Dann war es auch schon kurz vor 12 und Zeit zum Mittagessen, damit wir auch rechtzeitig zur Werkstour fertig sind.
Das Essen gibt es direkt gegenüber des Porsche-Museums im obersten Stock eines Firmengebäudes im sogenannten Gästecasino.
Der Ausblick ist wirklich toll, neben dem Werk mit Blick auf den Porscheplatz auf Augenhöhe mit den Porsche-Modellen, welche in luftiger Höhe auf dem Kreisverkehr angebracht sind.
Jede Abholgruppe bekommt automatisch einen Fensterplatz, das Personal ist auch hier sehr zuvorkommend, offen und gut gelaunt. Man merkt, dass auch hier alle Spaß haben an ihren Tätigkeiten.
Das bereits hier im Thread thematisierte Essen selbst war wirklich vorzüglich. Ich hatte nichts, aber auch wirklich gar nichts, zu meckern.
Obwohl ich kein großer Fischesser bin, haben mir auch der fischige Gruß aus der Küche (Räucherlachs mit Gurke und Meerrettich, mit einer essbaren Blüte) als auch der Saibling (den ich bei meiner Freundin probiert habe) sehr geschmeckt. Das Rinderfilet mit der Rotwein-Pfeffer-Soße war ein Gedicht.
Zeitlich wurde es dann doch etwas eng, machte aber gar nichts. Kurz dem Personal Bescheid gesagt und die Info bekommen, dass wir ohnehin besser gleich hier abgeholt werden sollten, da auf dem Montageband gleich der 992 montiert wird, den man so den Besuchern natürlich noch nicht zeigen will (wir haben auf dem Gelände trotzdem ein paar kurz zu Gesicht bekommen, die verklebt und verladen wurden, um ihre Reise in alle Welt anzutreten. Die Weltpremiere ist ja bereits nächste Woche.)
Los ging es also in der Montagehalle, in der die Fahrzeuge zusammengeschraubt werden. Alle im Mix übrigens. Ein GT2 RS läuft neben einem 718 Boxster vom Band und auch die Farben werden in der Reihenfolge des Bestelleingangs gebaut, querbeet durcheinander. Unser Tourleiter war ein alter Porscheaner, der richtig für seine Marke brannte. Jedes kleine Detail wurde erklärt. Irre, was für ein Gewusel in der Montagehalle stattfindet, und wie entspannt die Mitarbeiter alle trotzdem sind. Alle arbeiten ruhig und entspannt, hören Musik mit Kopfhörern oder machen direkt neben dem Band an Tischen Pause mit Kollegen.
Überraschend, wie kompakt das Band ist. Kein Vergleich zu Daimler oder VW. Nun baut Porsche auch vergleichsweise wenig Autos, trotzdem war es überraschend, wie wenig Mitarbeiter pro Station arbeiten, drei bis vier sind für die Räder zuständig, zwei für die Sitze usw., mehr nicht. Für jeden Porsche-Sportwagen.
Dann kam der 992 langsam näher und wir mussten raus aus der Montagehalle. Weiter ging es in die Sattlerei. Auch hier sehr interessant zu sehen, wie viel bei Porsche noch von Hand genäht wird, nämlich nahezu jede Naht mit Ausnahme der Sitze, da diese von Zulieferern wie Recaro kommen, alles von ausgebildeten Nähern und Näherinnen an klassischen Nähmaschinen. Auch das Beziehen der Innenraumteile mit Leder wird komplett in Handarbeit erledigt.
Weiter ging es ins Motorenwerk. Hier fällt vor allem auf, wie leise es für eine Fabrikhalle ist.
Vor 10 Jahren war ich bereits bei Daimler im Motorenwerk in Untertürkheim. Das ist kein Vergleich, denn hier wird inzwischen nur noch mit Elektro-Schlagschraubern etc. gearbeitet und nicht mehr mit Hydraulik. Auch die Boxermotoren laufen komplett im Mix. GT3 Sauger werden neben 2.0er Boxer Turbos montiert. Damit endete unsere Führung und der nette Senior brachte uns zurück zum Werk 1. Die Führung hat insgesamt fast 2 Stunden gedauert, das nur um zu verdeutlichen, wie viel Zeit er sich genommen und welche Mühe er sich gegeben hat.
Jemand, der auch nach über 40 Jahren Dienst bei Porsche noch so sehr für den Arbeitgeber und die Produkte brennt, ist wirklich etwas Besonderes. Dafür kann ich mich nur bedanken (was ich selbstverständlich auch gebührend beim Abschied getan habe).
Zurück an der Kaffee-Bar des Werks 1 ließen wir den Tag gemütlich bei einem Heißgetränk ausklingen. Tja und dann, dann durfte ich das erste Mal mein Auto fahren.
Gleich mal voll in den Freitagabend-Stau. Hat dann eine ganze Zeit gedauert, bis ich endlich auf eine ruhige Landstraße kam und etwas fahren konnte. Allzu viel will ich dem Auto bei dieser Witterung mit neuen Sommerreifen ohnehin nicht zumuten und mehr als 4000 Umdrehungen will ich ihn die ersten 1000 km auch nicht drehen. Danach gibt's aber Feuer frei.
Zuerst ein paar Worte zum OPF. Der wirkt sich weniger stark aus als gedacht. Ich hab‘ jetzt die Klappenanlage bekommen, obwohl ich sie nicht bestellt hab. Porsche hat sich entschieden, diese ab Modelljahr 19 zu Serie zu machen, da sie keine zwei Anlagen mit Filter entwickeln und durch den WLTP-Zyklus schicken wollten.
Der größte Unterschied zu einem 718 ohne OPF ist, dass es jetzt auch mit Klappe praktisch kein Backfire mehr gibt. Er grollt zwar noch ein bisschen, das Geknatter und Geblubber ist aber faktisch weg. Auffallend ist auch, dass er im kalten Zustand etwas gedämpfter klingt, was sich aber gibt, wenn der Wagen warm ist. Ansonsten finde ich den Sound gar nicht schlecht. Das ist sicherlich ein Streitpunkt, denn ein Boxer 4-Zylinder Turbo klingt schon anders, als es ein Reihenmotor tut. Mir gefällt er gut, aber da braucht man sich glaub ich nichts vormachen, keiner kauft einen 718 primär wegen des tollen Sounds.
Ein Sauger oder ein 6-Zylinder 2.9er Biturbo bietet da klanglich einfach mehr. Punkt.
Die Frage ist nur, ob das einen jetzt stört oder nicht.
Im Vergleich zum 911 Turbo klingt der Kleine dann mMn auch nicht schlechter. Etwas frecher vielleicht. Im Prinzip ist die Diskussion auch unnötig.
Soundfetischisten kaufen was anderes. Kann ich auch verstehen, denn auch mich fasziniert der Klang eines Ferraris, Lambos oder Lufti-Porsches. Aber ich stehe auch auf den gedämpften heißeren Sound eines Turbo Motors und noch viel mehr auf die Fahreigenschaften.
Dazu gibt's natürlich noch nicht so viel zu sagen. Er liegt super, ist auch mit Dämpfer auf hart eher noch etwas zu weich für meinen Geschmack (für den 2.0 gibt's leider nicht das PASM Sportfahrwerk mit -20mm), hat eine super schöne Lenkung und das PDK arbeitet perfekt. Wobei ich dazu sagen muss, ich fahre es in der Einfahrphase nur manuell.
Uff und das war es dann auch mit meinem Bericht. Ich hoffe ich konnte euch ein paar Eindrücke vermitteln und ihr hattet auch ein wenig Spaß beim lesen. Ist ja doch etwas länger geworden
An dieser Stelle nochmal ganz lieben Dank an alle die mitgefiebert haben und für die vielen netten Glückwünsche.
Und jetzt zum Schluss noch Bilder vom ganzen Auto (und von ein paar Details).
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Baum-Darstellung
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24.11.2018, 15:57 #11PREMIUM MEMBER
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