Leider beschreibt Computerbild nicht, wie sie die Differenz ermitteln. Ihr Ergebnis beim iPhone 4S, das ich selbst besitze, ist nicht schlüssig:
Sie schreiben zum iPhone 4S: "Foto-Auflösung: 87,5 Prozent; Herstellerangabe: 8 MP; Testwert: 7 MP"
Im iPhone 4S ist meines Wissens nach ein Omnivision OV8830 Sensor verbaut, der laut Herstellerangabe eine Auflösung von 3264 x 2448 Bildpunkten hat (http://www.ovt.com/products/sensor.php?id=102).
Wenn ich mit die Größe meiner heruntergeladenen Bilder anschaue, haben diese 3264 x 2448 Bildpunkte.
3264 x 2448 = 7990272, was ich durchaus als 8 Millionen durchgehen lassen würde, zumindest eher als 7 Millionen.
Wo kommt also die Differenz her, die Computerbild da ermittelt hat?
Bei den wirklich guten Smartphonekameras ist Interpolation keine Option mehr. Eher wird durch Binning (zusammenschalten von Pixeln) die Größe reduziert, wie beim Nokia PureView 808, oder es wird nicht der gesamte Sensor genutzt (Bildkreis der Optik ist kleiner oder es werden z.B. bei Video Randpixel für digitale Bildstabilisierung benötigt).
Die Interpolation führt eigentlich nicht zu einer Verschlechterung im eigentlichen Sinne (ich gehe mal davon aus, dass sie nicht destruktiv ist, sonst würden sie der Hersteller nicht einsetzen). Eigentlich kommen nur unnütze Daten hinzu. Das Bild wird zwar größer, enthält aber nicht mehr Informationen, so würde ich das sehen.
In 100% Ansicht sieht das Bild in der nativen Auflösung natürlich besser aus, als das interpolierte Bild, dafür ist das Bild mit der nativen Auflösung kleiner (hat weniger Pixel).
Wenn Dein Smartphone die Option bietet in nativer Auflösung zu speichern, dann ist das einfach der Speicherplatz sparende Weg.
Interpolationen kann man ja auch nachträglich am Rechner machen, da gibt es die verschiedensten Programme und Algorithmen. Eigentlich man das aber nur noch bei Riesenformat Drucken.
Wie schon oben geschrieben: Die Bildqualität verbessert sich durch das Abschalten der Interpolation nicht wirklich. In einem nativen 5MP Bild stecken nicht mehr Informationen als in einem interpolierten 8MP Bild, vorausgesetzt der Interpolationsalgorithmus zerstört nichts.
Für die meisten Handykameras gilt das tatsächlich und wie schon geschrieben ist das iPhone 4S eine Ausnahme. Die Kamera war der Grund, warum ich vom 4 auf das 4S gegangen bin und ich habe im letzten Jahr mit dem 4S mehr Bilder gemacht, als mit S100, GH-2, EM-5 und 5DKMII zusammen. Die Kamera hat zwar ihre Grenzen, vor allem wenn es dunkel wird, aber bei ausreichend Licht ist sie ein tolles Werkzeug.
Betrifft zwar nicht den Fototeil des 4S sondern den Videoteil, aber folgender HD-Film ist im Bezug auf das, was die Kamera des 4S leistet recht spannend:
http://vimeo.com/43991101
Es wird die gleiche Szene mit folgenden Kameras gedreht:
A - Sony F3
B - Panasonic GH2
C – Red Epic
D - Apple iPhone 4s
E - Canon C300
F - Arri Alexa
G - Canon 7D
H – Sony F65
I - Sony FS100
Natürlich schneidet das iPhone 4S am schlechtesten ab und der Dynamikumfang von dem kleinen Ding liegt bei der Hälfte dessen, was eine Alexa oder Epic leisten kann, aber wenn man bedenkt, dass diese Kisten auch jenseits der 50k Dollar kosten, dann darf das schon mal sein.
Zumindest ist die Kamera nicht der limitierende Faktor, wenn es darum geht einen Film zu machen. Wie beim Foto: Es ist die Idee, nicht die Ausrüstung.
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Thema: Frage zu Smartphonekameras
Hybrid-Darstellung
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19.07.2012, 22:24 #1--
Beste Grüße, Andreas
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19.07.2012, 22:41 #2
Achso, aber bei dem Film kriege ich nur den Trailer... Soll das?
Ich wünsche Euch allen ein frohes, gesundes und glückliches neues Jahr!
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20.07.2012, 10:40 #3






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