Nock


    Dass ein Kapitän so offen gegenüber Pressevertretern spricht, ist selten. Thomas Roth nimmt sich extra viel Zeit für uns, beantwortet wirklich jede Frage geduldig und lässt sich anschließend von mir auch noch zu einem spontanen Wristshot überreden. Uhrenfans unter sich? Es hat zumindest den Anschein.



    ... 2:0 für Captain Tom bei der Uhrenwahl. Menno!


    Nach der Brückenbesichtigung ist etwas Zeit zur Eigenrecherche, wie es heißt. Zum Beispiel bezüglich einer Session Dynamic Yoga in der Arena. Aber ich glaube, die lasse ich heute mal aus. Döner im Bosporus? Ehrlich gesagt auch weniger, denn ich bin noch immer verdammt gesättigt von der morgendlichen Steak Verkostung.

    Auf die muss ich an dieser Stelle noch einmal kurz zurückkommen. Schon einmal hatte ich so etwas mitgemacht, es muss vor zwei Jahren auf der Mein Schiff 5 gewesen sein, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Damals gab es jeweils kleine Häppchen von jeder Fleischsorte. Vielleicht zwei, drei Bissen. Diesmal allerdings war das anders. Alle fünf Fleischproben brachten es zusammen sicherlich auf 300 oder gar 400 Gramm. Ein echtes Mittagessen also. Damit ist die Fleischverkostung noch ein Stück empfehlenswerter geworden als sie das ohnehin schon war.



    Wein zum Steak? Kein Problem....


    Nein, bis zum Abendessen brauche ich heute definitiv nichts mehr. Außer vielleicht – ja. So ein Glas Champagner. Das wäre doch jetzt mal eine Maßnahme. Und da wir heute schon Tag 5 der Reise haben und ich noch nicht eine Sekunde Sonne getankt habe, werfe ich mich in eine meiner diesmal tatsächlich nur drei mitgebrachten Vilebrequin Badehosen und lege mich (natürlich mit Laptop, man muss ja schließlich was arbeiten) auf eine der Sonnenliegen des X-Bar Bereichs. Die bereitgestellten Beistelltische haben die perfekte Größe für ein 15“ MacBook und so lässt es sich tatsächlich recht entspannt tippen.



    Ist das alles wieder anstrengend, heute.


    Nach noch nicht einmal einer Stunde allerdings verabschiedet sich die Sonne dann auch schon wieder hinterm Berg. Doof irgendwie, zumindest die Sonnencreme aber habe ich nicht ganz umsonst mit an Bord geschleppt. Kurz auf die Kabine, umziehen. Gut übrigens, dass diese so nah am vorderen Treppenhaus liegt. Das spart jede Menge Wege. Um 18 Uhr dann legt Mein Schiff 1 ab und macht sich auf den Weg gen Teneriffa. Was folgt sind erneute 11:24 Minuten Gänsehaut, stilecht begangen mit einem Glas Pommery. Manchmal bilde ich mir ein, X-Lounge-Gäste an Bord schnell durch ihren dieses Stück entspannteren, glücklicheren Gesichtsausdruck ausmachen zu können. Brüder, kommt schnell, ich trinke Sterne. Es kommt halt nicht von ungefähr.



    Der Mönch, der einst die Sterne sah


    Nach einer Session Atemmeditation und Tiefenentspannung (die hätte ich eigentlich nun aber wirklich mal mitmachen können, andererseits fühle ich mich auch so grad absolut tiefenentspannt) ist es Zeit für das Abendessen. Dieses nehmen wir, ganz stilvoll, im Atlantik Restaurant auf Deck 3 ein. Zur Wahl stehen wie üblich ein paar Klassiker, die immer fester Bestandteil der Karte sind, hinzu kommt das täglich wechselnde Menü, ein vegetarisches Menü, sowie das Ganz schön gesund Menü. Die einzelnen Gänge kann man auch untereinander kombinieren und durch aufpreispflichtige Speisen ergänzen. Und wer ganz lieb fragt, der bekommt auch noch die Karte des ein Deck höher gelegenen Atlantik Mediterran gereicht und kann so auf die dortigen Nudelgerichte zugreifen.



    Tagliatelle Gorgonzola in der Vorspeisen- / Zwischengang-Größe


    Wie immer sind die Portionsgrößen im Atlantik so gewählt, dass man ohne Probleme seine fünf, sechs Gänge genießen kann, selbst wenn man schon zuvor am Bosporus zugeschlagen hat. Ich belasse es heute dennoch nur bei drei Gängen die allesamt sehr schön präsentiert auf meinem Teller landen.

    Den Nachtisch lassen heute die meisten Gäste aus. Grund ist die Dessertparty mit DJ Rob. DJ Rob, das ist jener Pseudo Roboter-DJ, der im Diamanten allenfalls für lustige Selfies taugt. Denn auflegen kann er nicht. Nur so tun als ob. Spielt heute allerdings auch keine Rolle, denn alle Gäste haben nur das Süßspeisenbuffet im Auge. „Aber bitte mit Sahne“ legt DJ Rob dazu auf, respektive nicht er, sondern wer anders, aber so klingt es halt aus den Lautsprechern als die diversen Kuchenstückchen auf die Teller wandern. Ach Mensch, hätt‘ ich doch nur noch zumindest ein kleines bisschen Hunger.....



    Ungefähr ein Hundertstel Dessertparty auf einem Bild


    Ein Blick auf die Uhr: es ist halb Elf. Zeit für die Abtanzbar. Der DJ, die Tage nicht immer mit der allerbesten Laune bedacht, ist heute richtig gut drauf, die Stimmung auf der, und rund um die Tanzfläche prächtig. 23 Uhr. Eigentlich wäre jetzt bereits der große Tag da, durch die andere Zeitzone hier auf den Kanaren verlängere ich aber mein altes Lebensjahr noch um eine weitere Stunde.



    Champagner!!!


    Kurz vor Mitternacht dann ist es soweit: eine Flasche Pommery schwebt herbei, zusammen mit jeder Menge Gläsern denn fast alle meiner lieben Reisegruppe haben bis hier hin durchgehalten. Dann kommt das Unweigerliche. Der DJ legt Stevie Wonders All Time Favorite „Happy Birthday to you“ auf und es wird – gefeiert!! Herrlich! Ok, dass mich der DJ dann auf die Bühne holt, hätte jetzt nicht unbedingt sein müssen, dass er mich als „die Percy“ (sic!) herbeiruft noch weniger und die Vorstellung vor der versammelten Gästeschar als „Blogger“ – ach was soll’s. Alles egal, Hauptsache zusammen.

    Irgendwie will ich kurz vor Eins ins Bett, doch finde ich mich drei Stunden später noch immer in der Disco und anschließend bei einer Currywurst im Tag & Nacht wieder. Also Currywurst für die Anderen. Ich schaue nur zu, denn ich bin noch immer komplett satt. Verdammt, was ist das nur für ein anstrengender Urlaub – äh – Arbeitstrip dieses Mal? Geht ja gar nicht!



    So, das erste Bild mit 43. Wo bitte geht's zum Friseur?


    Jetzt aber wirklich ab ins Bett! Denn ich muss früh raus am nächsten Morgen. Mein Schiff 1 macht im Hafen von Santa Cruz de Tenerife fest und ich habe eine Verabredung. Mit niemandem geringeren als dem Buchfuchs himself! Und den lässt man ebenso wenig warten wie den Kapitän. Versteht sich von selbst.



    Yeeeeha! Der Buchfuchs hat das Kaltgetränk!


    Ach, es ist schon genial. Hier in Santa Cruz im Hafen regnet es, doch im Süden der Insel ist strahlendster Sonnenschein. Wie gut, dass ich diesen Tag in Playa Paraiso verbringen kann, das heute einmal mehr seinem Namen alle Ehre macht. Ein Traumtag, dieser Geburtstag.



    Playa Paraiso. Einfach paradiesisch.


    Einer, der dann aber doch noch einmal etwas stressig wird, denn der Rückweg in den Norden gestaltet sich ob eines Staus vor Las Americas deutlich länger als gedacht. Als ich an der Mein Schiff 1 ankomme, sind bereits die Zelte abgebaut, zehn Minuten vor der „Alle Mann an Bord“ Zeit betrete ich das Schiff. Glück gehabt!



    Erreicht das Schiff mit Müh und Not. Aber Zeit für ein Foto muss sein.


    Das Auslaufen wird standesgemäß bei einem Glas Pommery an der X-Bar zelebriert. 11:24 Minuten – Ihr wisst’s eh schon. Wun-der-schön! So ganz auskosten kann ich das heute allerdings nicht, denn der nächste Termin wartet. Nein, nicht Yoga, welch wahnsinnige Vorstellung! An meinem Geburtstag! Nee, echt nicht. Es geht zum Barber Shop. Der befindet sich auf Deck 5 gegenüber dem Friseursalon. Einmal Nassrasur plus Haareschneiden ist angesagt. Das dauert eine gute Stunde und ist einfach nur herrlich entspannend.

    Gut, auf die Aussage meiner Barbiermeisterin (oder wie das genau heißt), sie habe des Nachts den Traum gehabt, sie würde jemandem die Kehle durchschneiden, hätte ich verzichten könne, insbesondere VOR der Rasur, aber egal, sie macht das alles ziemlich gut und das Vertrauen ist schnell wieder hergestellt.



    Jetzt bloß keine falsche Bewegung


    Frisch rasiert und hübsch frisiert, manche würden auch sagen als neuer Mensch mit nunmehr 43 Jahren, mache ich mich auf den Weg zum Atlantik Mediterran. Es gibt Essen. Schon wieder. Was für ein Stress.

    Der für den Tisch zuständige Kellner scheint genervt ob meiner verspäteten Ankunft und ist auch sonst alles andere als charmant. Äußerst ungewöhnlich für so ein Wohlfühlschiff. Doch das, was nach dem Hauptgang passiert, macht ALLES wieder wett. Von der Ferne vernehme ich ein leises Rasseln, dann ein Kuhglockenläuten. Irgendwann kommt es näher und ehe ich realisiere, was hier grad passiert, steht bereits die gesamte Küchencrew bis hin zum Chefkoch um mich herum. Im Schlepptau: eine Geburtstagstorte die, wie sich alsbald herausstellt, meine lieben Mitreisenden tagsüber in der Küche höchstselbst angefertigt haben.



    Wie geil ist das denn???? Geburtstagstorte mit echtem Goldstaub, Krönchen, Krone und - Erdbeeren


    Welche Optik man sich dafür überlegte – selbsterklärend. Ich weiß gar nicht, was mich grad mehr rührt. Die Torte? Die süße, riesige Geburtstagskarte dazu? Oder die singenden Crewmitglieder? Alles in allem sicher einer der emotionalsten Geburtstagsmomente der letzten dreiundvierzig Jahre. Wow! Damit hatte ich – echt – nicht gerechnet!



    Geburtstagsüberraschung geglückt!


    Nach einem kurzen Zwischenstopp in der TUI Bar geht der Geburtstagsabend an der Lumas Bar mit dem obligatorischen Mein Schiff Shanty Chor weiter. Zu behaupten, dass die Crew nur zu meinen Ehren singt, wäre zwar vermessen, der Gedanke gefällt mir aber dennoch ganz gut.

    Die Abtanzbar lasse ich heute mal aus. Zu ereignisreich war der Tag, zu kurz die letzte Nacht, respektive die letzten Nächte. Schlafen ist angesagt.



    Die Mein Schiff 1 legt auf Fuerteventura an. Wie ich das Bild machen konnte, das bleibt jetzt mal mein Geheimnis


    Und geschlafen wird lange. Sehr lange. Denn heute, an Tag 7 der Reise, hat es ausnahmsweise mal keine Termine am Vormittag. Ok, doch. Yoga Move. Aber – kann ich heute auch ganz gut ohne leben. Stattdessen noch ein bisserl im Bett liegen und der klassischen Musik lauschen, die vom kleinen Strand nebenan herüberweht. Wir sind auf Fuerteventura und Puerto del Rosario ein zumindest vom Schiff aus betrachtet recht idyllisches Örtchen.



    Puerto del Rosario, von der Kabine aus gesehen


    Von Bord gehe ich dennoch nicht. Zuviel zu tun. Also mit dem Laptop rauf zur X-Bar, bisserl Bilder sichten, an den kommenden Blogposts feilen und schauen, ob das Forum noch steht. Wie durch ein Wunder habe ich binnen zwei Minuten auch schon wieder ein volles Glas Champagner vor mir stehen. Ein extravolles Glas. Na gut, bevor ich mich schlagen lasse...



    Wieder mal Überstunden machen. Auch noch am Wochenende!


    Die Zeit verfliegt. Das tut sie immer am letzten Tag einer solchen Reise. Und ehe ich mich versehe, stehen auch schon die Reste des Geburtstagskuchens vor mir. Den haben sie extra hier heraufgebracht und alle Umstehenden bekommen ein Stück ab. Ehrensache.

    Dann muss ich los. Zu meinem nächsten Termin. Es geht um Spirituosen an Bord. Na wie passend. Leicht beschwingt treffe ich Barmanger Kurt Jandl. Er ist gebürtiger – richtig – Österreicher und zeigt mir, was für schöne Premium Sachen sie so an Bord haben. In der Casino Bar, in der Diamant Bar und in der Hohen Luft Bar. Letztere löst auf Mein Schiff 1 die bisherige Champagnerbar ab.



    All time favorite: Dom Pérignon


    An Champagner hat man hier einiges zu bieten. Und das zu durchaus humanen Preisen. So kostet die Flasche Pommery (interessant insbesondere für alle, die ohne X-Lounge Ticket unterwegs sind) gerade einmal 49,50 Euro, die Magnumflasche ist sogar schon für 94 Euro zu haben. Wer es gerne noch größer mag: die Jeroboam kostet konkurrenzlos günstige 178 Euro.



    Darf's ein bisserl mehr sein?


    Auch die 3 Liter Flasche Moët ist mit gerade einmal 240 Euro äußerst fair bepreist. Dom Pérignon und Roederer Cristal schlagen mit 158,50 Euro zu Buche, auch das ein mehr als respektabler Preis. Daneben im Angebot: Philippe Gonet und Egly-Ouriet.



    Exoten in der Champagnerkarte


    Noch einmal führt mich mein Weg hinab in den Bauch des Schiffes. Von Deck 15 geht es hinunter auf Deck 1, erneut in die Provision. Hier lagern die Kostbarkeiten wie besondere Rums, Cognacs, Obstbrände, Grappa oder Whiskey. Sie alle lassen sich an Bord bestellen, zu Preisen von meist 4, 6 oder 8 Euro pro 4 cl.



    Schätze an der Diamant Bar


    Auf Grund des Premium All Inclusive Konzepts der Mein Schiff Flotte ist die Versuchung, zu den aufpreispflichtigen Getränken zu greifen, zwar grundsätzlich nicht ganz so groß, doch sollte man dies ab und an doch einmal wagen.



    Nur mal bisschen Rum schauen


    Glücklicherweise bietet mir Kurt jetzt, so zwischen Tür und Angel, keine Verkostung an und so kann ich, halbwegs bei Sinnen, den zweiten Teil unseres Gin Workshops aufsuchen. Der findet diesmal im Esszimmer statt, mit seinem Blick durch den Diamanten hinaus aufs Meer sicher eine der schönsten Locations an Bord.



    Grappa Taxi im Diamanten


    Drei Tage nun haben unsere selbstgebrauten Gins ziehen können, jetzt wird filtriert und verkostet. Unterschiedliche Tonics stehen dazu bereit, nach dem dritten Glas kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass das Fevertree Tonic am besten zu meinem Gin passt. Doof nur, dass davon jetzt gar nicht mehr sooooo viel da ist.

    Kurze Unterbrechung. Genauer gesagt 11:24 Minuten lange Unterbrechung. Wir wissen alle wofür. Die Große Freiheit, diesmal genossen in der Großen Freiheit mit Blick aufs Meer. Sooooo romantisch. Großartig. Und traurig, ist es doch das letzte Mal für diese Reise. Ein wenig Wehmut mischt sich bei.

    Daher lieber zurück zum Gin. Der, oder eher das, was davon jetzt noch übrig ist, wird in Flaschen für die Rückreise versiegelt und mit Etiketten versehen. „Mein Gin“ steht da drauf. Ein nettes Mitbringsel, der Gin Workshop in jedem Fall eine Empfehlung.



    Mein Gin!


    Zum Abendessen haben wir es heute nicht weit. Einfach nur die Treppen rauf, schon sitzen wir im Steakhouse Surf & Turf. Es gibt Caesar’s Salad, das leckere Dry Aged Filet vom Pommernrind und – KAISERSCHMARRN!!!!

    Nein, den gibt es normal NICHT im Surf & Turf aber da die sieben Tage nicht einmal ansatzweise ausreichten, alle Essensmöglichkeiten an Bord abzuklappern, wurde heute quasi gemischt und so der Nachtisch-Klassiker des Esszimmers ins Steakhouse gebracht. Persönlich zubereitet vom Küchenchef ist der Schmarrn natürlich ein Traum. Nur viel, viel, viel zu viel. So weh es tut, aber diese Portionen sind nach einem Essen im Surf & Turf kaum zu Zweit zu schaffen, geschweige denn alleine.

    Und so verteilen wir die restlichen Schmarrn an die umliegenden Tische. Die freuen sich natürlich abartig über die unverhoffte Nachspeise. Menschen glücklich machen, die sowieso schon glücklich sind, macht irgendwie auch glücklich. Oder so.



    Kaiserschmarrn - XXL


    Bevor der letzte Abend schließlich an der Abtanzbar ausklingt, muss ich noch kurz auf die Kabine. Koffer packen ist angesagt, denn die müssen schon bis 22 Uhr vor die Türe gestellt werden. Gegen 22:05 Uhr merke ich, dass dies ein gar utopisches Ziel ist und entschließe mich daher spontan, den Koffer lieber am nächsten Morgen selbst von Bord zu tragen.

    In der Abtanzbar ist heute – nüscht – los. Kein Wunder, denn der DJ ist zur Abschiedsparty am Pool. Die Garderobe für draußen ist aber schon im Koffer. Dilemma. Auch egal. Der Kellner kommt, schaut mich an und sagt nur ein Wort: „Negroni?“ Ich blicke ihn verwundert an, schließlich gibt es keinen Negroni auf der normalen Karte. „Negroni!“ sagt er, und verschwindet hinter die Bar.

    Was folgt ist ein herrlicher Negroni, gefolgt von einem weiteren. Nur für mich. Sozusagen als nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Klasse! Ziemlich glücklich falle ich also auch heute wieder ins Bett und als ich aufwache, hat die Mein Schiff 1 bereits wieder im Hafen von Las Palmas festgemacht.

    Mein Flughafentransfer ist auf 9:30 Uhr festgelegt, die Kabine muss bis 9 Uhr geräumt sein. Schrecklich. Kurz schaue ich noch einmal in der X-Lounge vorbei, verabschiede mich von meinen lieben Mitreisenden, zumindest von denen, die nicht schon früher weg mussten als ich. Dann muss ich von Bord. Oh wie ich das hasse.

    Zuvor gibt’s aber noch einmal ein paar kleinere Tumulte. Eine ganze Schlange von Menschen wartet darauf, das Schiff zu verlassen. Manche allerdings meinen, sich vordrängeln zu müssen, andere sind der Meinung, ich und die anderen aus dem Fahrstuhl tretenden Menschen würden sich vordrängeln. Das geht natürlich nicht und wird lautstark kritisiert. Ey Leute, echt jetzt? Hattet Ihr nicht grad eine Woche Urlaub? Trinkt nächstes Mal vielleicht einfach mehr Champagner!



    Schlange an Bord (Symbolbild)


    Vor dem Terminal wartet der Bus. Ein letzter Blick zurück, und mit der ein oder anderen Träne im Auge mache ich mich auf den Weg zum Flughafen. Spätestens dort ist es beim Anblick der Schlangen vor den Eurowings Schaltern aber dann auch bei mir mit der Erholung vorbei. Nachdem ich nach über einer Stunde Wartezeit endlich meinen Koffer abgeben kann, wird mir klar, wie urlaubsreif ich eigentlich bin.



    Adieu, Mein Schiff 1. Bis bald....


    Eine Woche Mein Schiff 1 geht zu Ende. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass diese Woche nicht einmal ansatzweise ausgereicht hat, alles zu erleben, was das Schiff zu bieten hat. Yoga zum Beispiel. Ich hatte einfach keine Zeit! Eigentlich ein Wahnsinn, oder? Doch selbst beim Essen weist mein Bericht noch Lücken auf.

    Was ich dieses Mal nicht getestet habe sind unter Anderem die Burger an Bord, die Currywurst im Tag & Nacht, die Wok-Station und die Sandwiches im Anckelmannsplatz, sowie das Wiener Schnitzel im Esszimmer. Aber kein Problem. Kommenden Monat bin ich nämlich noch einmal an Bord der Mein Schiff 1. Nicht zum Arbeiten. Dann heißt es Urlaub. Ehrlich. Ich freu‘ mich drauf.

    ___

    Getreu dem Motto "Save the Best for Last" möchte ich Euch zum Abschluss noch ein paar Links an die Hand geben, zu den Blogs meiner fantastischen Mitreisenden nämlich!

    * Arthurs Tochter kocht. Der Blog von Astrid, mit der ich die besten Ravioli ever kochte. Für Food, Wine & Love: https://www.arthurstochterkochtblog.com

    * Bake to the Roots. Jede Menge herrlicher Rezepte von Marc, dazu Fotos, die einen schon beim Anschauen zunehmen lassen: https://baketotheroots.de/de/

    * Breitengrad 53. Das Online Reisemagazin meines lieben Freundes Jörg, in dessen Auftrag diesmal Eli unterwegs war (Danke an der Stelle nochmal für die Fotos von Rasur und Geburtstagsabend): https://www.breitengrad53.de

    * Conny Doll Lifestyle. Der Blog für Frauen 40plus. Empfehlt Connys spannenden Blog unbedingt Euren Besseren Hälften, sie haben da ordentlich was zu lesen und Ihr könnt ohne schlechtes Gewissen länger im Forum surfen. Nennt man glaub' ich Win-Win-Win-Win: https://www.conny-doll-lifestyle.de

    * Des Belles Choses heißt der Blog von Julia über die schönen Dinge des Lebens. Reisen, Lifestyle, Fashion, Food - und natürlich jede Menge schöner Bilder: https://des-belles-choses.com

    * Gourmet Guerilla. Einfach. Lecker. Glücklich. So das Motto von Mel. Lecker Essen, Lecker Leben - und bei den ganzen Foodpics bekomme ich jetzt auch schon wieder direkt Hunger: https://www.gourmetguerilla.de
    Gruß Percy



    less is more - more or less

  2. #2
    Sea-Dweller Avatar von Martini
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    Happy Birthday Percy, keine Sorge, schaust gut aus mit deinen bubenhaften 43
    Pepsi. What else?

  3. #3
    Double-Red Avatar von hadi
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    8.164
    Man merkt, du hattest eine anstrengende (Arbeits)woche - top!
    Gruß
    Hannes

    Chachadu

  4. #4
    PREMIUM MEMBER Avatar von jk737
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    Der Perzday Captain
    Grüße -- Jürgen


  5. #5
    Double-Red Avatar von volvic
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    Pery, du Bloggerin. Toller Bericht. Danke
    Ey Toni, setz mein Geld auf den Sieger

    Grüße Markus

  6. #6
    Submariner
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    317
    Happy Birthday!

    Das sieht alles nach harter Arbeit aus.... ��
    Liebe Grüße
    Holger

  7. #7
    PREMIUM MEMBER Avatar von TTR350
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    In einer Stunde habe ich`s nicht geschafft.. gut, mag daran liegen, dass ich im Büro bin

    Geiler Bericht, Percy. Du solltest mal anfangen Bücher zu schreiben, neben dem neuen Blogger Job. Ich lese sowas total gerne. Und ein Gläschen Champagner könnte ich jetzt auch trinken..
    LG Erik


  8. #8
    PREMIUM PFÄLZER Avatar von heintzi
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    Cooler Bericht, danke!

    Hast mal noch ein Closeup vom schwarzen Degenfisch auf Madeira?
    Es grüßt der Stephan


  9. #9
    Wünsche eine gute Zeit, Dirk




  10. #10
    PREMIUM MEMBER Avatar von tziah
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    Toller Bericht der absolut Lust auf eine Kreuzfahrt macht ! Und hey, "die Percy" sei mit deinem Geschlecht in den aktuellen Zeiten doch nicht so festgefahren
    Grüße

    Benjamin

  11. #11
    Mil-Sub Avatar von siebensieben
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    Gratulation und Danke für den Bericht, klasse!!
    77 Grüße!
    Gerhard

  12. #12
    Yacht-Master Avatar von Darth Vader
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    Wie immer Top Percy!

    Gruß

    Kurt

  13. #13
    Datejust Avatar von bibo4
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    Happy Birthday und danke für diese Eindrücke, toller Bericht
    - Jedes Thema lebt vom Grad der persönlichen Betroffenheit -

    Gruß,
    Bastian

  14. #14
    Deepsea
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    Toller Bericht mit hervorragenden Bildern. Alles Gute noch zum Geburtstag.
    Grüße

    Frank

  15. #15
    PREMIUM MEMBER Avatar von Dolferl
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    Hat Spaß gemacht Deinen Bericht zu lesen, auch hier noch nachträglich alles Gute zum Geburtstag.

  16. #16
    PREMIUM MEMBER Avatar von ROLlingEXport
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    Allererste Sahne! Scheint eine schöne, arbeitsreiche Woche gewesen zu sein!
    herzliche Grüße, Friedrich

  17. #17
    Officially Certified Helldriver 2014 Avatar von Ingo.L
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    Danke für den tollen Bericht

    Das ist die dämlichste Idee, die ich je gehört habe. Genau so machen wir es

  18. #18
    PREMIUM MEMBER Avatar von Figaro
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    Super Bericht Percy, wie von Dir gewöhnt...Danke.
    Gruß Jürgen

  19. #19
    PREMIUM MEMBER Avatar von frame
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    1.812
    Einfach toll! Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen!

    Beste Grüße, Heinrich

  20. #20
    Freccione Avatar von eos
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    Alles Gute nochmal, lieber Percy! Tolle Schreibe, tolle Fotos, hat Spaß gemacht.
    --
    Some say he‘s a General in an bolivian Army. Some say he builds deathlasers from household items. All we know is - he‘s called the Eos!

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