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Ich hatte diese Woche die Gelegenheit, meine Les Paul Standard 50s gegen mehrere Custom Shop-Modelle zu testen, konkret waren eine R7, eine R8, eine R9 und eine R0 im Rennen.
Es ist spannend, was man dabei hören kann. Meine subjektiven Eindrücke:
1. Jede Gitarre hat ihren ganz eigenen Klang. Eine R7 klingt anders als eine andere R7.
2. Die Klangeigenschaften einer unverstärkten Gitarre können verstärkt ganz anders gelagert sein. Die gestrige R9 beispielsweise klang unverstärkt ein wenig stumpf, verstärkt hingegen entfaltete sie wunderbar luftige Höhen.
3. Die Standard 50s klingt anders als die Custom Shop-Modelle, aber genauso finden sich Unterschiede zwischen den CS-Gitarren (vgl. Punkt 1). Besser oder schlechter ist keine, nur eben anders. Geschmackssache - nichts anderes.
Für mein Empfinden lag meine Standard unverstärkt nah bei der R9. Verstärkt ist der Höhenbereich der Reissue in den Höhen etwas ausgewogener gewesen.
Die Unterschiede sind für mein Empfinden beeindruckend deutlich und das, obwohl ich keine sonderlich guten und geschulten Ohren habe. Eine allgemeine Feststellung konnte ich jedoch identifizieren: die Reissue-Modelle aus dem Custom Shop fühlen sich anders an als die moderne Standard 50s. Es ist ein bisschen wie der Unterschied zwischen einer fünf- und sechsstelligen Rolex.
Mein Fazit: vielleicht schaffe ich mir irgendwann einmal eine Reissue an, allerdings bin ich jetzt erst in der Phase, in der ich die Nuancen zu unterscheiden und einordnen lerne. Eher kann ich mir derzeit vorstellen, den Höhenbereich der 50s ausgewogener zu gestalten. Weil ich sowieso gerade hinsichtlich verschiedener Saiten experimentiere und die richtigen noch nicht gefunden habe, kommen diese Feststellungen sehr gelegen.
Vielleicht interessiert sich jemand für meine Eindrücke aus dem Vergleich. Ich jedenfalls bin nach wie vor beeindruckt, wie viel eigener Charakter in jeder Gitarre steckt.
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Hallo Julian,
deinen Eindruck kann ich bestätigen.
Ich war auf der Suche nach einer Les Paul und habe daher auch einige Instrumente ausprobiert.
Angefangen hatte ich auch mit einer Standard 50s. Die hat sich ganz ok angehört und angefühlt.
Diese konnte ich dann im Laden mit einer 57er Reissue vergleichen. Insbesondere hatte mich interessiert, ob der Hype um Lackierung, Long Neck Tenon, Holzauswahl, etc. gerechtfertigt ist. Allerdings ist das auch ein bisschen unfair, denn wir vergleichen hier Gitarren für 2,5k mit Gitarren, die etwa doppelt so teuer sind. Mir wäre es aber den Mehrpreis wert gewesen. Die 57er klang viel luftiger und offener und hat sich deutlich besser angefühlt (Lackierung, Halsprofil)
Danach habe ich mir dann noch eine andere 57er und eine 59er Reissue angeschaut. Jede hat ihren speziellen Sound, das wundert mich aber auch nicht, denn jedes Stück Holz ist schließlich anders.
Am Ende ist es dann aber eine Nik Huber Orca 59 geworden.
Da ich schon eine Piet hatte, mit der ich sehr zufrieden bin, habe ich mir dann noch die Orca gekauft.
Was soll ich sagen? Eine Gibson ist eine Gibson. Tradition, Originalität, Vibe, etc. Aber für mich hatte am Ende die Orca doch die Nase vorn. Irgendwie habe ich ein Faible für Gitarren und Amps abseits des Mainstreams.
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