Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
Hallo,
was mir als Vintagefreund immer wieder ins Auge sticht,ist der oft sehr schlechte Zustand der alten Werke,manche sind geradezu schrottreif.Die Leute die soetwas wissentlich verkaufen sind für mich schon in die Nähe von ********n anzusiedeln.Äusserlich sehen solche vergammelten teile ja oft recht gut aus,aber innen wartet das Grauen.Was um gottes Willen veranstalten die Vorbesitzer mit ihren uhren?Geben die sie nie in die Wartung,fehlt denen das geld für eine solche,oder wissen die einfach nicht,das eine Uhr im regelmässigen turnus zum Service muss ?Denn ein Werk welches gut behandelt wird,sieht auch im hohen Alter noch gut aus und geht auch entsprechend.Wie kann man nur so schlampig mit seiner uhr umgehen?Mein Konzi sagte kürzlich mal zu mir,das selbst Uhren die bei ihm gekauft wurden von Kunden nach vielen Jahren des tragens erst wieder bei ihm abgeliefert werden weil sie stehen geblieben sind.Und das obwohl er Ihnen seinerzeit Infos zum thema Wartung gegeben hat.Das bedeutet oft. das Aus für die Uhr.Für mich ist beim Kauf einer Uhr nur noch der werkzustand entscheidend,der äusserliche Zustand ist wirklich wurscht.Das ist ähnlich wie bei einem oldtimer,der notdürftig mit einer neuen Lackierung aufgemöbelt wurde unter der der Rost nur so blüht,vom Spachtel ganz zu schweigen.Bin auf eure Meinung zum thema sehr gespannt.
Gruss an alle rolexianer und uhrenfreunde
Walti
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
gebe dir absolut recht, Wartung spätestens alle 5 Jahre sollten ein MUSS sein
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
Es gibt ganz wenige Uhrenliebhaber oder auch normale Endkunden, die den Pflegetipps des Fachmann /-frau folge leisten und eigentlich auf einer gewissen Weise auch dankbar für solche Tipps sind.
Der Großteil der Endkunden tut diese Pflegehinweise als Geldschneiderei ab und sagt sich einfach: "So lange der Tank voll ist, brauch ich nicht tanken..."
Eben diese Mentalität der Wartungs und Pflegeverweigerung stößt auch auf mein Unverständnis, wenn die Kunden dann noch kess behaupten: "Ja Herr Jahnke, das hat uns aber damals beim Kauf der Uhr keiner gesagt...bla bla usw.
Auch hier im Forum ist mal eine Interessante Redewendung hinsichtlich dessen verwendet worden: " Die Uhr war teuer, also muss sie auch alles!!! abkönnen..."
Letztendlich zahlt der Unwissende oder gar der Dumme dann eben zu einem späteren Zeitpunkt drauf. Ist so, aber ist eben das Problem des Kunden...
Was das Angebot von gebrauchten Uhren verschiederner Jahrgänge
angeht, sieht es doch letztendlich bei den Wiederverkäufern so aus. Wer in eine Gebrauchte nichts investiert, macht das Geschäft, weil er sie teuer anbietet, aber vermeindlich vieleicht 200,00? günstiger als sein Messe/Uhrenbörsen Standnachbar, der so blöde war seine Gebrauchte in einen guten Gesamtverkaufszustand zu versetzen...
Der Kunde will aber alles, aber nur billig. Das wiederum ist aber so wiedersprüchlich, das eigentlich der Dümmste merken muss, das man da ganz selten mal Glück hat, dass das zutrifft.
Gruß Andreas
65% der Rolexträger sind Jungesellen, weil sie sich nach dem Kauf einer Rolex keine Beziehung mehr leisten können.
8% der Rolexträgerinnen kaufen sich ihre Rolex selber...
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
Hi @ all,
mir sagte einmal ein erfahrener Uhrmacher, dass ein Uhrwerk eigentlich NICHT wirklich kaputt - das heißt irreparabel - sein kann.
Das bedeutet natürlich schon, dass man das ein oder andere Rädchen vielleicht mal austauschen muss.
Aber seine Aussage blieb: Ein komplett kaputtes Werk gibt es nicht.
Würde mich interessieren, was unser Andreas dazu sagt.
Grüße,
Peter
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
Zitat:
Original von Peter 5513
Das bedeutet natürlich schon, dass man das ein oder andere Rädchen vielleicht mal austauschen muss.
Aber seine Aussage blieb: Ein komplett kaputtes Werk gibt es nicht.
Wenn dieses besagte Rädchen aber nicht mehr Lieferbar ist, und eine Anfertigung im Verbund mit weiteren Arbeiten den (auch den ideellen)Wert der Uhr übersteigt, ist die Uhr als irreparabel einzustufen.
Richtig ist: Alles kann man reparieren.Es ist nur eine Frage der Ökonomie.
Gruß
Holger
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
es ist aber normalerweise bei mechanischen dingen so, daß ein zerlegen, und wieder zusammenbauen die lebensdauer auch nicht unbedingt erhöht !
mir kommt da 5 jahre doch ein wenig kurz vor !
(bin aber kein uhrmacher, sondern techniker)
mfg
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
danke ! :]
schön, daß es hier zum ausdruck kommt, wie wichtig ein revisionsnachweis bei vintage-uhren sein kann !
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
Ich hab's auch schon mal vor längerer Zeit hier ausführlich ausgebreitet. Besitzt man eine "erste Ganitur-Vintage", mit ALLEM was dazugehört, lässt man am besten die Finger davon, passt schön darauf auf,wäscht sie mit Seife, oder auch nicht, macht manchmal kurz die Safetür auf, oder trägt sie beim Frisör und/oder erfreut sich ganz einfach an ihr, aber - wer hat so ein Modell schon? Fast Keiner!!
Hat man allerdings eine leicht Vermurkste, reicht schon, die Zeiger getauscht zu haben oder die Krone, dann ist angesagt, will man die Uhr auch mit Freude tragen, sie wenigstens in Topzustand zu versetzen, dann "schitt watt" auf den Vintagecharakter, denn damit macht man sich was vor!!!!
Wer will schon durchs Internet jetten, auf der Suche nach Ersatzteilen und wenn er sie dann hat, stellt sich heraus, die Uhr ist aber leider tiefergehend kaputt.
Dann regelmässige "Vorsorge", dann läft sie wenigsten genau.LOLOLOlllipopp!
Ich möchte meinen Vorrednern sehr recht geben, in ihren Äusserungen.
Man sollte sich schon genauestens überlegen, was man(n)/frau will!
B.
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
Also ich habe mir fest vorgenommen alle meine Rolexuhren nach und nach für eine Revision zu Rolex/Köln zu bringen. Die Uhren waren zwar im laufe der Jahre immer mal wieder beim Konzi zur WD Prüfung oder zum mal schnell aufpolieren aber einen richtigen Service (vor allem fürs Werk) gabs bisher nicht. Den Anfang mache ich mit der Lady Datejust meiner Frau. Die Uhr ist von 1994 hatte noch keinen Service und sieht etwas ramponiert aus. Dann kommt im nächsten Jahr meine 15000 aus 1988 dran, dann die 16713 aus 1991 usw.usw. Ich denke das hält die kosten auch erträglich wenn man jedes Jahr eine wegbringt.
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
Zitat:
Original von Peter 5513
Hi @ all,
mir sagte einmal ein erfahrener Uhrmacher, dass ein Uhrwerk eigentlich NICHT wirklich kaputt - das heißt irreparabel - sein kann.
Das bedeutet natürlich schon, dass man das ein oder andere Rädchen vielleicht mal austauschen muss.
Aber seine Aussage blieb: Ein komplett kaputtes Werk gibt es nicht.
Würde mich interessieren, was unser Andreas dazu sagt.
Grüße,
Peter
Hallo Peter,
im Ganzen hat der Holger schon recht. Die Aussage deines Uhrmacher stimmt so nicht, da bei Wasserschäden, die nicht rechtzeitig und fachlich repariert wurden, letztendlich ein Totalschaden übrig bleibt, Und so wie Holger es schreibt ist es richtig, wenn du ein Top Werk hast, wo ein Bauteil defekt ist, was nicht mehr lieferbar ist und die Anfertigungskosten den Wert der Uhr letztendlich überschreitet, dann ist das ein Totalschaden, unabhängig ob der Kunde bereit ist auch die hohen Kosten zu tragen. Erstmal ist es ein Wrack...aber reparabel ist alles ;)h
Gruß Andreas
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
Zitat:
Original von BESP
Ich hab's auch schon mal vor längerer Zeit hier ausführlich ausgebreitet. Besitzt man eine "erste Ganitur-Vintage", mit ALLEM was dazugehört, lässt man am besten die Finger davon, passt schön darauf auf,wäscht sie mit Seife, oder auch nicht, macht manchmal kurz die Safetür auf, oder trägt sie beim Frisör und/oder erfreut sich ganz einfach an ihr, aber - wer hat so ein Modell schon? Fast Keiner!! ...
B.
ich finde, daß auch ein vintage-sahnetrüffel-krönchen das recht auf tageslicht hat ! man muß es ja nicht zum holzmachen im wald mitnehmen. ;)
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
Zitat:
Original von oysterfan
Zitat:
Original von BESP
Ich hab's auch schon mal vor längerer Zeit hier ausführlich ausgebreitet. Besitzt man eine "erste Ganitur-Vintage", mit ALLEM was dazugehört, lässt man am besten die Finger davon, passt schön darauf auf,wäscht sie mit Seife, oder auch nicht, macht manchmal kurz die Safetür auf, oder trägt sie beim Frisör und/oder erfreut sich ganz einfach an ihr, aber - wer hat so ein Modell schon? Fast Keiner!! ...
B.
ich finde, daß auch ein vintage-sahnetrüffel-krönchen das recht auf tageslicht hat ! man muß es ja nicht zum holzmachen im wald mitnehmen. ;)
Yesssss sylvie, genauso, es sind "altagstaugliche" Oldies, die ganz normal getragen werden dürfen und ferkeleien macht man mit den jungen Dingern...
Gruß Andreas
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
Zitat:
Original von Andreas
Zitat:
Original von oysterfan
Zitat:
Original von BESP
Ich hab's auch schon mal vor längerer Zeit hier ausführlich ausgebreitet. Besitzt man eine "erste Ganitur-Vintage", mit ALLEM was dazugehört, lässt man am besten die Finger davon, passt schön darauf auf,wäscht sie mit Seife, oder auch nicht, macht manchmal kurz die Safetür auf, oder trägt sie beim Frisör und/oder erfreut sich ganz einfach an ihr, aber - wer hat so ein Modell schon? Fast Keiner!! ...
B.
ich finde, daß auch ein vintage-sahnetrüffel-krönchen das recht auf tageslicht hat ! man muß es ja nicht zum holzmachen im wald mitnehmen. ;)
Yesssss sylvie, genauso, es sind "altagstaugliche" Oldies, die ganz normal getragen werden dürfen und ferkeleien macht man mit den jungen Dingern...
Gruß Andreas
Scheints habe ich mich missverständlich ausgedrückt, ich meinte natürlich mit der Äusserung "lässt man am besten die Finger davon", man solle tunlichst das "Rumdoktern" an so einem schönen Stück unterlassen, will sagen, nichts grossartig "verschönern, ändern, auswechseln der Ästhetik wegen, nachbessern o.dergleichen", die Uhr vielleicht reinigen, vielleicht d.Werk reguliern u. ölen und wenn nötig etwas aufpolieren, mehr nicht!
Grüsse von B.
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
yes, bernardo, scheints` du hast dich anscheinend scheinbar irgendwie und sowieso - aber etz is´alles wieder glar wie gloßbrüh´, ock ? :Dund thanx :))
RE: Warum sehen viele alte Werke so grausig aus ?
Zitat:
Original von oysterfan
danke ! :]
schön, daß es hier zum ausdruck kommt, wie wichtig ein revisionsnachweis bei vintage-uhren sein kann !
Mann, Sylvie, entspann dich wieder ... ist doch alles ock, was die Vorredner geschrieben haben, gilt aber nur für wirklich alte Werke. Sogar für das 1530er Kaliber kann problemlos jedes Teilchen besorgt werden, und um eines mal klarzustellen:
Für das Kaliber 1570 - der klassiker überhaupt, zwischen 1966 und 1980 verbaut, gibt es auch in 50 Jahren noch jedes Ersatzteil !!!! Das Kaliber ist unverwüstlich und mit wenig Aufwand wieder instandzusetzen !!!
Also keine Angst bei Uhren aus den 60er Jahren. Nur bei Rolex Uhren aus den 50ern mit Kaliber 1030 werden die Teile langsam enger zu kriegen ....
:)) :)) :))