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Carsten,
Wir sind rund 2 Wochen unterwegs.
Dirk, ich sehe das sehr entspannt. Wir werden besinnliche Momente haben, ich werde sicherlich mitten auf einem Anstieg & Regen denken: was machen wir hier bloß.
Pilgern für mich ist dieses „stoische gehen, Schritt für Schritt, und dem Geist und den Gedanken freien Lauf lassen“.
Zu denken, pilgern muss immer nur „einfach“ und „leiden“ sein, ist für mich zu verkopft. Und genau solch eine Definition ist für mich das Gegenteil, was ich unter pilgern verstehe. :)
Aber akzeptiere völlig, dass ich nicht jeder meine Auslegung teilt. Ehrlich gesagt teilen meine Art „zu leben“ sehr viele Menschen nicht. Und das ist auch gut so. :gut:
Wir sind in Italien angekommen vor einigen Stunden, inklusive Pizza bei Autogrill und passendem seichten Bier für mich :dr:
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Nur ein kurzes Bild aus Assisi,
Wo wir zwei Nächte verbringen werden. Bevor wir per pedes weitergehen :)
Morgen gibt’s ein größeres Update :)
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So,
Hier mal zu gestern:
Der Tag gestern begann… sagen wir mal früh.
Sehr früh.
Walter hatte andere Pläne als Ausschlafen – und hat uns in aller Herrgottsfrühe geweckt.
Im ersten Moment denkt man sich: wirklich jetzt?
Im zweiten steht man draußen, schaut in dieses Bergpanorama – und weiß genau, warum es sich gelohnt hat.
Danach ging’s weiter Richtung Süden.
Kurz einmal Chaos durch eine Autobahnsperrung, einmal neu sortieren – und dann einfach laufen lassen. Kaum Verkehr, ruhige Strecke, dieses typische „wir rollen jetzt einfach durch“-Gefühl.
Ganz standesgemäß dann irgendwann: Pizza und Dosenbier auf dem Weg.
Nicht geplant. Aber genau richtig.
Assisi hat uns dann empfangen, wie man es sich irgendwie wünscht – graues Wetter, gedämpftes Licht, warme Farben in den Steinen.
Und vor allem: eine unglaubliche Ruhe.
Unser Hotel liegt unterhalb der Basilika San Francesco d’Assisi – und selbst hier unten spürt man schon, dass dieser Ort anders ist.
Heute ist noch ein Ankommen. Route finalisieren, letzte Details klären, einmal durchatmen. Und natürlich die neuen Modelle im Netz mit Percy’s Bildern begutachten.
Und dann, am Mittwoch, geht es wirklich los. Passend dazu regnet es heute, aber ab morgen meint es der liebe Herrgott gut mit uns :jump:
In diesem Sinne: Guten Morgen aus Assisi :dr:
Unsere Musik beim Ankommen :)
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Unser hotel, der Blick nach Assisi ist unfassbar schön
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Walter hat direkt klar gemacht, wer hier im Bett der Chef ist
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Morgens haben mich die Hundis früh zur ersten Runde im Olivenhain geweckt
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Wir kamen als Besucher.
Und irgendwo zwischen einer kleinen Kapelle
und einem Stempel auf Papier
wurden wir Pilger.
Mit Hunden, mit Tüchern,
mit zu viel Gepäck und zu vielen Gefühlen.
Und vielleicht gehört genau das dazu –
dass das Heilige und das Alltägliche
plötzlich nebeneinander stehen.
Und sich gar nicht widersprechen. :jump:
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Jetzt sind wir offiziell Pilger :flauschi:
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So, wir haben 7:15 Uhr,
Die Injinji Socken, die zum Blasenschutz unter den Falke TK2 getragen werden sollen (ich plapper das alles nur nach, ob das funktioniert wird man heute sehen :D ), sind an.
Der Rest vom Amarone darf in die Softflask, um irgendwo auf dem Weg bei Salami und Käse genossen zu werden. Das Dackel Merino Shirt sitzt.
Mögen die Spiele, ah ne, war ja ne Pilgerung, beginnen :dr:
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Der Globetrotter Mann sagte das,
Und bis jetzt ist alles Mega mit den Füßen. Haben nach 12,9km, und plötzlich war dort ein Albergo :jump:
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Sänfte war das nicht gerade, Schweißtreibend trifft es besser :D
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Walter hat durchgezogen, hat sich das Sofa redlich verdient.
Papa ist auch platt, daher schreibe ich mir zu dieser für uns atemberaubenden Etappe 1.
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Etappe 1 – und direkt eine, die hängen bleibt.
Der Morgen begann noch diesig.
Alles ein bisschen verhangen, ruhig, fast zurückhaltend.
Auf dem Weg nach Spoleto – unserem eigentlichen Startpunkt, nachdem wir die weniger schönen Straßenetappen für die Hunde umgangen haben – riss der Himmel dann langsam auf.
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Und mit den ersten Sonnenstrahlen ging es los.
Keine fünf Minuten in der Stadt, und plötzlich standen wir auf dieser massiven Brücke, die sich über das Tal spannt – und ab da war klar: jetzt beginnt es wirklich.
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Wasserstellen gab es überall
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Die Natur hat sich von ihrer besten Seite gezeigt.
Was man aber auch sagen muss:
Diese Etappe hat es in sich.
Rund 750 Höhenmeter. Zum Glück doch nicht tausend, wie wir irgendwo gelesen hatten.
Und zwar nicht verteilt. Sondern ziemlich direkt. Ohne echte Pause.
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Da haben sich die Hundis eine Abkühlung verdient
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Als Pilger-Neuling muss ich ehrlich sagen: das war schon… sportlich.
Teilweise ging es nur noch darum, den nächsten Schritt zu machen und die Atmung halbwegs im Griff zu behalten.
Und gleichzeitig war es genau das, was es besonders macht.
Der sogenannte „magische Wald“ – und ja, der Name passt – hat uns komplett abgeholt.
Licht, Schatten, diese Ruhe, die man nicht erklären kann.
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Und dann, oben angekommen:
Das Albergo Ferretti.
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In dem Moment wirkte es wirklich wie eine kleine Erscheinung.
Eine echte Toilette. Kalte Getränke. Ein Aperol Spritz, ein Bier. Einfach kurz wieder Mensch werden.
Danach wurde alles leichter.
Der Weg entspannter, die Gespräche kamen zurück, die Schritte wurden ruhiger.
Irgendwann dann eine Wiese, Käse, Salami, ein Glas Rotwein.
Mehr braucht es manchmal nicht.
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Ein schöner Zufall am Wegesrand:
In der Vorbereitung hatten wir Videos gesehen – unter anderem von zwei Deutschen, die hier unterwegs waren und von einem Einsiedler erzählt haben, der sich irgendwo entlang des Weges in einer Kirche niedergelassen hat.
Und genau diesen Mann haben wir getroffen.
Einfach so.
Hat uns auf einen Kaffee eingeladen, wir haben gequatscht, dazu ein Pärchen aus Australien kennengelernt, ebenfalls auf dem Weg.
Solche Begegnungen kannst du nicht planen.
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Fast forward:
Die Etappe war lang. Aber auch Wunder wunderschön
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Und am Ende kamen wir in Ceselli an – oder besser gesagt: dachten wir, wir wären da.
Nur um festzustellen:
Hier gibt es… nichts.
Kein Taxi.
Keinen Tabacchi.
Keine Möglichkeit, irgendwas zu organisieren.
Unser Hotel?
Noch 3,5 Kilometer weiter oben.
Und wir waren durch. Die Hunde auch. Walter sagte: bis hierhin und nicht weiter
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Also haben wir einfach eine Dame angesprochen, die vor ihrem Haus ihr Auto gewaschen hat.
Wollten ihr Geld geben – sie hat nur gelächelt, den Hunden erstmal Wasser gebracht und gesagt: „Setzt euch, ich fahr euch hoch.“
Und genau so war es dann auch.
Fazit nach Etappe 1:
Keine Blasen.
Das Doppelsocken-System funktioniert perfekt.
Die Schuhe sitzen, als wären sie dafür gemacht.
Die Hunde? Komplett platt – aber glücklich.
Wir haben bewusst zwei Nächte eingeplant, um flexibel zu sein.
Ich persönlich könnte weitergehen.
Aber am Ende entscheiden nicht wir – sondern die Pfoten.
Und genau das ist vielleicht die wichtigste Lektion bisher:
Hier geht es nicht um Tempo.
Sondern darum, den eigenen Rhythmus zu finden.
In diesem Sinne – einen schönen Tag aus Umbrien.
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Zitat:
Zitat von
steboe
Ist das ne Rosenkranzhalskette?:D
Nein,
Das ist eine Kette, die auf Bali von einem Mönch bei der Feuer- und Wasser Zeremonie gesegnet wurde. Bedeutet mir wie meine Armbänder sehr viel, weil ich in Bali für mich sehr viel verändert habe :jump:
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Kleines Reality-Update zum Thema „Wir pilgern ja quasi in einer Sänfte getragen“… was ich ziemlich cool fände :dr:
Also… ja.
Theorie und Praxis sind ja manchmal zwei verschiedene Dinge.
Unser „Luxus-Setup“ für diese Etappe sieht aktuell so aus:
Wir wohnen in einer Art… sagen wir mal… mittelalterlichen Mini-Straße, irgendwo gefühlt im 15. Jahrhundert hängen geblieben.
Steinhäuser, kleine Gassen, alles so verwinkelt, dass selbst Google Maps irgendwann einfach aufgibt.
Das Ganze wurde irgendwann zu einem Albergo umfunktioniert – heißt:
keine klassische Hotelstruktur, sondern eher „du wohnst halt in deinem eigenen kleinen Häuschen“.
Apartment, Küche, alles da.
Wir könnten theoretisch komplett autark leben.
Also quasi:
Pilgern Deluxe.
Nur ohne Deluxe.
Jetzt kommt aber der Plot Twist:
Das Ding hat einfach einen Spa.
Und nicht so ein „ja, wir haben da auch irgendwas hingestellt“-Spa, sondern:
türkisches Dampfbad, Sauna, nochmal Sauna, Ruhebereich – alles da.
Und nach 600 Höhenmetern straight up fühlt sich das nicht wie Wellness an,
sondern wie… Wiedergeburt.
Das Beste daran:
Wir zahlen für das komplette Apartment
inklusive Frühstück
160 Euro.
Und jetzt kommt’s:
Es ist einfach keiner da.
Ich war komplett alleine im Spa.
Alleine.
Komplett.
Ich saß da also nach dieser Etappe, durchgeschwitzt, halb zerstört –
und plötzlich fühlte es sich doch wieder ganz kurz so an,
als wären wir vielleicht doch näher an „getragen werden“ als gedacht.
Nur halt… auf Umbrisch.
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So sah unser Dörfchen von unten gestern Abend aus :)
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Genusspilgern halt, ich glaube, wir definieren hier gerade eine neue Reise Kategorie. Sollte Jochen mal ins Programm nehmen :op: