Bei mir gibt´s nach einer längeren Pause wie weiter vorn schon angedeutet mal wieder was Neues.
Seit mittlerweile fast vier Jahren darf sich jetzt schon der große Bruder des Neuzugangs in der Vitrine austoben. Besagter großer Bruder war seinerzeit schon reichlich zäh zu beschaffen, mit dem kleinen war es nicht einfacher. Wobei ich die Suche hier nicht sonderlich nachhaltig betrieben habe.
Eigentlich war es nicht mal eine Suche, sondern eher ein „mich-finden-lassen“. Da neben der unterirdischen Verfügbarkeit (welche Verfügbarkeit?) die Preise bei Messern dieses Herstellers praktisch nur eine Richtung kennen hatte ich die Hoffnung, überhaupt irgendwann noch mal zu einem vertretbaren Kurs zum Zug zu kommen quasi schon drangegeben.
Letzten Sonntag gab ich jedenfalls mal wieder semi-gelangweilt und zu vermutet rein informatorischen Zwecken die magische Modellbezeichnung als Suchbegriff in der Bucht ein und siehe da - da war eins. Und sogar in einer meiner Wunschkonfigurationen. Dazu neu und unbenutzt, Fotos sahen gut aus, Bewertungshistorie des privaten Verkäufers passte, PayPal war auch möglich.
Mein Preisvorschlag wurde binnen weniger Minuten akzeptiert, gestern ist es angekommen:
Ein Strider SnG in der Ausführung Titanium Flamed/G10 Gunner Grip/Tiger Stripe Blade.
SnG (sprich: „S and G“) würdigt zwei gefallene Soldaten der Spezialeinheit Delta Force, Sergeant First Class (SFC) Randall David Shughart und Master Sergeant (MSG) Gary Ivan Gordon. Die Männer verloren 1993 bei der Verteidigung der Besatzung eines abgeschossenen Black Hawk-Hubschraubers in Somalia ihr Leben. Die Chronologie dieses Einsatzes erzählt der 2001 erschienene Film „Black Hawk Down“.
Das SnG wiegt 130 Gramm, ist geschlossen 11,7 cm und offen 20,8 cm lang. Ohne den nur Tip-up/r montierbaren Titan-Clip ist das Messer 11 mm breit. Die in einem überdimensionierten Lager (Bull Pivot) geführte, 40 mm starke Spearpoint-Klinge mit ¾ Grind (Flach- und Hohlschliff mit Gratlinie) misst 9,1 cm. Davon entfallen 7,4 cm auf die Edge. Als Stahl kommt CTS-XHP der Firma Carpenter zum Einsatz.
XHP ist ein pulvermetallurgischer Stahl und sozusagen die Premiumversion des BD1. Er steht qualitativ etwas unterhalb von CPM S35VN und zeichnet sich durch große Härte, eine robuste Edge sowie hohe Korrosionsbeständigkeit und Verschleißfestigkeit aus. Da kein Stahl alles kann verliert er dagegen etwas bei der Zähigkeit; außerdem lässt er sich schwer schärfen.
Mit Anteilen von 16% Chrom, 1,6% Kohlenstoff, 0,5% Mangan, 0,8% Molybdän, 0,35% Niob, 0,4% Silizium und 0,1% Vanadium liegt seine Rockwell-Härte bei maximal 64.
Geöffnet wird mit dem ovalen Ausschnitt à la Spyderco; die Studs dienen wie beim SMF nur als Anschlag in ausgeklapptem Zustand. Daher auch die Unterdimensionierung im Vergleich zu normalen Daumenpins.
Arretiert wird die in ölimprägnierten Bronzelagern etwas schwergängig laufende Klinge per Framelock mit Hinderer Lockbar-Stabilizer. Ein Sticky Lock kann ich nicht feststellen.
Das Griffstück besteht aus geflammtem Titan auf der einen und Gunner Grip G10 auf der anderen Seite. Letzteres ist extrem rau; die Struktur verbeißt sich regelrecht in der Haut. Abrutschen unmöglich, würde ich sagen. Die Klinge liegt perfekt zentriert zwischen den Schalen, was bei Strider nicht unbedingt selbstverständlich ist.
Die Verarbeitung ist fantastisch. Alles fluchtet 1a, die Oberflächen sind ohne Makel und die Haptik ist eine Wucht. Der „War Pe*is“ und die weiteren Gravuren sind superexakt ausgeführt.
Bei der kantigen Gestaltung des Griffstücks könnte man annehmen, dass das SnG unkommod in der Hand liegt. Dem ist aber nicht so. Zwei leicht geschwungene Fingermulden an Klinge und Griff unterstützen den Gunner Grip beim Haltgeben.
Mecker gibt´s zum Schluss: die Lanyard-Bohrung am Buttend ist genau so dämlich positioniert wie beim SMF. Eingeklappt ragt die Klinge zur Hälfte in die Bohrung und würde so binnen kürzester Zeit jedes Paracord in die ewigen Jagdgründe schicken. Sinngemäßer Kommentar M. Strider zu der Thematik: „Das Lanyard nicht durch beide Schalen, sondern nur durch eine führen.“. Äääh, ja…
SnG und SMF im Vergleich:
Epilog: nach dem Kauf ergab sich mit dem Anbieter noch ein angeregter Austausch über Messer, Männer und ihre Hobbies und dass Frauen gar nicht immer wissen müssen, wo ihre Kerle die Kohle so hintragen. In der Hochphase umfasste allein seine Strider-Kollektion über 20 Exemplare (er hat mir Bilder geschickt…mannomann…). Medford hat er wohl auch mehr als eins am Start.
Das SnG gibt er u. a. ab, weil er mittlerweile auf dem MSC-Trip ist und die Kohle lieber da reinsteckt. Bei Preisen bis etwa 3.000 € pro Messer muss er wohl noch mehr als nur ein Serien-Strider verticken...
Aber immer wieder schön dass es Leute gibt, deren Nagel im Kopp noch größer ist als der eigene.
Quellen Infos: knife-blog.com, outdoormesser.net
Ergebnis 1 bis 20 von 8659
Baum-Darstellung
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21.06.2023, 16:17 #11Lasky
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