Original von Virtuose
Preise waren und sind eine sehr persönliche Sache. Aber das Internet macht Preise transparent. Das ist der wahre Grund für die Kaufzurückhaltung und nicht der Umstand dass kein Geld da ist. Nein Geld ist wirklich mehr als nötig vorhanden, aber der Konsument gibt es nicht aus, solange er meint, das Gut woanders noch preiswerter zu erhalten und solange ihm dies auch noch weisgemacht oder vorgeführt wird.
Genau so siehts aus. Das Überangebot an Informationen blockiert so manche Kaufentscheidung. In Zeiten der Schnäppchenjagden will die große Mehrheit der Leute ja keinen Euro zuviel bezahlen. So wird gesucht und gesucht, wochenlang im ebay oder sonstwo gestöbert, bis man dann endlich das Superangebot gefunden hat - oder halt nicht. Dabei werden übrigens häufig auch "Äpfel mit Birnen" verglichen - nicht nur bei Uhren. Die Preisspirale jedenfalls kennt immer nur die eine Richtung - nämlich nach unten. Das ist zwar schön für den Käufer, macht aber auf Dauer das ganze System kaputt. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es bekanntlich, für wenig Geld viel Leistung zu bekommen. Aber für viele zählt nur noch eben dieses Bestreben.

Ich erlebe diese Entwicklungen in meinem beruflichen Alltag ständig. Die Leute verlangen immer mehr Leistungen, wollen gleichzeitig aber immer weniger Geld dafür bezahlen - dazu wird noch an jeder Ecke gemäkelt ohne Ende. Informationsgesellschaft meets Anspruchsgesellschaft. Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind zum Teil dafür mitverantwortlich, daß zunehmend Verdruss in diesem Land herrscht. Umso angenehmer finde ich es, wenn es noch Leute gibt, die halt auch mal drauf schei*** und auch gerne mal etwas mehr bezahlen. Ich zähle mich übrigens auch zu diesen Leuten. Das Motto der Werbenden sollt viel öfter heissen : "Hey, ich verlange für meine Leistung etwas mehr, aber ich weiß auch warum !"

Sorry, bin etwas ins OT abgerutscht Trotzdem danke fürs Lesen