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Wer Vitrinen braucht, hat zu viele Messer

Nachdem ich gestern ja versucht habe mein Böker + 440c Stahl am Wasserstein wieder scharf zu bekommen und das nix wurde, Heute der Versuch am Sharpmaker, zwischendurch dachte ich jo das wird, am Ende auf dem Ledergürtel mit Paste abgezogen, Nix wird

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Diese ganze Stahlarie, wie kann man das als Nichtkenner der Materie überhaupt einordnen?
Googeln hilft mir nur bedingt, da ich mit der jeweiligen Zusammensetzung eines Stahls nix anfangen kann.
Gibt es da für Laien so eine Art Ranking oder Vergleichsliste, ala Sandvik besser als 440c oder so?
Oder hängt die Verarbeitung einer Stahlsorte wieder vom Können des Messerbauers ab, so dass zb 440c bei böker anders ist als zb bei klötzli ( oder eben andere Stahlsorten )?
Ist ein höherwertiger Stahl auch länger schärfer und schnitthaltiger (zb s35v zum 19c27), wenn man eben die übliche Verwendung wie Post / Pakete öffnen, Gemüse schnippeln, mal einen Karton zerschneiden und sonstige kleinere Anwendungen dem Messer angedeihen läßt?
Ok, fangen wir mal mit dem schärfen an - erst Wasserstein ohne Erfolg und dann Sharpmaker ebenfalls ohne Erfolg - ich vermute mal das du auf dem Bankstein den Winkel, wenn auch nur leicht, verändert hast - da ist der Sharpmaker dann das falsche Gerät, der trägt für sowas zuwenig Material ab - bzw. man braucht ewig lange.

Grundsätzlich kannst du aber trotzdem folgendes probieren: Edding nehmen und die Schneide anmalen, dann mal über den Sharpmaker ziehen um festzustellen wo der abrieb ist und ob du die Schneide sauber triffst. Und dann Geduld, Geduld, Geduld

Wenn's gar nicht geht halt tatsächlich zum Jürgen Schanz schicken, dann wird das was und danach klappts auch wieder mit dem Sharpmaker.

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Stahl - das ist ein langes Kapitel, ich versuch mich mal kurz zu fassen:

Ein eindeutiges Ranking sieht vereinfacht etwa so aus: 440C -> VG-10 -> ATS-34/154CM -> D2 -> BG-42 -> S30V -> S35VN mal grob übern Daumen - C-Stähle lasse ich da bewusst raus - ganz anderes Thema.

Grundsätzlich gilt ein Stahl ist nur so gut und so leistungsfähig wie die Wärmebehandlung. Also Härten & späteres Anlassen, evtl. noch tiefkühlen. Dafür ist es wichtig das man Erfahrung damit hat, und auf Grund der Zusammensetzung des Stahls die richtige Wärmebehandlung/Härtung macht - dann kann der Stahl sein volles Potential entfalten, und dann ist ein S30V auch schnitthaltiger als ein 440C. Darauf kommt es aber nicht alleine an. Ein Messer aus 440C das einen Flachschliff hat, mit feiner Schneide kann besser & länger scheiden als ein S30V "Prügel" mit 6mm Rückenstärke und Meißelschliff z.B.

"Testen" kann man das ganz gut an Sisalseil, sowas findet man im Landwirtschaftlichen Bereich/Markt - ganz schlimm ist das Zeug mit dem Heuballen geschnürt werden - das macht ein Messer schneller stumpf als alles was ich sonst so geschnitten hätte.

Gruß,
Oliver