Da denkt man, man ist mit Messern durch (hihi…). Und dann flattert das Böker Herbst/Winter 2023 Special in den Briefkasten. Und natürlich geht man die Postille durch, immerhin wird mit bis zu 72% Nachlass geworben. Gerade wenn man etwas ganz dringend NICHT braucht ist sowas ja doch immer ein schicker Trigger.
Einmal durchgeblättert - jooo, ganz nett, aber spontan nichts wirklich Aufregendes dabei. Zweimal - naja, das eine oder andere Spyderco vielleicht. Dreimal - hm, so hoch sind die Nachlässe auf potenzielle Kandidaten jetzt auch nicht. Viermal - was gibt´s denn von den anderen Herstellern so? Die MKM Isonzos sind doch mal was anderes…aber auch so klein. Fünfmal - das Teil da hat eine schöne Linienführung. Aber so „glatt“; irgendwie nichts dran, woran sich das Auge festhalten kann. Sechsmal - wie sieht eigentlich die Kehrseite von dem Ding aus? Online nachgeschaut…oh, die reißt es ja mehr als raus…uuund Bestellbutton gedrückt.
Hier ist das Böker Plus F3.5 Micarta, designed by Jesper Voxnaes.
Geschlossen ist das Messer 11,8 cm lang; einsatzbereit 20,2 cm. Von Scale zu Scale ist es 11 mm breit; die flachgeschliffene Klinge hat eine Stärke von 3,9 mm und besteht aus satiniertem D2. Sie läuft in Nylon-(Teflon-?)Lagern.
Zum Öffnen ist der tropfenförmige Ausschnitt da. Die Arretierung übernimmt mit verhaltenem Klacken ein Framelock. Das Messer wiegt lt. Böker 153 Gramm; meine Küchenwaage hingegen zeigt 166 Gramm an.
Das Griffstück besteht aus braunem Canvas-Micarta auf der aufgeräumten Seite. In dieses wurde innen zur Erhöhung der Stabilität eine 1,2 mm dicke, skelettierte Edelstahlplatine eingepasst. Die andere Schale ist aus Edelstahl. Hier befindet sich der tip-up/r angebrachte, bronzefarben anodisierte Deep-Carry-Clip. Die gleiche Anodisierung hat man dem mit Jimpings versehenen Edelstahl-Spacer und dem Ring, welcher die sternförmig gestaltete Klingenachsschraube umfasst angedeihen lassen.
Und eben diese bronzenen Akzente haben mich zum Kauf „überredet“. Die ganze Farbkombi gefällt mir richtig gut, wobei ich nach dem Auspacken etwas enttäuscht war: Bökers Bronze geht eher in Richtung Gold. Aber egal, das werden Zeit und Patina schon richten. Zum schicken Look kommen eine gute Verarbeitung und Funktionalität hinzu.
Das Öffnen geht leicht und gleichmäßig. Trotzdem fällt die Klinge nicht von selbst aus dem Griff. Eingeklappt sitzt das D2 perfekt zentriert. Dann fluchtet auch der bauchige Teil des Klingendurchbruchs wunderbar mit dem an der Stelle für eine bessere Erreichbarkeit des Lockbars ausgefrästen Micarta im Design „Lateinlehrer-Cordhose“.
Die leicht geschwungene Fingermulde auf der Unter- sowie die v. g. Jimpings auf der Oberseite geben rutschsicheren Halt. Vom Micarta darf hier nicht zu viel erwartet werden; es ist praktisch strukturlos, auch wenn die Optik anderes vermuten lässt.
Alle Markings sind sauber angebracht. Auf der Klinge finden sich das Böker Plus-Logo, die Seriennummer, der Klingenstahl und das Voxnaes-Bömbchen. Die Typbezeichnung ist etwas fransig ins Micarta geprägt, was wohl dem faserigen Material geschuldet sein dürfte. Eine Lanyard-Öse gibt es nicht.
Was man hätte schöner machen können sind die Rückseiten der Schrauben, welche die Schalen verbinden. Die sauber und bündig eingelassenen Torx-Köpfe auf der einen stehen hier den schmucklosen Enden der Schrauben auf der anderen gegenüber. Da wäre optisch mehr drin gewesen. Und die Oberfläche des Spacers hätte noch einen Schleifgang mit feinerer Körnung vertragen können.
Geliefert wird das F3.5 mit einer großzügig bemessenen Cordura-Tasche im üblichen Böker Plus-Karton.
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Ergebnis 1 bis 20 von 8721
Baum-Darstellung
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17.11.2023, 16:54 #11Lasky
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