Ich sehe schon die Mutti, die abends online das Haushaltsonto checkt, und mühsam versucht die Transaktionen zu entwirren, die sie am Glühweinstand mit Kauf und Becherpfand-Rückzahlung ausgelöst hat. Dann waren da noch die Bratwürstchen und die Waffeln für die Kinder. Morgens auf dem Markt die Freilandeier, der Käse, das Obst und am anderen Stand die Tomaten und die Gurke. Der Lottoschein, zwei Brezeln für die quengelnden Kinder, Wurst und Sonntagsbraten beim Metzger .... und und und. Ich kann jetzt noch haufenweise weitere Bagatelkäufe aufzählen, die sich jeweils mit einer Extraposition in der Buchungsliste bei der Bank wiederspiegelt. Man mag ja im Supermarkt durchaus regelmäßig die kryptischen Bezeichnungen auf dem Kassenausdruck überfliegen, ob die Flasche Wein nicht doch zweimal bezahlt wurde, aber am Ende des Tages online zu checken, was man alles tagsüber so ausgegeben hat, lässt einen wahrscheinlich schnell zweifeln, dass man noch Herr der Situation ist. Ganz davon abgesehen, dass Du die zwei EURO, die die Kinder mal eben dem netten Straßenmusiker in der Fußgängerzone in den Gitarrenkoffer werfen sollen, vergessen kannst.
Ich wünsche mir, dass eine Regierung, die auf die bekiffte Idee kommt, Bargeld abschaffen zu wollen, erst einmal ernsthaft studiert, wie andere Länder, falls vorhanden, damit klarkommen, bevor sie die Leute in ein Experiment jagt, das nicht ohne weiteres wieder rückgängig zu machen ist.
Es gibt doch nun wirklich dringendere Probleme auf der Welt, als Banken das Leben zu erleichtern.