Ein weiteres Strider hat zu mir gefunden, wieder ein SnG. Dieses Mal ein Duane Dwyer Custom-Tanto mit Titanium/Grooved Carbon-Griffstück, Sandblasted Blade und außerdem einem speziellen Background. Mehr dazu am Ende dieses Reviews.
Das Messer wiegt inkl. Lanyard 133 Gramm und ist geschlossen 11,7 cm lang (offen: 20,9 cm). Die Breite ohne den wie gewohnt nur Tip-up/r montierbaren Titan-Clip ist 12 mm. Die in einem Bull Pivot geführte, 4 mm starke sandgestrahlte Tanto-Klinge kommt auf 9 cm. Davon machen 7 cm die Edge aus.
Welcher Stahl verwendet wurde ist nicht überliefert und die entsprechende Gravur auf der Klinge auch leider nicht einwandfrei entzifferbar. Irgendwas mit „VI“ und „Cru2“. Wenn dazu jemand mehr weiß - gerne immer her mit Infos.
Das Griffstück besteht aus Titan mit einer leicht welligen Oberfläche auf der einen und Carbon mit unregelmäßig verlaufenden Rillen auf der anderen Seite. Scale und Backspacer sind aus einem Stück gefräst.
Die Klinge ist in Bronzebuchsen gelagert und liegt dank des Dwyerschen Chisel Grind tatsächlich NICHT schön zentriert in Ruheposition, sondern komplett daneben. So ist denn auch das, was normalerweise das Alleinstellungsmerkmal fast eines jeden Strider ist, nämlich das Klingenspitze-ragt-zur-Hälfte-in-die-Lanyardbohrung-Ärgernis plötzlich kein Flaw mehr, sondern ermöglicht das Anbringen von Paracord ganz ohne die Gefahr der kurzfristigen Kappung.
Die Verarbeitung gibt kaum Anlass zu Kritik, auch wenn sich die Gebrauchsspuren natürlich nicht wegdiskutieren lassen. Alles fügt sich immer noch wunderbar zusammen, die Oberflächen haben keine tiefen Kratzer oder Dellen; selbst das Carbon ist nirgends ausgefranst, angeknackst oder gesplittert. Die Funktion ist in keinster Weise beeinträchtigt. Der Klingengang ist weich und gleichmäßig und wir haben nur einen ganz leichten Sticky Lock.
Die Gravuren sind etwas, sagen wir mal, krakelig ausgeführt. Duanes Sig sieht aus wie von einem 6-Jährigen eingeritzt und die Stahlsorte wurde wie schon erwähnt so schwach und kryptisch vermerkt, dass man da nix richtig rauslesen kann.
Abschließend noch die Erklärung für die Gravur auf dem Griffstück. Damit hat es eine traurige Bewandnis, welche aber das Besondere dieses Messers ausmacht.
Am 26.06.2010 waren drei Angehörige der kanadischen 2 Field Ambulance Health Services Unit, stationiert in CFB Petawawa in Afghanistan, in einem gepanzerten Fahrzeug auf dem Weg zu einem Rettungseinsatz, als sie ca. 20 km südwestlich von Kandahar-Stadt auf eine IED (Improvised Explosive Device) auffuhren.
Nur ein Soldat überlebte die Detonation; Master Corporal Kristal Giesebrecht und Private Andrew Christopher Miller erlagen vor Ort ihren Verletzungen.
Der ehemalige Besitzer des DDC ist ein guter Freund der Familie Miller. Er ließ das Messer seinerzeit mit der Gravur versehen und es wurde lange Zeit von Millers genutzt - daher auch die Gebrauchsspuren. Bis es an der Zeit war, das DDC wieder zurückziehen zu lassen.
Für den Vorbesitzer wiederum bedeutete das Messer, seit es wieder bei ihm war zunehmend eher eine belastende Erinnerung.
Da ebendieser Vorbesitzer mich u. a. von mehreren vorangegangenen Messer-Deals lange genug kennt wusste er, dass ich an „Dingen mit einer Geschichte“ häufig Gefallen finde. Außerdem kann er - erfahrungsgemäß zu Recht - davon ausgehen, dass ich einmal Gekauftes nicht gleich weiterverflippere, sondern es bei mir zum Keeper wird.
Und somit werde ich mit diesem schönen, liebevoll gerockten DDC zukünftig die Erinnerung an Private Miller hochhalten. Requiescat in pace, Andrew.
Meine Vierlinge:
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Ergebnis 1 bis 20 von 8721
Baum-Darstellung
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24.09.2025, 19:13 #11Lasky
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