Geil :gut: ...und gerade mal 90 Minuten weg:supercool:
Nimmst Du immer ein Stativ mit ?
Geil :gut: ...und gerade mal 90 Minuten weg:supercool:
Nimmst Du immer ein Stativ mit ?
Schuldig im Sinne der Anklage. Fotos sind ein kleines Hobby von mir, für das ich gerne ein bisschen mehr Aufwand betreibe. Und gerade ein Stativ kann ein Foto so deutlich verbessern: Bei mir als 1/8s Verschlusszeit ist bei mir aus der Hand Schluss. Mit Stativ geht quasi unlimitiert. Man kann also wunderbare an den Einstellungen spielen :)
Nur bei der Qualität schüttelt meine Freundin immer den Kopf: Ich hab mir vor einem Jahr ein Manfrotto befree gekauft und benutze trotzdem noch mein uraltes Stativ mit diversen Kampfspuren. Irgendwie komme ich von dem alten Wegbegleiter nicht weg. :D
Habe ich mir spaetestens bei den Innenaufnahmen der A350 gedacht....apropos A350 - ich habe den Flieger Ende letzen Jahres auf der Dubai Airshow gesehen und dort waren die ersten beiden Reihen neben dem "Rondell" schon Business und dann erst kam eine Trennwand...aber auf der Steuerbordseite war ein Kleiderschrank und auf der Backbordseite eine Toilette....quasi in unmittelbarer Naehe zum Sitz...war das bei Deinem A350 auch so ?
Ich habe einen Bilderthread zur Airshow eingestellt, da kann man das besser sehen als ich es erklaeren kann.
Tolle Eindrücke, vielen Dank Phil :gut:
Also in meiner Erinnerung waren sogar auf beiden Seiten Toiletten, als Backbord und Steuerbord. Die Geräuschkulisse hielt sich aber in Grenzen.
Im Flieger hatte ich übrigens kein Stativ dabei. Das ist mir dann fürs Handgepäck doch eine Ecke zu Heavy. Da habe ich alles über das ISO gelöst.
OK - ich dachte, ich haette in den EXIF 'was von 1/4 s gelesen.
Uff ... dann war aber verdammt mutig. :)
Du kannst es leicht am ISO rausfinden: Vom Stativ schieße ich grundsätzlich nur in 100. An viel höheren Werten (640, 800, 1600, ...) kannst du meine Verzweiflung ablesen.
Toller Bericht, vielen Dank dafür.:verneig:
GENIALER Bericht. Ich mag Deine Fotos wirklich :verneig:. Du hast absolut ein Auge für´s Fotografieren. Vielen Dank für die Mühe, die Du Dir immer wieder machst.
Klasse Reisebericht.
Vielen Dank dafür :gut:
Wüste, Wüste, Wüste!
Wie schon am Anfang geschrieben, hätte ich es bei dieser Tour endlich geschafft zu einer Wüstentour aufzubrechen. Damit ihr euch ein wenig mehr über Land und Leute erfahrt, gibt's von mir auch ein paar Hintergrunddetails. Schließlich habe ich hier ja auch einen Bildungsauftrag! :D :D
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Geschichtliches in den Vereinigten Arabischen Emirate? Ich gebe zu, dass ich mich bisher nie großartig darüber informiert habe. Gerade bei Städten wie Ras Al Khaimah oder Dubai, die praktisch innerhalb von wenigen Jahren von einem Fischerdorf zur gigantischen Metropole gewachsen sind, vergisst man häufig, dass es auch ein Leben vor den Wolkenkratzern gab.
Ein Hinweis darauf liefert schon alleine die wörtliche Übersetzung von Ras Al Khaimah, die etwa "Spitze des Zeltes" oder auch "Landspitze der Zelte" bedeuten kann. Klar: Früher lebten Beduinen in einfachen Hütten oder Zelten. Höchste Zeit, dass ich einmal einen Schritt in die Vergangenheit des Landes wagte.
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Das Nationale Museum von Ras Al Khaimah wurde in einem ehemaligen Herrscherpalast errichtet und bietet dem interessierten Geschichtsfreund einen ersten Einstieg in die Geschichte des Landes.
Zuviel sollte man von diesem Museum nicht erwarten, da ein Großteil der Exponate hier in den 80er Jahren installiert wurde, und mittlerweile doch etwas der Putz von der Decke bröckelt.
Allerdings bekommt man einen guten Einblick in die früheren Handelswege, als Ras Al Khaimah noch unter dem Namen Julfar bekannt war, und vor allem mit dem Perlenhandel zu beachtlichem Ruhm gekommen war.
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Auch die typische Infrastruktur der Windtürme zur Kühlung von Räumen lässt sich hier gut demonstrieren und auch selbst "erfühlen". Prinzipiell handelt es sich dabei nur um einen viereckigen Turm, in dessen Inneren ein Mauerwerk in Kreuzform eingezogen ist.
Jeder Wind - egal aus welcher Himmelsrichtung - wird durch diesen Turm eingefangen und in den darunterliegenden Raum geleitet. Dieser besitzt möglichst wenige Fenster oder Türen, so dass zusammen mit dem nicht vorhandenen Sonnenlicht und den fallenden Winden tatsächlich eine gewisse Kühlung erzielt werden konnte. Übrigens funktioniert auch der hochmoderne Windturm in Masdar City, den wir an Weihnachten 2014 nahe Abu Dhabi besichtig hatten, nach dem gleichen Prinzip.
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Als Tourist erwartet man an einem Wüstenort wie den Arabischen Emiraten wahrscheinlich am wenigsten ein hohes Gebirge. Tatsächlich unterscheidet sich Ras Al Khaimah durch sein bergiges Hinterland von Dubai und Abu Dhabi. Bis zu 2000 Meter ragen die Berge in die Höhe, die allerdings genau so staubtrocken wie der Rest des Landes sind. Den aufgetürmten Gesteinsbergen fehlen die wasserhaltenden Schichten wie zum Beispiel Kies, so dass die Gegend sich nur wenig zum Ackerbau eignete.
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Da ich in meinen bisherigen Aufenthalten in den VAE sowieso viel zu wenig Wüsten-Erlebnisse hatte, war ich dieses Mal darauf erpicht, so viel karges Land wie möglich zu erkunden. Mit dem Auto fuhr ich ca. 40 Minuten von Ras Al Khaimah in Richtung des Landesinneren, wo eine ganz spezielle Ruine auf mich wartet. Irgendwo auf den ersten Erhebungen der Hügelkette steht der Sheba's Palace.
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Wer als Tourist diesen Ort erkunden möchte, der sollte lieber gutes Schuhwerk mitbringen. Ich hatte leider komplett daneben gegriffen und musste so langsam meinen Weg über die steinigen Felder bahnen. Tierfreunde sollten diesem Ort nicht zu leichtfertig begegnen. Dass die Wüste hart sein kann, zeigen die vielen Kadaver von Katzen und Ziegen, die praktisch überall herum liegen.
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Manchmal wird dieser Ort in der Literatur auch als Zenobia's Palace bezeichnet. Von einem Palast zu sprechen, ist vielleicht ein bisschen zuviel gesagt. Bei dem Gebäude handelte es sich wahrscheinlich um eine Sommerresidenz eines reichen Kaufmanns von Julfar, der in den Bergen ein wenig Privatsphäre gesucht hatte.
Heute steht von dem Komplex nur noch wenig. Dennoch ergibt sich von der Bergkuppe ein erstklassiger Blick über Ras Al Khaimah. Wer genau hinschaut, sieht sogar das Meer am Horizont. Für mich war es eine ganz neue Ansicht dieses Landes, das ich sonst eher nur komplett flach kenne.
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Mit dem Auto ging es dann für mich weiter in Richtung Norden. Etwa 20 Kilometer vor der Grenze zum Oman befindet sich das Dhayah Fort. Passenderweise kommen wir nun an der Grenze weg von persönlichen Palästen hinzu militärischen Befestigungen.
Als Lage hatten sich die Erbauer die gleichnamige Dhayah Oase heraus gesucht, die schon seit über 5000 Jahren bewohnt ist.
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Die Festung wurde wahrscheinlich 1900 v.Chr. erbaut und spielte auch in diversen Konflikten mit den Briten eine große Rolle. Allerdings war die Konstruktion dieser Festung leider nie besonders gut durchdacht: Der Anlage fehlten die nötigen Zisternen zur Wasserspeicherung, so dass das Fort einer Belagerung nie lange standhalten konnte.
Heute ist das Fort ein reines Tourismusziel mit angeflanschtem Hotel. Die Schönheit der Kulisse ist auch wirklich nicht von der Hand zu weisen. Allerdings kann man es mit Flaggen auch übertreiben.
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Richtig spannend wurde es aber am Abend des dritten Tages. Endlich sollte sich für mich die Möglichkeit auftun, waschechte Wüstenfotos zu machen. In der Nähe des Wüstenhotels Banyan Tree Al Wadi gab es eine Beduinenstadt für Touristen. Ich gebe zu, dass mich diese Retorten-Stadt nicht sonderlich interessierte. Viel gieriger war ich auf die Möglichkeit endlich einmal ganz alleine mit meiner Kamera in der Wüste zu stehen und hier alle Zeit der Welt für gute Fotos zu haben.
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Der absolute Wahnsinn: Plötzlich stand ich mitten in der Wüste und konnte praktisch in jeder Richtung das perfekte Fotomotiv sehen. Besonders magisch waren die Spitzen der Sanddünen mit ihrer harten Hell-Dunkel Grenze. Eine leichte Brise sorgte für fliegenden Sand über die Kuppen, der sich fotografisch gar nicht so einfach auf den Chip bannen lassen wollte.
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Nein, ich möchte mich an dieser Stelle nicht zu sehr über die Schwierigkeiten beim Knipsen der Bilder auslassen. Aber ein Grundproblem in der Wüste sollte man nicht außer Acht lassen: Wer die unberührte Wüste fotografieren will, darf sich vorher nicht selbst durchs Bild latschen. Einmal in den Boden gestampfte Fußspuren können nicht rückgängig gemacht werden. Das ganze führt zwangsläufig dazu, dass man es sich gut überlegt, ob man denn von einem Punkt genügend Fotos geschossen hat. Geht man ein paar Meter, ist das Motiv unwiederbringlich zerstört.
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Natürlich lässt sich eine Fußspur auch künstlerisch als Motiv nutzen, wie man im nächsten Bild sehen kann. Dennoch ärgerte ich mich ziemlich, als plötzlich eine geführte Quad-Tour durch meine aktuelle Lieblingsdüne knatterte. Ebenfalls war es vorbei mit der Ruhe, als plötzlich eine ganze Hurde SUVs durch die Dünnen bollerte. Ein Glück hatte ich vorher schon genügend schöne Motive für den Blog eingefangen.
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Klares Highlight: Der Sonnenuntergang über den Dünen. Hier sieht man auch sehr gut, dass in diesem Teil des Landes noch keine reine Wüste vorherrscht. Immer mal wieder gibt es noch kleinere Bäume und Sträucher, die die Landschaft ein wenig begrünen. Gerne hätte ich erfahren, wie es weiter im Landesinneren ist. Ich tippe aber darauf, dass der Bewuchs schnell abnehmen wird.
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Auch in Sachen Nachtfotos wurde ich nicht enttäuscht. Natürlich musste ich ein wenig weiter von den künstlichen Lichtquellen der Beduinenstadt laufen, um den Leuchtschimmer aus dem Bild zu bekommen. Dafür schon nach wenigen Metern die Sterne hell und klar zur erkennen. Einzig und allein die Milchstraße wollte einfach nicht sichtbar werden. Dafür ist das Sternbild des Orions mit dem markanten Oriongürtel aus drei Sternen gut zu erkennen.
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Eine detaillierte Beschreibung des Abendprogramms im Wüstencamp lasse ich an dieser Stelle lieber sein. Soviel dazu: Ich bezweifle, dass die Beduinen von damals mit jeder Menge LEDs zu Techno-artiger Musik getanzt haben. Nicht dramatisch und für den einen oder anderen sicher ganz interessant. In Anbetracht der unglaublichen Wüste um mich herum, konnte ich der Show nicht so viel abgewinnen. Somit belasse ich es an dieser Stelle einfach bei einer Langzeitbelichtung des Tänzers, die der ganzen Show sogar einen künstlerischen Nebeneffekt abgewinnt.
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Sehr schoen :gut: Weiter in der Wueste ist nicht sooo prickelnd, aber ab und an kommt eine Oase.
Solange es nicht noch mehr LED-Beduinen gibt, wäre ich ja schon beruhigt :) Die haben mich echt geschafft ...
Hatte ich mich am gestrigen Tage noch ausgiebig der sanften Erkundung der Berge rund um Ras Al Khaimah beschäftigt, sollte es heute etwas sportlicher zugehen. Zugegeben ist Klettern nicht unbedingt meine Parade-Disziplin. Unter den fachkundigen Augen eines Profis - und einer doppelten Sicherung - konnte hier aber wenig schiefgehen.
Erneut ging es mit dem Auto in Richtung der Grenze zum Oman, und von dort aus hinein ins steile Gelände. Selbst die Straße dorthin bot einen recht fotogenen Anblick. Wo sonst, außer in der Wüste, kann man solche geraden Straßen bauen?
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Ziel des heutigen Vormittags war das Camp von Challenging Adventures. Der Event-Veranstalter hatte sein Basiscamp in einer fruchtbaren Oase mitten im Gebirge aufgeschlagen. Hauptsächliche Zielgruppe sind abenteuerlustige Touristen oder Expats, die ein wenig Spaß in den Bergen haben wollen. Ebenfalls werden von hier auch Rafting- und Kanu-Touren angeboten. Diese finden logischerweise nicht in den kargen Bergen von Ras Al Khaimah statt, sondern ausschließlich an der Küste.
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Etwas überrascht war ich, als ich völlig unvorbereitet ein deutsches Wort im Angebotskatalog des Veranstalters fand. Wusstet ihr das "Abseiling" im Englischen tatsächlich das gleiche wie im Deutschen bedeutet? An solche Sonderlinge wie "Kindergarden" hatte ich mich ja bereits gewöhnt.
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Wer auf der Suche nach einem möglichst ursprünglichen Urlaub ist, der mietet sich einfach in eines der Zelte der Oase ein. Fließendes Wasser und Toiletten sind vorhanden, alles andere sucht man vergeblich. Selbst der Feuerlöscher muss seinem urtümlichen Pendant weichen: Statt einer Ice Bucket Challenge gibt's hier einen einen Fire Bucket mit kläglicher Füllung.
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So langsam war der Moment der Wahrheit gekommen.
Auch wenn das Thermometer momentan nur winterliche 20 °C in Ras Al Khaimah zeigte, wählte unser Guide eine passende Felswand aus, die ganztägig im Schatten lag. Außer uns war diese Ecke der Berge eher schwach frequentiert. Nicht von schlechten Eltern war die Leistung eines Briten, der mit seinem Campervan auf eigener Achse von Großbritannien bis in die Emirate gefahren war. Chapeau!
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Wie ihr seht, hatte auch mich der Ehrgeiz kräftig gepackt, so dass ich mich todesmutig entlang der etwa 15 Meter hohen ersten Wand hangelte. Wider Erwarten stellte sich der Aufstieg einfacher heraus, als der Abstieg. Immer wieder forderte der Guide mich zum Zurücklehnen im 90°-Winkel zur Wand auf, um diese quasi "rückwärts" hinunter zu laufen. Bis ich hier volle Punktzahl bei den Haltungsnoten erhalte, dürfte es wohl noch mehre Urlaube dauern.
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Nur um dem Eindruck entgegenzuwirken, dass ich mich plötzlich zum Profikletterer entwickelt hätte: Bei der nächsten Etappe musste ich auf halber Strecke kapitulieren. Die 25m hohe, zweite Wand enthielt einige Stellen mit leichten Überhängen, die bei mir doch eher Verzweiflung hervorriefen. Dennoch war es eine tolle sportliche Gelegenheit, die in meinem internen Ranking auf jeden Fall vor dem Indoor-Skydiving in Dubai steht.
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Nach erledigtem Sport war es dann Zeit für ein kleines Mittagessen. Hierbei konnte ich eine Lücke schließen, die ich bisher in meinen VAE-Reisen nie wirklich in den Griff bekommen hatte: Obwohl Dubai, Abu Dhabi und Ras Al Khaimah jede Menge Wasser und viele Inseln besitzen, habe ich bei meinen Reisen sehr wenige Boote und Yachten gefunden. Sollte man nicht meinen, dass gerade die Emiratis jede Menge Spaß auf dem Wasser suchen?
Im Al Hamra Marina Yacht Club fand ich mal wieder einiges an Boots-Inspiration.
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Damit ihr vielleicht mal ein etwas vollständigeres Bild der Stadt Ras Al Khaimah bekommt, liefere ich an dieser Stelle ein Luftbild nach, das ich vom obersten Stockwerk unseres Waldorf-Astoria geschossen habe. Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr die Marina genau an der Hafeneinfahrt. Genau dieses innenliegende Hafenbecken ist heute das Zentrum von Ras Al Khaimah City.
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Und da wir gerade beim Thema sind: Natürlich befindet sich im obersten Stockwerk des Hotels nicht irgendein Zimmer, sondern die Präsidentensuite. Und diese umfasst nicht weniger als gleich zwei komplette Stockwerke und verfügt über einen separaten Aufzug, über den bei Bedarf auch das komplette Abend-Buffet auf die Suite geliefert wird. Natürlich ist das völlig unnütz. Die meisten Bewohner dieser Suite bringen nicht nur ihren eigenen Butler, sondern auch gleich ihren eigenen Koch für die separate Küche mit.
Wie auch immer: Hier war der perfekte Ort, um meinen letzten Sonnenuntergang in Ras Al Khaimah zu genießen.
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An die Tatsache, dass jeder noch so schöne Urlaub irgendwann einmal sein jähes Ende findet, habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Ein gewisses Faible für die Aviatik kann den Urlaub aber verlängern. So blieb auch bei meinem Ausflug nach Ras Al Khaimah durch den anstehenden Business Class Flug mit Qatar Airways die Vorfreude bis zum Ende hoch. Besonders da ich dem Flughafen von Ras Al Khaimah am ersten Tag durch die Feierlichkeiten des Inaugural Flights keine große Beachtung geschenkt hatte.
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Wenn man es genau nimmt, hatte ich nicht wirklich viel verpasst. Schon erstaunlich, wie heruntergeritten dieser Flughafen im Vergleich zu den Tempeln in Doha oder Dubai ist. Selbst der Flughafen von Abu Dhabi wirkte anno 2012 - verglichen mit seinem nördlichen Nachbar-Emirat - nicht mehr wirklich taufrisch. In Ras Al Khaimah ist man aber leider noch auf dem Status "Lowlevel Airport", der perfekt zu einem No-Frills-Carrier passen würde. Memmingen wäre stolz.
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Die Lounge im Flughafen von Ras Al Khaimah konnte immerhin das Bild ein wenig aufhellen. Gegen Stuttgart oder Tegel kommt der Warteraum der höheren Kategorie durchaus an - gegen Doha oder Dubai ist er aber komplett chancenlos. Immerhin gab es Free WiFi und eine ausreichende Anzahl an Steckdosen, so dass ich mein Smartphone vor dem Abflug noch einmal kräftig auftanken konnte. Irgendwie ist es erstaunlich, wie schnell man sich in den VAE an einen gewissen Standard an Flughäfen gewöhnt.
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Essenstechnisch hat die Lounge einen miserablen Eindruck gemacht. Ein klägliches Buffet im Nebenraum ließ leider stark zu wünschen übrig. Es kommt noch besser: Auf ein bestelltes Getränk wartete ich bis zum Abflug vergeblich. Auch Instant-Kaffee ist mir bisher in Loungen eher selten begegnet. An dieser Stelle muss ich meinen oft genutzten Prügelknaben, die Elli-Beinhorn-Lounge in Stuttgart, fast in Schutz nehmen. Dort gab's immerhin einen Kaffee-Vollautomaten.
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Nach kurzer Wartezeit rollte dann auch schon mein Flieger um die Ecke. Erneut sollte ein Airbus A320 die Strecke zwischen Ras Al Khaimah und Doha bedienen. Die Maschinen von Qatar Airways erwiesen sich auf der Abflugstafel momentan als richtig auffallender Farbfleck. Normalerweise wird der Traffic eher von der Billigfluggesellschaft Air Arabia und deren roten Maschinen dominiert. Womit die Ausstattung des Flughafens dann auch wieder mit dem Klientel zusammen passt.
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Hatte ich beim Hinflug noch wegen der Feierlichkeiten mit meiner Spiegelreflex ein freies Schussfeld, sah die ganze Chose beim Heimflug deutlich restriktiver aus. Nach nur zwei Fotos wurde ich gleich von Sicherheitsbeamten umringt und eindeutig davon überzeugt, ab jetzt bitte die Kamera nur noch ausgeschaltet über das Vorfeld zu tragen. Interessanterweise sind Air Arabia und Qatar nicht die einzigen Gäste an diesem Airport zur Ferienzeit. Der Veranstalter FTI vermarktet während der Saison das Emirat mit einer Boeing 737 pro Tag, die von Sunexpress im Vollcharter betrieben wird.
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Im Flieger klappte mir dann fast die Kinnlade nach unten. Beim Inaugural Flight hatte ich durchaus Verständnis für die "ältere" Business Class Ausstattung des A320 gezeigt. Die Sofasessel empfand ich für einen einstündigen Hüpfer als völlig ausreichend, auch wenn mir im A350 ein komplett anderes Ambiente gegeben wurde.
Wie ich dieses Mal beim Einsteigen bemerken musste, besitzt Qatar Airways in ihrer Narrowbody-Flotte einen nicht ganz einheitlichen Standard. Mein Airbus A320 war in der Biz komplett mit Lieflat-Sitzen ausgestattet.
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Aufgrund der Kabinenbreite konnte hier natürlich kein Fischgrätenmuster erzeugt werden, so dass die Passagiere der Fensterplätze tatsächlich über den Gangplatz klettern müssen. Das Ganze ist durch die üppige Beinfreiheit bei normaler Sitzposition kein Problem. Im Falle des ausgeklappten Bettes kommt man um eine Absprache mit dem Sitznachbarn jedoch nicht herum.
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Natürlich musste ich die Bett-Konfiguration gleich nach dem Start ausprobieren. Beim Online-Checkin hatte ich mir meinen Lieblingssitzplatz 1A gesichert und tatsächlich das Glück eines freien Nachbarsitzes erwischt. So konnte ich die Verstellmöglichkeiten des Sitzes ausgiebig testen.
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Beim Essen lasse ich dieses Mal erneut nur Bilder sprechen. Wie schon auf dem Hinflug war auch auf dem Flug nach Doha der Service vor allem sehr dezent. Auch wenn sich der kurze Hüpfer nicht wirklich für einen kompletten Spielfilm anbot, schaute ich kurz in die Steve Jobs-Biografie hinein und merkte mir den Blockbuster schon einmal für den Weiterflug nach München vor.
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Im Vorbeiflug an der Küste der Emirate erblickte ich bei tiefster Nacht auf einmal die Jumeirah Palm in Dubai.
Wer richtig gute Augen hat, sieht auf der nördlichen Seite (im Bild links) des äußeren "Sichelmondes" unser Anantara The Palm Hotel vom letzten Mal. Für absolute Insider ist es an den zwei beleuchtenden Armen der Wasser-Bungalows zu erkennen.
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In Doha angekommen musste ich leider feststellen, dass für unseren kleinen Airbus A320 kein Finger am Terminal bereit stand. Eigentlich komisch: Der Hamad International Airport in Doha ist momentan noch ziemlich weit von seiner Kapazitätsgrenze entfernt und sollte eigentlich jede Menge Platz haben. Egal: Immerhin hatte ich so die Chance, einmal den maximal möglichen Komfort beim Bus-Deboarding zu genießen. Habt ihr schon einmal einen Business Class Flughafenbus gesehen? Bei über 200 Flügen ist mir so ein Gefährt noch nicht ein einziges Mal über den Weg gefahren.
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Über die Wartezeit am Flughafen werde ich noch einmal separat bloggen. Während der Transferzeit ergab sich für mich nämlich die Möglichkeit, die First-Class Lounge zu besichtigen. Allein mit ihrem integrierten Spa-Bereich ist diese einen eigenen Artikel wert. Ansonsten vertrieb ich mir die Zeit in der Business Class Lounge, und dort speziell mit den am Sitz integrierten Android Tablets, die eigentlich ausschließlich die aktuellen Abflüge anzeigen sollen.
Sagen wir es mal so: Mit ein paar Tricks konnte man auch relativ schnell einen Browser öffnen.
Nach rund zwei Stunden Umsteigezeit schlenderte auch ich so langsam zu meinem Gate, um meinen nächsten A350 in Empfang zu nehmen.
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Ja, die nächsten Fotos sind leicht bearbeitet. Und zwar habe ich nachträglich die Rosa-Sättigung nach unten gedreht. In echt war die Ausleuchtung tatsächlich fast ein wenig zu kitschig. Auf jeden Fall zeigten die LEDs des A350 mal wieder, zu welchen Lichtstimmungen sie im Stande sind.
Eins muss ich aber doch zugeben: Gerade für ein Boarding mitten in der Nacht ist eine gedimmte Stimmug wesentlich angenehmer als die üblichen grellen Scheinwerfer.
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Direkt nach dem Start zog die Skyline von Doha an meinem Fenster vorbei.
Trotz des Komforts an Bord ärgerte ich mich an diesem Zeitpunkt doch ein wenig: Ähnlich wie Zürich habe ich Doha eigentlich viel zu lange ausschließlich als Umsteigeziel genutzt und noch nie vom Boden aus erkundet. Hier sollte ich wirklich nachbessern, und beim nächsten Mal einen oder besser gleich zwei Tage in Doha einplanen.
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Kommen wir zu einem weiteren Mini-Kritikpunkt: In Sachen Amenity Kits scheint Qatar Airways eine etwas uneinheitliche Linie zu fahren. Während es bei den Airbus A380 definitiv einen kleinen Beutel gibt, ist das begehrte Kit im A350 eher nur eine zusammengerollte Socke. Der eher spärliche Inhalt sind - ohne Witz - Socken und eine Schlafbrille. Dazu gibt kleine Ohrstöpsel und einen faltbaren Kamm. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das eher Durchschnitt und gerade die fehlende Zahnbürste verwunderte mich doch etwas.
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Hier noch ein zwei Fotos von der Zielgerade des Fluges. Trotz winterlichen Wetters zeigte sich die Landschaft der Voralpen eher wenig beschneit. Auch in München ist der Winter bisher eindeutig zu warm, so dass Skifans erst in großer Höhe auf ihre Kosten kommen. Gerade rund um den Chiemsee sieht man, dass in Oberbayern praktisch überhaupt kein Schnee liegt. Ich hoffe, dass der Winter im Jahr 2016 doch noch einmal kurz und knackig zurück kommt.
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Zurück in München wurde ich immerhin von strahlendem Sonnenschein begrüßt.
Kurz nach dem Abbiegen am Besucherhügel erblickte ich noch eine Boeing 737 der Airberlin, deren Triebwerke und APU anscheinend mit einer Folie abgeklebt waren. Wie es aussieht, möchten sich die Berliner von einigen Bobbys trennen und macht diese schon einmal zum Abtransport bereit. Einige Maschinen gingen schon in den Jahren zuvor an die chinesische Billigfluggesellschaft Ruili Airlines.
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Für mich endete eine wahnsinnig interessante Reise an dieser Stelle. Nach dem Deboarding meines A350 konnte ich noch die neueste Errungenschaft am Terminal 1 des Münchner Flughafens erspähen: Die Passkontrollen im Arrival-Bereich sind nun auch automatisiert und beschleunigen den Prozess enorm. Auf der anderen Seite muss ich aber gestehen, dass die Warterei bei den Zollbeamten nach der Ankunft eines Großraumflugzeugs nie so wirklich das Problem war. Der Bottleneck in München ist und bleibt das Gepäck, welches grundsätzlich immer ziemlich lange dauert.
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Ich hoffe, euch hat mein Flugbericht gefallen. Natürlich brenne ich jetzt auf eure Kommentare und Anmerkungen zu dieser Reise. Bis zum nächsten Mal!
Top:gut: Der Flughafen von Abu Dhabi ist eigentlich eine Lachnummer...aber man baut ja gerade ein ziemlich futuristisches Teil
Jop, ich hab das "Gerippe" vom neuen AUH-Flughafen das letzte Mal 2015 gesehen, als in Masdar City war. So schnell wie es in den arabischen Ländern voran geht, dürfte der doch auch bald fertig sein, oder?
Momentan werden erst die Zubringerstrassen/-Bruecken gebaut....man erfaehrt kein offizielles Fertigstellungsdatum...wahrscheinlich aus gutem Grund :D - schaetze aber, vor Ende 2017 wird das nix.
Ja nicht schlecht. Und ich dachte, dass das Flughafen-Bauen in der Wüste noch problemlos und on-Time funktioniert. Mich hat nur gewundert, dass Abu Dhabi nun auch Abgaben auf Hotelübernachtungen erhebt. Sind die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft jetzt schon so weit rückläufig geworden?
Oh ja.....der Barrel-Preis von um/unter US$27 hat allen hier den Angstschweiss auf die Stirn getrieben und in den Panik-Mode versetzt...was natuerlich in den Jahren zuvor mit US$120+/Barrel mit der Kohle gemacht wurde, wird man nie erfahren :D
Tourism- und service tax bezahlen wir ja auch schon seit Jahren....man munkelt, dass in den naechsten Jahren die Mehrwertsteuer und sogar Einkommensteuer eingefuehrt wird.8o
Kein Platz ist so hart umgekämpft wie die Spitze des Treppchens. Mit der First Class Lounge in Doha habe in diesem Jahr einen heißen Anwärter auf die Pole Position ausprobieren dürfen. Während des Stopovers zwischen dem Rückflug von Ras Al Khaimah nach Doha und meinem finalen Flug mit dem A350 zurück nach München, konnte ich es mir in dieser Lounge bequem machen.
Und um es vorweg zu nehmen: Drei Stunden Aufenhalt können an manchen Flughäfen eine richtige Qual sein. In dieser Lounge dürfte die Zeit kaum reichen, um alle Räumlichkeiten überhaupt zu finden. Streng genommen handelt es sich nicht einmal um einen Lounge-Bereich, sondern um ein komplettes Stockwerk im Hamad International Airport. Die Rezeption erreicht man über eine separate Rolltreppe, die einen ohne Umwege über zwei Zwischenetagen nach oben bringt.
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Ein wichtiger Hinweis: Bereits unten an der Rolltreppe wird euer Ticket kontrolliert. Selbst mit dem großen Priority Pass kommt man hier keinen Meter weiter. Zutritt zu dieser Lounge haben ausschließlich Inhaber eines First Class Tickets für einen Flug mit Qatar Airways.
Ausstattung der Al Safwa First Class Lounge
Bei so mancher Lounge ist die Aufzählung der Ausstattung an dieser Stelle schnell erledigt: Eine paar Sitzmöglichkeiten, ein Buffet, ein Stand mit internationalen Zeitungen. Fertig. In Doha könnte die Liste um ein Vielfaches länger werden. Aus diesem Grund werde ich versuchen, mich auf die wichtigsten Annehmlichkeiten zu begrenzen.
So fällt es beispielsweise schwer "die" Lounge überhaupt abzugrenzen. Insgesamt zählte ich in dem weitläufigen Areal mindestens drei verschiedene Bars und Restaurants, sowie diverse Ruhezonen, in denen man sich auf Sofas oder Sessel zurück ziehen konnte.
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Als Leitthema suchte sich die Al Safwa First Class Lounge das Element Wasser heraus. Auf den zweiten Blick liegt dies bei einem Land wie Qatar auf der Hand: Während das Öl den Herrschern dieses Landes einen immensen Reichtum bescherte, ist Wasser in der Wüste ein Zeichen von wahrem Luxus.
Symbolisiert wird das Thema von einer riesen Wasserschale, in die von der Decke leise Wasser an einer Glassäule hinunter läuft.
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Im Gegensatz zu vielen Lounges ist man hier nicht unbedingt auf das Buffet beschränkt. Wer will, wird am Tisch bedient oder kann sich sein Essen sogar in einen privaten Raum liefern lassen.
Richtig gelesen: Wer ein längeres Layover vor sich hat, kann sich bei Verfügbarkeit ein privates Einzel- oder Doppelzimmer geben lassen.
Wer es lieber "normal" mag, findet selbstverständlich auch kalte und warme Buffets vor. Mein Favorit war hier die Sushi-Theke. Am Tag hätte ich hier sogar einen Block auf das Vorfeld erhaschen können, was der Lounge weitere Pluspunkte einbringt.
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Einige der Räume sind anscheinend thematisch voneinander abgegrenzt. So fand ich beispielsweise ein Buffet mit Süßigkeiten und Desserts etwas abseits des Hauptrestaurants. Ob dieser Raum nun bewusst oder nur zufällig in der Nähe der "kids area" untergebracht war, entzieht sich meiner Kenntnis. Gut möglich, dass man durch einen etwas größeren Laufweg zum Terminal so auch die zusätzlichen Kalorien wieder abtrainieren soll.
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Mich persönlich verblüffte vor allem der Stilmix der Einrichtung beim Schlendern durch die Lounge. Jeder separate Bereiche hat seine eigenen Farb- und Formakzente, und gab sich so in der sonst offenen Architektur eine persönliche Note. Dennoch erschien das Konzept nie zusammen gewürfelt, sondern völlig logisch und wie aus einem Guss.
Achtet einmal in den nächsten beiden Fotos auf die Gestaltung der Lampen: Einmal sind sie kreisförmig von der Decke abgehangen. In einer anderen Ecke wird sie durch Stehlampen realisiert. Dennoch finden sich Gemeinsamkeiten: So teilen sich beide Bereiche den gleichen steinernen Boden und sind durch das luftige Tragwerk des Flughafens eingerahmt. Designtechnisch war hier ein Profi am Werk.
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Ungeachtet ihrer Ausstattung ist mir das Thema "Kunst" bisher noch in keiner Lounge begegnet. Auch hier wollte man bewusst ein Zeichen setzen, und verfrachtete kurzerhand Exponante aus dem National Museum of Qatar in die Al Safwa Lounge. Diese historischen Artefakte sind in den Verbindungsgängen innerhalb der Lounge in Glasvitrinen ausgestellt.
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Die schiere Größe der Lounge machte es möglich, hier noch ein komplettes Business Center unterzubringen. In einem separaten Bereich standen Büros mit Mac-Rechnern zur Verfügung. Sollte eine ganze Delegation gemeinsam auf einer Dienstreise unterwegs sein, sind auch spontane Meetings kein Problem: Innerhalb der Lounge steht ein ganzer Konferenzraum zur Verfügung.
Damit auch das Shopping nicht zu kurz kommt, wurde die Lounge kurzerhand um einen kompletten Duty-Free Shop ergänzt.
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Ähnlich wie bei meinem Besuch in der Al Mourjan Business Lounge beim Hinflug nach Ras Al Khaimah fand ich auch in der First Class Lounge ein Spielzimmer vor. Im Gegensatz zu den Stehlen mit eingebauter Playstation oder X-Box befindet sich hier gleich ein Formel 1-Simulator mit dem maßstabsgetreuen Vorderwagen eines Boliden in fiktiver Qatar Airways Lackierung.
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Im Prinzip würde allein diese Ausstattung schon für einen gewaltigen Vorsprung in der Welt der Loungen sorgen. Aber man wäre ja nicht in einem Wüstenstaat, wenn die Erbauer nicht noch eine Überraschung in der Hinterhand hätten. Und so wurde kurzerhand noch ein kompletter Spa-Bereich angedockt. Natürlich exklusiv nutzbar für Privilegierte der FCL.
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Die Wand im nachfolgenden Foto trennt übrigens den Bereich für Damen (links) vom Bereich der Herren (rechts). Durch eine Art Lamellenwand sind beide Bereiche zwar hörbar aber natürlich konservativ blickdicht verbunden. Dadurch wurde die Installation von zwei Jacuzzis notwendig. In Anbetracht der Größe der Lounge dürfte diese finale zusätzliche Investion aber auch schon keine Rolle mehr gespielt haben.
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Kommen wir final zu den Treatment-Räumen. Auch hier sucht man normale Massageliegen vergebens. Einmal gibt es eine eher bescheidende Ausgabe mit beheizbaren Lederkissen, auf dem der aktuelle Bestseller angeboten wird: Die anti-jet-lag massage während des Layovers.
Echte Profis entscheiden sich für die Hot-Stone Massage. Hier sprechen wir von einer Art Badewanne, die mit beheizten Tonkügelchen gefüllt ist. Wenn ich etwas mehr Zeit vor Ort gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich schwach geworden. So etwas ist mir bis dato tatsächlich noch nie begegnet.
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Wie finde ich die Lounge am Flughafen Doha?
Egal, ob man aus dem Concourse A, B oder dem aktuellen Verbund C, D & E kommt: Am besten orientiert ihr euch in Richtung der Mitte des Zentralbereichs und des Information Desks.
Im rückwärtigen Bereich in Richtung landside sucht ihr dann den Harrods-Store und findet direkt daneben eine Rolltreppe, die euch direkt zur Lounge führt. Für Besucher ohne Berechtigung endet dann hier bereits der Weg, da die Zutrittsberechtigung bereits unten an der Rolltreppe geprüft wird.
Solltet ihr Probleme haben, die Lounge zu finden, könnt ihr euch auch jederzeit an das Personal des Flughafens wenden.
Als ich vor Ort war, stand gefühlt alle zehn Meter ein Helfer, der einem den richtigen Weg zeigen kann. Ebenfalls gibt es eine Rubrik Maps auf der Homepage des Flughafens, auf der die Lage der Lounge eingezeichnet ist.
Öffnungszeiten & Kontakt:
Gehen wir diesen Punkt realisitisch an: Würde jemand ernsthaft erwarten, dass diese Lounge eine Sperrstunde hätte? Selbstverständlich herrscht in der Al Safwa First Class Lounge ein 24h Betrieb.
Dies liegt vor allem auch daran, dass im Hamad International Airport Doha die Zeit rund um Mitternacht als Umsteigezeit genutzt wird.
Ähnlich wie in Dubai landen die Zubringer vor Mitternacht, damit die Abbringer nach Mitternacht erneut starten können. Nur in wenigen Fällen ist man auf ein längeres Stopover in Doha angewiesen.
So großartig die inneren Werte der Lounge sind, so spärlich ist momentan die Homepage des Flughafens. Auf der offiziellen Webseite fehlt hier leider die komplette Beschreibung. Auch eine Kontaktmöglichkeit konnte ich bisher noch nicht finden.
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Geil :verneig: ...und der einzige First Class-Passagier :supercool:
Ein wirklich eindrucksvoller Bericht, der den Luxus der dortigen Welt sehr gut und anschaulich zeigt. Ich lese das mit grossem Interesse.
Aber, ob ich mich dort auch wohlfühlen würde? Mir geht da einiges Philosophisches durch den Kopf .....
Natürlich nicht. Aber ich respektiere gerade in Flugzeugen, Loungen oder auf Kreuzfahrtschiffen die Privatsphäre der Gäste. Schließlich würde ich es auch nicht wollen, dass man mich auf dem Rückflug nach irgendeiner anstrengenden Dienstreise beim Nickerchen vorm Abflug fotografiert und dann ins Netz stellt. :D
Meistens ist das auch gar nicht so schwer. Einfach den Ausschnitt so wählen, dass keiner sitzend irgendwo drauf ist. Wenn man dann so zehn Sekunden mit der Kamera in der Hand da steht, läuft einem freiwillig niemand mehr ins Bild :)
Ich weiss....mach ich ja auch so -wenn es moeglich ist-, war auch nur als Scherz gemeint (Smiley hinten dran)
@Magic: Achsoooo :)
Ich weiß genau was du meinst. Allerdings war ich dieses Jahr schon in Istanbul für ein verlängertes Wochenende und heute fliege ich von einer Reise zurück von Nizza nach München. Prinzipiell müsste ich mich über jedes Ziel so meine Gedanken machen.
Mir hilft dabei folgender Gedanke: Die Sehenswürdigkeiten (historische Bauwerke, ...) die Menschen und vor allem(!) die Natur (Strand, Städtebau, Kirchen o.ä., ...) eines Landes sind prinzipiell unabhängig von den aktuellen Geschehnissen und der örtlichen Politik bzw. örtlichen Machtverhältnissen.
Eine Reise besteht bei mir zu einem prozentualen Großteil aus Flug, Unterkunft und Essen. Alle drei Teile sind Arbeitgeber der normalen Bevölkerung. Somit unterstütze ich mit meinen Reisen das Einkommen der dortigen Bevölkerung. Außerdem trage ich mit meinem Besuch und den dazugehörigen Fotos zum Abbau von Vorureilen ("die da unten ...") bei.
So gesehen halte ich Reisen für sehr Förderlich für unsere Gesellschaft. Ich traue mich sogar zu sagen, dass viele schreckliche Kriege niemals möglich gewesen wären, wenn man das andere Land besser gekannt hätte.
Nun aber genug der Worte zum Sonntag :)
Ich denke, hier muss sich niemand rechtfertigen - also....top Bilder:gut: mit sehr informativen Kommentaren, was ist noch so auf der Festplatte drauf ? :D
Vielen Dank Phil ,für den informativen Bericht und die wirklich gelungenen Bilder.:gut:
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Außerdem trage ich mit meinem Besuch und den dazugehörigen Fotos zum Abbau von Vorureilen ("die da unten ...") bei.
So gesehen halte ich Reisen für sehr Förderlich für unsere Gesellschaft. Ich traue mich sogar zu sagen, dass viele schreckliche Kriege niemals möglich gewesen wären, wenn man das andere Land besser gekannt hätte.
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Bin da absolut Deiner Meinung, ähnliche Gedanken habe/ hatte ich auch schon.
Es ist eben ein gewaltiger Unterschied irgendwelche Dokumentationen z.B. im TV zu sehen, oder eben selber vor Ort zu sein und auch außerhalb touristischer Pfade ein Land ( bzw.Teile davon) zu erkunden.
Wie dem auch sei, ich freue mich schon auf den nächsten Bericht von Dir.:dr:
Ich hab mich wahrscheinlich nicht klar genug ausgedrückt: ich unterschreibe alles, was Du oben zu dem Thema Reisen gesagt hast. Ich reise auch gerne. Was mich nur nachdenklich machte, war die ungeheure Pracht dieser First Class Lounge, deshalb meine Bemerkung. Dies nur zur Erklärung.
Meine ******! 8o
Was eine Lounge. :verneig:
Jip. Ich bin gespannt, ob dieses Ding überhaupt top-bar ist.
Der Flughafen in Abu Dhabi wird sich sicher Mühe geben. Ansonsten erwarte ich aber in nächster Zeit keine neuen Superlative ...
Moeglicherweise gibt es da dann auch eine "Residence Lounge" :grb::ka:
Danke für´s mitnehmen. In den Genuß der 1st werde ich nicht kommen, aber so hat man Ziele für die Zukunft.
Meine 350er Flüge ab / nach MUC wurden gegen Dreamliner getauscht.
Gruß
THomas