Heino - Mit freundlichen Grüßen - eine Reminiszenz nach 13 Liedern
1. Junge: Ein bombastischer Auftakt! Der Anfang ist typisch Heino, die Bläser sagen, wo es langgeht, jetzt könnte sowohl "Die schwarze Barbara" beginnen wie auch "Komm doch in meinen Wigwam", aber Heino beginnt mit Inbrunst seine Tirade, wie es Farin Urlaub nie könnte. Wo es bei dem jedoch ironisch gemeint sein soll, aus den Augen eines Jugendlichen (was ja auch wieder albern ist, ist Farin Urlaub doch immerhin fünf Jahre älter als ich), kommt es bei Heino genau so rüber, wie es auch gesungen ist. Herrlich. Man möchte am liebsten den pubertierenden Nachbarsjungen packen und ihn seine eigenen Pickel essen lassen. Der Refrain haut rein wie früher "Die Braut ins Auge", Heino zeigt, was er kann, und das kann er. Eines der Highlights der Platte
2. Haus am See: Das Original kenne ich nicht, kann somit keinen Vergleich anstellen. Das Lied an sich ist ganz nett, wenn auch nicht der Knüller, auch wenn der Big Band Swing einen kaum ruhig sitzen lässt. Dass sich Heino am Ende darauf freut, Kinder und Enkel zu haben, mutet anachronistisch an.
3. Ein Kompliment: Man will fast aufstehen und laut JAAAAAAA!!! schreien. Eines der schönsten deutschen Lieder, das seit langem geschrieben wurde, wird endlich gesungen. Wo die Sportfreunde Stiller zwar saumäßig nett und lustig sind - singen können sie nicht. Aber Heino kann es. Und so ist "Ein Kompliment" für mich der nächste Höhepunkt auf dieser Platte.
4. Umpf, das sagt schon alles. Ein Scheißlied per se, von einer Gurkentruppe erdacht und intoniert, macht auch ein Heino nicht besser. So wie es auf den PC geladen wurde wurde es auch sogleich gelöscht. "Eckstein, Eckstein, das kann ja nur ein Dreck sein!"
5. Sonne: Eines der Lieder von Rammstein, wenn nicht DAS Lied. Aber, ganz ehrlich, hätten wir hier auch nur den Hauch einer geschrubbten Gitarre und ein wenig mehr Schlagzeug, würde kein Mensch merken, dass hier soeben Heino singt. Aber auch kein Wunder, imitiert der Lebensgefährte von Sophia Thomalla ja seither den blonden Bäckersmann aus Düsseldorf-Oberbilk. Wenn Till Lindemann das "r" auch noch etwas gefährlicher rollt als Heino. Was soll man sagen: Hier kann man beim Original bleiben, das ist genau so gut wie Heinos Version.
6. Gewinner: Kurz und gut: Wundervoll. Heino kann auch gefühlvoll, was er hier eindrucksvoll beweist. Wäre ich nicht glücklich, aber vergeben, würde ich bei diesem Lied leise weinen.
7. Liebes Lied: Umpf. Erneut. Dreck. Wofür Heino nichts kann. Aber dieses "Lied" hätte es nicht gebraucht. Und es wird nicht besser dadurch, dass sich Heino im Rappen versucht. Bei diesem Lied zieht es mir die Schuhe aus, egal, ob von Heino oder Beginner.
8. Leuchtturm: Und wieder ein Meilenstein des deutschen Pop. Von Nena dereinst eine Hymne der Sehnsucht und der Liebe, von Heino - das Gleiche. Wenn mir auch die Originalfassung von 19Blumenkohl besser gefallen hätte als diese Nena-kommt-schon-wieder-Fassung. Aber es ist wieder soweit, ein weiterer Gipfel des Musikhochgenusses wird erklommen. Heino forever, und Nena sowieso. Ich gehe mit euch, wohin ihr wollt...
9. Vogel der Nacht: Ein klassischer Schlager, auch wenn Stephan Remmler das anders sehen mag. Ein Lied, was es nicht zwingend auf ein "verbotenes Album" hätte schaffen müssen. Dann lieber die unvermeidliche "Anna" oder Dadada.
10. MfG: Deutscher Rap. Schon wieder. Aber Fanta 4 und "MfG" sind annehmbar. Es hätte ja auch irgend so ein tumber Aggro-Berlin-Depp sein können. Und Heino bringt es ganz ordentlich rüber. Herrliche Instrumentierung auch hier. Interessant wäre, ob er das live ebenso zackig rüber bringt. Hätte er mich allerdings gefragt, hätte ich ihm von Fanta 4 abgeraten und mir stattdessen "Schwuhle Mädchen" von Fettes Brot gewünscht.
11. Kling Klang. Kannte ich zuvor auch nicht, aber - ich bin begeistert! Eines der schönsten Lieder der Platte, das automatisch gute Laune verbreitet und einen rausschreien lassen will: "Heino, ich will ein Kind von Dir!"
12. Willenlos: Westernhagen. Mag ich an sich nicht. Auch sind Melodie und Instrumentierung eher unterdurchschnittlich. Westerhagen eben. Um-da-da. Aber wenn Heino singt, dass er Zehen lutscht, Frauen auf Damenklos verräumt und dergleichen, kann es nur knallen. Das muss man einfach anerkennen. Gut, ein Westernhagen-Lied in meiner Musiksammlung braucht es wohl.
13. Was soll das: Es gibt nur einen, den ich noch weniger mag als Westernhagen, und das ist Grönemeier. Aber es gilt das Gleiche wie oben. Heino zuliebe höre ich jetzt auch Grönemeier. Und, es hätte auch schlimmer kommen können: Heino hätte auch diesen Mist von der Currywurst singen können. Aber so einen Scheiß singt nicht mal Heino.
Mein Fazit: DAS Album des ersten Quartals 2013. Wer oder was sollte das bitte toppen?
Danke, Heino! Dein Kurt
Ergebnis 1 bis 20 von 84
Baum-Darstellung
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01.02.2013, 22:51 #11
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