Warum eine Ultraschallreinigung schädlich ist:
Ultraschallreiniger - also die richtigen, nicht diese 20-Euro Schüsselchen, deren Schallkraft mit der einer sich auflkösenden Aspirin vergleichbar ist - sind mächtige Geräte. Sie reinigen, indem sie das in der Wanne enthaltene Wasser in hochfrequente Schwingungen versetzen. Das Wasser wird durch diese Schwingungen in Bewegung gesetzt, drückt sich in alle erreichbaren Zwischenräume und schubbert über alle erreichbaren Oberflächen. Durch das beigefügte Reinigungsmittel wird die Oberflächenspannung herabgesetzt, sodaß die Reinigungsflüssigkeit tatsächlich auch in alle Zwischenräume gelangt.
Nun ja, was soll da schon passieren? Blubberndes Wasser kennt man ausm Whirlpool. Nun ist hochfrequentes warmes Wasser aber eine ziemlich tödliche Waffe. Man muß sich das vorstellen, daß der im Becken befindliche Gegenstand von allen Richtungen zigtausend kleine Schläge abbekommt über die ganze Zeit. Das sind ordentliche Vibrationen, die kein Auge trocken lassen. Jedes kleine mechanische Teil steckt also massiv Prügel ein und wird gut hin und hergerissen. Das Wasser wird auch mit außergewöhnlicher Kraft durch alle erdenklichen Ritzen und Lücken geschoben. Gut bei der Reinigung in Zwischenräumen, schlecht, wenn es um Dichtungen geht. Das Reinigungszeug selbst ist auch eher von der aggressiveren Sorte. Und wer denkt, daß Wasser ja weich ist, ist noch nie vom 10-Meter-Brett gesprungen.
Ins Ultraschall grundsätzlich nur Dinge, die weder bruchempfindlich sind (Edelsteine) noch feine Mechaniken. Ausnahme: Pavé-Schmuck - also Schmuck mit vielen hundert Brillanten darin - hängt man nach der Fertigstellung zu Testzwecken kurz ins Ultraschall. Wenn alle Steine die Ultraschallprügelei überleben und in der Fassung bleiben, taugt der Fasser was.
Vielleicht was aus der Praxis: eine übliche Krankheit bei Polisseusen ist frühzeitige Gicht in den Händen. Die rührt daher, daß die Polisseusen gern ihre Hände in laufenden Ultraschallbädern reinigen oder zu reinigende Objekte aus Gründen der Effizienz gern in laufenen Ultraschallbädern säubern. Das Wasser zerschlägt die Gelenke förmlich über die Jahre. Man kann es den Damen x-mal sagen, aber sie hören ja nicht. Scheint hier nicht anders zu sein.Das Thema kommt ja immer wieder auf. Vielleicht nochwas aus der Praxis: Edelsteine gehen gern mal zu Bruch in Ultraschallbädern, eben aus erwähnten Gründen. Man traktiert feine Gebilde nicht mit zigtausend Schlägen pro Minute. Azubis, die Edelsteinschmuck in meinem Ultraschall reinigen, erhalten umgehend eine Abmahnung.
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Hybrid-Darstellung
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13.05.2014, 09:32 #1Beste Grüße, Tobias
Die Banken kratzen an den Wolken
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13.05.2014, 09:49 #2
In diesem Zusammenhang noch einmal zum "Ölen": Werden die Reibflächen einer Uhr auseinandergenommen, ist das Öl sofort weg. Wenn also Teile eines Werks auseinandergenommen werden, werden sie nicht wieder zusammengebaut, ohne dass sie geölt werden. Und das - wie beschrieben - passiert erst nach der Reinigung, und das wiederum nur in Einzelteilen, ... also: Das Auseinandernehmen von Teilen eines Uhrwerks führt zu einer Komplettrevision des Werks.
Ich wünsche Euch allen ein frohes, gesundes und glückliches neues Jahr!
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Das Thema kommt ja immer wieder auf. Vielleicht nochwas aus der Praxis: Edelsteine gehen gern mal zu Bruch in Ultraschallbädern, eben aus erwähnten Gründen. Man traktiert feine Gebilde nicht mit zigtausend Schlägen pro Minute. Azubis, die Edelsteinschmuck in meinem Ultraschall reinigen, erhalten umgehend eine Abmahnung.
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