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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lange Tourbograph "pour le merite"



honi
19.12.2005, 14:19
Hab da am Wochenende nen Bericht über den Tourbopgraph pur le merite gelesen.

"Ein Meisterwerk der Uhrmacherkunst" mit Turbine und Kegelantrieb und sonstnoch was.
http://people.timezone.com/pchong/tourbograph/turbograph-dial.jpg

Copyright Peter Chong


Meine Frage: Was bringt der ganze Wahnsinn: dass die Uhr nur eine Sekunde im Jahr nachgeht? Wenn nicht und sie geht nicht genauer als ne Standardrolex, für was dann der MIST äh Aufwand für 300K Euro

Kennt jemand Gangwerte von solchen Uhren ??

ehemaliges mitglied
19.12.2005, 14:35
Das ist was für Leute, die nicht über 100.000 mehr oder weniger nachdenken und Dinge besitzen möchten, die in jeder Hinsicht außergewöhnlich, selten, teuer pp. sind.

Ein Tourbullion (oder so ähnlich) hat nach meinem Kenntnisstand lange ausgedient. Dadurch sollte die Ganggenauigkeit gesteigert werden, erfunden 1878 oder so. Heute gehen die Uhren so genau, dass man kein Tourbullion mehr braucht. trotzdem ist die Herstellung wohl extrem aufwändig, es gilt als eine der Meisterleistungen der Uhrmacherkunst.

Genau so verhält es sich doch auch mit alten Autos. Die sind teilweise unbezahlbar und ihre Leistung steht weit hinter dem Machbaren.

Frohlex
19.12.2005, 14:50
Hier geht es doch gar nicht mehr um die Ganggenauigkeit alleine. Es ist die Herausforderung, an die Grenzen zu gehen, oder anders herum, alte Techniken einfach zu erhalten.
Wenn sich dafür dann neu ein Käufer findet - warum nicht? Die Frage, was das bringt, ist da für mich falsch. Denn dann könnte ich genauso in Frage stellen, warum ich kronenverrückt bin und nicht "nur" eine Tchibowatch trage .....
Es ist doch schön, dass es noch Tüftler in unseren Landen gibt, die so etwas zusammenbauen und das nicht den flinken kleinen ... überlassen, die uns das dann wieder für einen Appel und ein Ei verkaufen.

Gruss Rainer

fliplock_frans
19.12.2005, 15:01
Original von rainer_pom
Hier geht es doch gar nicht mehr um die Ganggenauigkeit alleine. Es ist die Herausforderung, an die Grenzen zu gehen, oder anders herum, alte Techniken einfach zu erhalten.
Wenn sich dafür dann neu ein Käufer findet - warum nicht? Die Frage, was das bringt, ist da für mich falsch. Denn dann könnte ich genauso in Frage stellen, warum ich kronenverrückt bin und nicht "nur" eine Tchibowatch trage .....
Es ist doch schön, dass es noch Tüftler in unseren Landen gibt, die so etwas zusammenbauen und das nicht den flinken kleinen ... überlassen, die uns das dann wieder für einen Appel und ein Ei verkaufen.

Gruss Rainer

Sehe ich ganz genauso. :gut:

honi
19.12.2005, 15:21
Ja wahrscheinlich habt ihr recht. So blöde Gedanken kommen einem, wenn einem das subjektive Preis-Leistung-Verhältnis nicht passt.

Mich würden trotzdem die Gangwerte dieser Teile interessieren

Frohlex
19.12.2005, 15:25
Im neuen Chronos steht da etwas drin, ich habs mangels Zeit selbst noch nicht gelesen.

Bei den Gangwerten wären zunächst mal die zur Bank für mich die relevanten .... Gruss Rainer

andreaslange
19.12.2005, 20:06
Hallo

Wer sich so eine Uhr kauft, den Interessieren die Gangwerte
nicht im geringsten.
Die Uhr liegt eh die meiste Zeit im Tresor :]

Das ist eben die ganz große Uhrmacherkunst. Den Käufer solcher
Uhren ist auch der Preis egal. Ob die jetzt 300.000 oder 500.000
Euro kostet, spielt in dieser Klasse keine Rolle mehr.

Gruß
Andreas

justintime
19.12.2005, 23:08
steht was drin im Magazin Armbanduhren 7/05. Das Vorwort ist ganz gut, die Mondpreise für diese Uhren (hier 380.000 Euro) werden als "außerhalb aller Vernunftsgrenzen" bezeichnet und das ist ja wohl zumindest die Wahrheit.
Oder auch anders herum, in diesen Objekten zeigt sich allein das obsessive Element im Hyperreichen, sein Wunsch der Umwelt die Differenz zu ihm zu demonstrieren. Ich mag weder diese Uhren noch deren potenzielle Träger.

GG2801
19.12.2005, 23:14
Ich würde mir das Teil in Platin rauslassen, wenn ich den Schotter hätte... :D

DCM-Master
19.12.2005, 23:25
Original von honi
Ja wahrscheinlich habt ihr recht. So blöde Gedanken kommen einem, wenn einem das subjektive Preis-Leistung-Verhältnis nicht passt.

Mich würden trotzdem die Gangwerte dieser Teile interessieren

???????????? :wall:
Wenn es Dir nur auf die Gangwerte ankommt, wofur dann 3k fuer ne Rolex wenns fuer 10EUR ne Casio Quartz gibt?

fliplock_frans
19.12.2005, 23:58
Original von justintime
steht was drin im Magazin Armbanduhren 7/05. Das Vorwort ist ganz gut, die Mondpreise für diese Uhren (hier 380.000 Euro) werden als "außerhalb aller Vernunftsgrenzen" bezeichnet und das ist ja wohl zumindest die Wahrheit.
Oder auch anders herum, in diesen Objekten zeigt sich allein das obsessive Element im Hyperreichen, sein Wunsch der Umwelt die Differenz zu ihm zu demonstrieren. Ich mag weder diese Uhren noch deren potenzielle Träger.

Ich glaube eher, daß man als Träger dieser Uhr nicht erkannt wird. Wer außer ein paar freaks weiß schon, was so eine Uhr kostet?
Lange ist imho eine der Uhren mit dem größten understatementfaktor (gibt´s das Wort?? :D )

Da fällt eine RG AP oder Rolex etc. wesentlich mehr auf, denke ich.

Wenn ich die Kohle über hätte würd ich zuschlagen ;) und tragen würd ich die sowieso

andreaslange
20.12.2005, 00:34
Original von justintime
Oder auch anders herum, in diesen Objekten zeigt sich allein das obsessive Element im Hyperreichen, sein Wunsch der Umwelt die Differenz zu ihm zu demonstrieren. Ich mag weder diese Uhren noch deren potenzielle Träger.

Hallo

Und genau das Gleiche denkt vielleicht der Quarzuhrenträger
über die Besitzer einer Rolex... ;)

Gruß
Andreas

michi_69
20.12.2005, 09:20
Original von andreaseck

Original von justintime
Oder auch anders herum, in diesen Objekten zeigt sich allein das obsessive Element im Hyperreichen, sein Wunsch der Umwelt die Differenz zu ihm zu demonstrieren. Ich mag weder diese Uhren noch deren potenzielle Träger.

Hallo

Und genau das Gleiche denkt vielleicht der Quarzuhrenträger
über die Besitzer einer Rolex... ;)

Gruß
Andreas

:gut: sehe ich genauso Andreas.

Warum sollte man die Träger nicht mögen? Beurteilen wir einen Menschen jetzt schon danach welche Uhr er trägt?!? Hört sich schon sehr nach Neid an!

Gruß
Michael

urmelausdemeis
20.12.2005, 09:40
Bei so einer Uhr ist der Gegenwert mit Sicherheit höher als bei jeder normalen Rolex, Cartier, Breitling und was auch immer, der Preis entsteht wohl eher durch die geringe Stückzahl und den ernormen Arbeitsaufwand bei der Herstellung. Ich habe mal in einem Bericht vor Jahren gelesen, das in einem speziellen Atelier der Firma Lemania in der Schweiz Tourbillions hergestellt werden und an einem mehrere Uhrmacher mehrere Wochen arbeiten, das sagt doch schon alles über das Preis Leistungsverhältnis.
Langfristig ist bei solchen Uhren mit Sicherheit die größte Wertsteigerung drin. Schließlich bringen bei Christies in Genf gerade die ganz kompl. Patek Uhren aus den Dreißigern, von denen es nur wenige gibt die sehr hohen Preise.
Die Menschen die so etwas Kaufen sind mit Sicherheit die, die auch einen Picasso oder Monet ihr eigen nennen also nicht wir hier.

Ich finde jedenfalls das ist eine Kunstwerk der Uhrmacherkunst bei der sich eigentliche jede Preisdiskussion verbietet. :gut:

Daytona MOP
21.12.2005, 14:25
Deutscher Uhrenbau !
I love it !

FloMUC
21.12.2005, 14:29
auch wenn mir Lange zu deutsch ist, finde ich es schön daß heutzutage noch jemand in der Lage ist, solche Kunstwerke herzustellen.
Das zeigt halt doch, daß in Deutschland immer noch viele "Pfriemler" zuhause sind.
Über Preis/Leistung, Gangwerte, und ähnliche Nebensächlichkeiten sollte man hinwegsehen. Ein Van Gogh mag auch gewisse Nachteile aufweisen.

Donluigi
21.12.2005, 17:25
Der Name "Pour le Merite" sagt alles. Das ist nur für die Ehre, "l'art pour l'art" sozusagen

Matthias S.
21.12.2005, 17:45
Original von Donluigi
Der Name "Pour le Merite" sagt alles. Das ist nur für die Ehre, "l'art pour l'art" sozusagen

Nein, heißt "Für den Verdienst" ;)

http://www.dhm.de/lemo/html/kaiserreich/innenpolitik/merite/

bezieht sich auf die Zivilversion:

http://www.preussenweb.de/armee2/bluemaxz.jpg

Da kommts eigentlich her:

http://www.mitchellsales.com/autopistols/hist_p-08%20luger/blumax500.jpg

Gruß
Matthias

Pete-LV
21.12.2005, 18:29
Der Verdienst ist im Uhrenbau und man darf nicht vergessen das man Arbeitsplätze geschaffen hat !Das in einer Region wo Industrie nicht(mehr) vorhanden ist !
Der Standort Glashütte ist wieder da !!!

Uhrenbär
21.12.2005, 20:11
Ob diese oder irgendeine andere Uhr soviel Geld wert ist, muss der Käufer für sich selbst entscheiden.
Es handelt sich hier um ein Stück höchster Uhrmacherkunst in der Tradition derTaschenuhren von Lange und Söhne. Der Antrieb über Schnecke und Kette zur gleichmässigen Kraftabgabe an die Hemmung war bei wertvollen Taschenuhren ein Mittel zur Erhöhung der Ganggenauigkeit. Das Gleiche gilt für ein Tourbillion, das auch heute noch wunderschön anzuschauen ist, aber keinerlei praktischen Nutzen mehr hat. Wie schrieb mal jemand so treffend:"Wers genauer braucht, kaufe sich eine Rolex".
Dennoch ist die Fertigung einer solchen Uhr ein kleines Wunder. Die Kette hat eine Länge von 24 cm und besteht alleine aus etwa 600 Teilen, die einzelnen Glieder messen 0,3x0,6mm! Alles untergebracht in einer normalgrossen Armbanduhr. Wenngleich ich mir eine solche Uhr niemals kaufen könnte, faziniert mich doch Technik und Uhrmacherkunst.
Die Entwicklung der Uhr wurde übrigens bei Renaud und Papi in der Schweiz betrieben, ganz so deutsch ist die Uhr jedenfalls nicht.