Liebe Freunde,

seit einigen Tagen habe ich einen neuen Mitbewohner: eine 3D-Figur meiner selbst im Maßstab 1:10.



Zu meinem Geburtstag vor einigen Wochen bekam ich einen Gutschein für eine 3D-Figur.

Solche Figuren werden seit kurzem von zwei Herstellern in Berlin gefertigt. 3D-Drucker mit einer bestimmten Technik werden mit zahlreichen Bildern gefüttert und werfen eine solche Figur aus.

Zu meinem Geburtstag öffnete ich also den Umschlag mit dem Gutschein. Meine Freundin erläuterte mir kurz, was das ist und wie das funktioniert, und wir entschlossen uns, das noch am gleichen Tag in Angriff zu nehmen: Wir riefen an und vereinbarten einen Termin für den gleichen Nachmittag.

Hersteller der Figur ist das Unternehmen botspot in Berlin-Kreuzberg. botspot stellt allerhand individuelle 3D-Objekte her, von Smartphonehüllen über Schlüsselanhänger bis hin zu Architekturmodellen. Und als Goodie gibt es eben auch Figuren von Menschen oder Tieren oder allem sonst, was Euch lieb ist.

Wir betreten dort die heiligen Hallen und werden freundlich begrüßt, nehmen in der Warteecke Platz und schauen uns die Modelle an, die dort ausgestellt sind. Zunächst wird mir erklärt, wie man dort am besten abgelichtet wird. Es soll eine "normale" Pose sein, denn nur dann würde man realistisch abgebildet. Wer sich besonders aufrecht hinstellt oder etwas Abgefahrenes darstellen möchte, wird vielleicht nicht so gut wiedererkannt. Auch die Klamotten sollten dem entsprechen, was man sonst trägt.

Dann werde ich in das Fotostudio geführt. Das Studio besteht aus einer Fläche mit vielleicht drei oder vier Metern Durchmesser, und rundherum sind zwölf Säulen mit jeweils fünf Canon-DSLRs angebracht - dazu noch zwei weitere Kameras vor dem Gesicht… insgesamt sind es damit 62 Kameras, die mich aufnehmen. Und es wird nur ein Bild gemacht - klar, wenn die Augen geschlossen sind oder was, dann wird natürlich noch eins gemacht, aber alle 62 Kameras lösen gleichzeitig aus und bilden den Körper zur gleichen Zeit ab.

Aus diesen 62 Bildern wird dann - irgendwie - ein 3D-Bild berechnet. Für mich hieß es dann jedenfalls warten: nach knapp 10 Tagen kam der Anruf, dass die Figur fertig ist.

In der Zwischenzeit wurde eben das Bild berechnet und aus einer Gipsmasse in einem 3D-Drucker gedruckt. Dabei wird der Gips in Schichten mit einem Füllmittel fixiert. Und wenn ich das richtig verstanden habe, kommt die Figur schon farbig aus dem Drucker und wird nicht erst hinterher bemalt.

Und ich finde, ich bin ganz gut getroffen



Wir haben die Figur im Maßstab 1:10 gewählt - in meinem Fall ist sie dann 18,6cm groß. Es gibt auch andere feste Größen wie 15cm oder 25cm.



Sehr gut finde ich, wie detailreich die Figur ist: meine Jeans ist klar wiedererkennbar, jede Falte der Hose findet sich auch in der Figur wieder



Das ist eine lustige Idee, ein bleibendes Bild von sich zu schaffen, das mehr Zeit als ein zweidimensionales Foto. Ich habe jedenfalls Spaß daran und freue mich, mich hier immer zu sehen



Danke für's Reinschauen