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Donluigi

Zero Degrees

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Heute morgen beim aufwachen bot sich folgendes Szenario dar: Kuschliges warmes Bett, die grad aufgehende Morgensonne scheint durchs Fenster, duftender Milchkaffee wird serviert und Micki liegt noch bräsig mit unter der Decke und wärmt. Draußen hats Herbstnebel und das Thermometer zeigt exakt 0 Grad. Wer käme da nicht auf die Idee, endlich aufzustehen und laufen zu gehen?


Es gehören schon besondere Nehmerqualitäten oder mächtig honkige Charakterstrukturen dazu, sich dann aufzuraffen. In der Nacht hatte es leicht geregnet, die Luft war entsprechend feuchtkalt, der Nebel tat sein übriges. Auto schon leicht beschlagen und auch Micki konnte mit dem Konzept, auch bei dieser Witterung länger und schneller Gassi zu gehen, sichtlich wenig anfangen.

Aber gut: in die Thermoklamotten geklemmt und ab nach Sparta.

Auf meinem Hügel angekommen, war natürlich keine Sau da. Die üblichen Hundewalker waren wohl noch daheim und Freizeitsportler hats hier oben eh keine. Warum eigentlich nicht? Das Panorama jedenfalls war atemberaubend. Der Herbst ist bekanntlich die schönste Jahreszeit in der Pfalz und hier oben wird sie einem prachtvoll serviert. Durch den Nebel kann man die unterm Hügel liegenden Dörfer erahnen, die Weinreben liegen knallrotgolden in der Morgensonne, die eiskalte Luft fährt einem sofort in den Kopf und pumpt spürbar durch Lungen und Blutbahn. Bis auf das knirschen der Schritte hört man nichts, garnichts. Die sonst hörbaren Umweltgeräusche werden durch den Nebel wattiert und so ist man völlig allein mit sich und der Strecke. Erste Runde war gut, zweite etwas zäh, dritte dann wie in Trance und hätte ich nicht einen Termin gehabt, wäre ich heute liebend gern noch eine vierte Runde gelaufen. Erst im Auto dann die Kälte ankrabbeln gespürt und gleich mit einer heißen Dusche und heißem Zitronentee bekämpft. Ein Jungbrunnen erster Güte!

Auf der dritten Runde kam mir dann die Idee und das Konzept für ein Schmuckstück, welches ich während des Laufs so weit durchgeplant und heute dann in einem Zug durchgearbeitet habe. Ein schöner Entwurf, der mich jetzt immer an den heutigen Marsch erinnern wird.

Fazit: Raus! Gerade ,wenns schwerfällt. Wer weiß, wie man belohnt wird.

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Kommentare

  1. Avatar von uhrenmaho
    Schöne Geschichte Tobias und mit viel Gefühl geschrieben.

    Dir und Deiner Familie ein schönes Wochenende

    Manfred
  2. Avatar von Mawal
    Ja, die beste Läufe sind die zu denen man sich überwinden muss, weil es kalt oder nass ist, oder weil man müde ist...
  3. Avatar von AcidUser
    Na dann scheine ick ja nur "beste Läufe" zu haben, Ulrich!
    Und wenn Deine Theorie auf's Schwimmen übertragbar ist, müsste ich abgehen wie der Albatros zu seinen besten Zeiten, wenn ich mich dann endlich mal überwinden könnte...!

    Nett geschrieben, Tobias! Du solltest darüber nachdenken als freier Journalist für Eure Tourismuszentrale zu schreiben!
  4. Avatar von Signore Rossi
    Ich habe mich heute auch gegen Mittag aus dem Bett gequält um eine Runde zu drehen. Auf den letzten drei km lag unser Dorf vor mir im Nebel und die Sonne ließ sich dahinter schemenhaft erahnen ! Nichtläufer wissen einfach nicht, was sie verpassen...

    Am besten fühlen sich solche Läufe, zu den man sich regelrecht zwingen muss, im Anschluss unter der Dusche an .
  5. Avatar von ROEMER
    Hier, am 19.11. laufe ich mit

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