grade in der zm gelesen (trauriger hintergrund, ich musste dennoch schmunzeln)



Das Gebiss, das ich liebte

Ich bin in Trauer. Denn für eine Ikone der Filmgeschichte erloschen in dieser Woche für immer die Scheinwerfer. Blacky Fuchsberger? Nein, ich spreche von Richard Kiel.

Der „Beißer“ ist also tot. Zugeben, Kiel war sicher nicht der redegewandteste Antagonist von James Bond, aber vielleicht sind die Szenen vor allem aus „Der Spion, der mich liebt“ eben deswegen Kult.

Der Legende nach verleitete seine große Beliebtheit beim Testpublikum die Drehbuchautoren sogar dazu, den liebenswerten 2,18-Meter-Hünen als einen der wenigen Bond-Widersacher mit Leib und Leben davonkommen zu lassen. Umso mehr schockiert das jähe Ende im Saint Agnes Medical Centrex Hospital in Fresno, nachdem Kiel wegen eines Beinbruchs dort eingeliefert worden war.

Das provoziert zwei kritische Reflexionen. Einmal über die Sinnhaftigkeit der deutschen Redewendung „Das ist doch kein Beinbruch“ - und über die Frage, ob damit wohl endgültig die Ära der unverblendeten Metallgusskronen endet.