Leider ist gut Verteidigen in der Fußballfachwelt immer noch nicht so anerkannt
wie gut Stürmen.

Und obwohl ich ja den Heynckes Jupp sehr gut leiden kann, ist mir bei den Bayern
in den entscheidenden Spielen das Konzept nicht klar geworden.

Unentwegte, immergleiche, feiste Rib & Rob-Dribblings rund um den gegnerischen
16er sind leicht auszurechnen und zu entschärfen. Wo waren bitte die
Überraschungsmomente? Kaum erzwungene Standards (mal von den Ecken
abgesehen), keine Schüsse aus der 2. Reihe, kein zentrales Durchstoßen durch die
Abwehrkette.

Da spielt unser aktueller Deutscher Meister dann doch viel variabler und macht aus
halben Chancen oftmals sehr geile Tore. Da hält ein Lewandowski einfach mal den Schlappen
in einen an sich harmlosen Schuss, da marschiert Großkreutz einfach mal durch die
Kette, wenn er keinen Mitspieler findet, und so geht permanent irgendeine Gefahr
von der Mannschaft aus. Im Vergleich dazu habe ich den viel gehassten Gomez eine gute
dreiviertel Stunde überhaupt nicht mehr wahrgenommen.

Nichts gegen die Bayern, die haben sich trotzdem ordentlich verkauft, hatten einen
unangenehmen Gegner, der sich nur auf sein eigenes Spiel fokussiert hat, und im 11-Meter-
Schießen zu verlieren ist immer unglücklich.

Aber den Engländern jetzt vorzuwerfen, dass sie nicht schön mitgespielt haben oder
eigentlich im Finale nichts verloren hatten oder gar einen Sponsor haben, der sein Geld
in die Mannschaft schießt, ist letztlich auch der Bayern nicht würdig.