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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Produktionsrückgang auch bei Lange?



obermax
10.08.2016, 16:34
Liebe Mit- Lange- Anhänger,

mit großem Interesse verfolge ich den Verwandten Thread im Patek Forum.
Denkt ihr, Ähnliches gilt auch für Lange? Oder ist die Stückzahl insgesamt noch zu klein um überhaupt Absatzprobleme zu haben?

Ich bin auf eure Meinungen gespannt!

VG

Christian

alphie
10.08.2016, 17:24
Ich glaube, ALS hat, bei vergleichsweise viel kleineren Stückzahlen als Patek, wenig Veranlassung zur Drosselung der Produktion.
Zudem, wie im Patek-Forum von Flopi sehr richtig angemerkt, gehört ALS zu Richmond; und da heißt´s immer mehr, immer weiter ....

ALS hat allerdings jetzt schon ein Absatzproblem, zumindest hier in D, da doch einige Fans mit der Preispolitik der vergangenen zwei, drei Jahre nicht einverstanden waren, und sich vom Neuuhrenkauf verabschiedet haben.

uhrenfan_rolex
10.08.2016, 17:35
...ALS hat allerdings jetzt schon ein Absatzproblem, zumindest hier in D, da doch einige Fans mit der Preispolitik der vergangenen zwei, drei Jahre nicht einverstanden waren, und sich vom Neuuhrenkauf verabschiedet haben.

:top:

Sascha
10.08.2016, 17:42
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bb007
10.08.2016, 18:07
Ich kenne die Jahresproduktion von ALS ebensowenig wie von Patek.
Aber bei c24 sind von geschätzten 5000/a derzeit 1500 Uhren unterwegs, mithin mehr als 1/3 Jahresproduktion. Bei Patek nur 8300 bei ca 60'000/anno, also etwa knapp 15%.
Der Vergleich sagt nicht viel, aber der Druck vom sekundär Markt auf den Absatz neuer Uhren könnte bei Lange stärker noch als bei Patek sein, trotz der unterschiedlichen Produktionszahlen.

hartenfels
10.08.2016, 18:40
Ich glaube, ALS hat, bei vergleichsweise viel kleineren Stückzahlen als Patek, wenig Veranlassung zur Drosselung der Produktion.
Zudem, wie im Patek-Forum von Flopi sehr richtig angemerkt, gehört ALS zu Richmond; und da heißt´s immer mehr, immer weiter ....

Wie ich schon geschrieben habe, eine Drosselung der Produktion als Reaktion auf einen Rückgang der Nachfrage in ungewissem Umfang und von nicht absehbarer Dauer ist doch eine betriebswirtschaftlich angezeigte Maßnahme.

Um eine solche notwendige Reaktion kommt auch ALS nicht herum (wenn bei denen auch ein relevanter Nachfragerückgang zu verzeichnen sein sollte), völlig gleich, wie die Konzernvorgaben von Richemont sein sollten. Ein Konzern, der bei signifikantem Nachfragerückgang nach seinen Produkten nicht die Produktion drosselt, produziert Überschüsse, die er entweder mit Hoffnung auf eine deutlich bessere Zukunft "auf Halde" hält oder durch Preisnachlässe versucht, in den Markt zu drücken. Letzteres wäre bei Luxusgütern blödsinnig und langfristig schädlich, Ersteres kann ich mir nicht vorstellen.

Wir haben uns doch in der Vergangenheit auch nicht "gefreut", wenn wir von Produktionssteigerungen bei Patek und anderen Luxusuhrenherstellern erfahren haben. Warum also jetzt "Sorgen" machen? Ist doch ein ganz normaler marktwirtschaftlicher Vorgang. Deswegen gleich die Abenddämmerung der Luxusuhrenindustrie zu befürchten, halte ich für etwas übertrieben.

Gleichwohl ist es in der Tat spannend, darüber zu philosophieren, welchen Stellenwert wohl die Luxusuhr für die nächsten Generationen haben wird. Meine Jungs füttere ich regelmäßig an;) Hat bisher aber wenig gefruchtet - da gibt es im Moment noch andere Prioritäten (iPhone, Urlaub etc.)=(

bb007
10.08.2016, 18:52
Heiko, du musst deine Bemühungen intensivieren! Bei meinen Jungs fruchtet es, ob sie damit zu Trendsettern werden mag ich allerdings nicht beurteilen.

stephanium
10.08.2016, 19:52
Früher war das Sammeln von Briefmarken auch mal der Hit ;-)

hartenfels
10.08.2016, 20:12
...und haben die Briefmarkensammler von damals sich auch solche Gedanken darüber gemacht, ob die nachfolgenden Generationen dieses aufregende Hobby auch so zu schätzen wissen, wie sie? Hat das Gros der Briefmarkensammler das Hobby mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben? Ich selbst kann diese Fragen nicht beantworten - ich kenne keinen Briefmarkensammler...

shortys home
10.08.2016, 20:12
Ich denke, es wird jetzt in der Schwarzmalerei genauso übertrieben wie zuvor im absoluten Hype...

Die hochwertige mechanische Uhr ist ein über viele Generationen geschätztes Accessoire, und obwohl sich die Lebensumstände der heutigen 50jährigen von deren Elterngeneration ebenfalls massiv unterscheiden, hat sich die Armbanduhr immer behauptet. Genau so wird es auch mit den heute 25jährigen sein...

Die aktuelle Situation ist doch vielmehr einer gewissen Maßlosigkeit der letzten 10 Jahre geschuldet. Da hilft eine Bereinigung und die Konzentration auf die wahren Werte der Haute Horlogerie, da muss einem um Marken wie Lange, Patek, Blancpain, Breguet, Vacheron gar nicht bange sein...

Gefährdet sind eher Volumenmarken wie Tissot, da braucht es in der Tat eine Anpassung an zukünftige Anforderungen, siehe Smartwatch. Aber auch da wird die Industrie Antworten finden.

Besorgnis sollte man vornehmlich für jene Marken empfinden, die ihre natürliche Nische verlassen haben, um in Konkurrenz zu den etablierten HH Marken zu treten. Panerai und Hublot sind hier gute Beispiele. Diese Marken leben von einem kurz- bis mittelfristigen Hype, bauen signifikante Resourcen auf und jene drohen jetzt, leer zu laufen...

Ein Wort noch zu Richmont: das oben erwähnte "immer mehr, immer weiter" gilt leider nicht für die Belegschaft, da wurde erheblicher Jobabbau betrieben - ganz im Gegensatz zur Swatch Group übrigens...

Grüsse :winkewinke:

bb007
10.08.2016, 20:57
Dazu zwei Artikel aus der nzz:

http://www.nzz.ch/wirtschaft/uebersicht-wirtschaftsthemen/luxus-konzern-richemont-plant-stellenabbau-1.18698551

Bei Swatch derzeit noch kein Thema:

http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen/optimistischer-swatch-group-chef-nick-hayek-nicht-china-ist-das-problem-sondern-der-franken-ld.6898

Flopi
11.08.2016, 13:55
Grüß Gott zusammen,

A.Lange & Söhne ist wirklich interessant zu beobachten. Meine Meinung dazu:

Lange wird – falls erforderlich – die Produktion der Nachfrage anpassen. Innerhalb der Richemont-Gruppe genießt L&S eine Sonderstellung (zumindest war das vor wenigen Jahren noch so). Die Marke hat als eine der ganz Wenigen, vielleicht sogar als einzige Marke, das Potenzial, Patek in Bezug auf Marke und Positionierung zu überholen. Technische Innovationen bzw Funktionalitäten der letzten Jahre finde ich z.B. weitaus spannender als bei Patek. Historie, Tradition und aktuelle Produkt-Substanz sind reichlich vorhanden.

Aufholbedarf gibt es noch immer beim Thema Bekanntheit auf internationalem Level und Markenpositionierung. Und gerade hier wird es spannend. Wir sprechen zwar immer wieder darüber, dass Uhren über 5000 Euro Luxusprodukte sind. Wenige stellen sich jedoch die Frage, ob das überhaupt noch stimmt. Marken, die Zigtausende oder gar Hunderttausende von Uhren im Jahr herstellen und das zunehmend mit automatisierter Fertigung, verlieren m.E. zunehmend die Wahrnehmung als Luxusprodukt und rutschen ins Premiumsegment ab. Dazu gehören für mich z.B. Rolex, Panerai, IWC, JLC, Hublot, GO, Omega usw. Hinzu kommt, dass in vielen Gesellschaften die Mittelschicht erodiert und dabei mehr absteigen als aufsteigen. Aber es steigen eben auch etliche auf und Fakt ist, dass die Schicht der Wohlhabenden in den letzten Jahren deutlich gewachsen ist. Insofern können sich heute immer mehr Menschen sogenannte Luxusprodukte leisten, womit die Definition von Luxus perse in Frage zu stellen ist. Es braucht eine neue Abgrenzung nach oben, um Luxus als das wirklich außergewöhnliche zu positionieren. Rolex, IWC, Panerai & Co. schaffen das aufgrund von Menge sowie Retailverhalten (Rabatte, Rabatte, Rabatte) schon seit geraumer Zeit nicht mehr (bei Rolex bitte nicht die Situation der Daytona und Sportmodelle in Bewertung einbeziehen, sondern das gesamt übrige Produktspektrum). Einzig viele Kunden erliegen immer noch dem Irrtum, ein vermeintliches Luxusgut erworben zu haben.

Vergleichbar ist das mit dem Automobilmarkt: BMW, MB und Porsche stellen heute – von ganz wenigen Ausnahme-Modellen abgesehen, keine Luxusprodukte mehr da, sondern Premium-Fahrzeuge – ein kleiner aber feiner Unterschied. Anderes hingegen steht es z.B. mit RR, Ferrari und Bugatti – das ist Luxus. Wenn man sich dann die Stückzahlen wie auch die Preispositionen ansieht und ins Verhältnis zu Uhrenmarken stellt, schließt sich der Kreis.

Übertragen bedeutet das aus meiner Sicht: L&S macht alles richtig, die Produktion nicht auszuweiten, bei 5000-6000 Stück im Jahr zu belassen und gleichzeitig die Preise peu a peu so hoch zu ziehen, dass die Uhren auch für eine breite Masse an gut verdienenden Menschen nicht mehr erreichbar sind. Nur dann nämlich schafft die Marke es, in der obersten Liga Fuß zu fassen bzw sich ganz an die Spitze zu setzen. Dass L&S damit einige ihrer ehemaligen Neu-Kunden (mich eingeschlossen) verliert, liegt in der Natur der Sache und daran ist überhaupt nichts auszusetzen. Wenn die Strategie aufgeht, wird es in absehbarer Zeit dann ebenso außergewöhnlich sein, eine Lange am Handgelenk zu sehen, wie einen Ferrari auf der Straße. In Kombination mit höchster Handwerkskunst, herausragender Qualität und Haptik sowie technischen Finessen ist dass dann wahrer Luxus.

Der Herr Krämer
11.08.2016, 14:07
Klasse geschrieben, Ralf :gut:.

Oliver

Sascha
11.08.2016, 14:18
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Flopi
11.08.2016, 14:28
Der Umstand, dass es nur Edelmetall-Uhren gab und gibt (von ganz wenigen und seltenen Exemplaren mal angesehen)

Sascha,

die wenigen Langes in Stahl waren seiner Zeit nach Aussage von G. Blümlein als Uhren gedacht, die der Lange-Kunde als zeitweisen Ersatz bekommt, wenn seine Uhr beim Service ist. Zu Beginn war das Konzept ja auch, für den Service einer Lange zeit Lebens nichts zu berechnen (die erste Revision meiner ersten Lange 1 war tatsächlich kostenlos - das waren noch Zeiten :-).
Das wurde leider nach Übernahme durch Richemont geändert.

Darüber hinaus wurden einige wenige Stahluhren auf expliziten Wunsch von guten Kunden gefertigt, allerdings zum gleichen Preis der Edelmetalluhren.

The Banker
11.08.2016, 14:34
GO Premium und L&S Luxus? Wegen der Stückzahlen und der Produktionsmethoden die Unterscheidung ;)?

Der Herr Krämer
11.08.2016, 15:06
Sascha,

die wenigen Langes in Stahl waren seiner Zeit nach Aussage von G. Blümlein als Uhren gedacht, die der Lange-Kunde als zeitweisen Ersatz bekommt, wenn seine Uhr beim Service ist. Zu Beginn war das Konzept ja auch, für den Service einer Lange zeit Lebens nichts zu berechnen (die erste Revision meiner ersten Lange 1 war tatsächlich kostenlos - das waren noch Zeiten :-).
Das wurde leider nach Übernahme durch Richemont geändert.

Darüber hinaus wurden einige wenige Stahluhren auf expliziten Wunsch von guten Kunden gefertigt, allerdings zum gleichen Preis der Edelmetalluhren.

Das wäre m.E. auch DER Killer-USP schlechthin für eine Luxusmarke. Ich könnte mir vorstellen, dass einige bereit sind, 5-10k mehr (Listenpreis) zu bezahlen, dafür dann jedoch keinerlei Folge- bzw. Revisionskosten fürchten zu müssen.

Oliver

Flopi
11.08.2016, 15:14
GO Premium und L&S Luxus? Wegen der Stückzahlen und der Produktionsmethoden die Unterscheidung ;)?

Thilo, das ist meine Sicht der Dinge. Da mag ich durchaus falsch liegen mit der Einordnung von GO.
Meine Sicht auf GO ist dabei sehr subjektiv beeinflusst vom Tun und Handeln von KH Pfeiffer. Seine Entscheidung, für die Senator das ikonische Gesicht der Lange 1 ungeniert zu kopieren, hat mich als Lange 1-Fan der ersten Stunde dermaßen geärgert, dass die Marke bei mir völlig unten durch war und immer noch ist. Eine schlicht emotionale Sichtweise meinerseits :op:

Sascha
11.08.2016, 15:36
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Flopi
11.08.2016, 16:30
Lange hatte anfänglich sehr neuartige und gute Ideen die sich aber nicht durchsetzen ließen. Schade!

Beste Grüße!

Sascha

"Nicht durchsetzen lassen" ist Ansichtssache, Sascha.
Solange L&S - ebenso wie IWC und JLC - der VDO Gruppe gehörte, hatte Blümlein das Service-Konzept erfolgreich umgesetzt. Den kostenfreien Service gab es jahrelang. Geändert haben das die Konzern-Herren von Richemont nach der Übernahme, die nach einer Art Bietergefecht ja sehr teuer geraten war und nun überall Bereiche gesucht wurden, die Einnahmen zu maximieren.

ehemaliges mitglied
11.08.2016, 16:31
GO Premium und L&S Luxus? Wegen der Stückzahlen und der Produktionsmethoden die Unterscheidung ;)?

Also, hier muss ich Ralf auch widersprechen. Ich war bei GO und da ist gewiss nicht weniger Fertigungstiefe und Handarbeit als bei ALS ... selbst die Werkzeuge zur Uhrenherstellung werden im Haus gefertigt ... auch Schrauben und andere "Kleinigkeiten", die Lange zukauft, werden mittlerweile selbst produziert ... nur weil deren Preise nicht so abgehoben sind, sollte man sie nicht auf Premium "abstufen" ... das ist nicht angemessen.

MBSoft
11.08.2016, 16:32
Anläßlich eines netten, kleinen Lange Events in HH hatte ich neulich die Gelegenheit zu sehr interessanten Gesprächen zu genau diesem Thema.
Natürlich kann und wird Lange die Produktion im einstelligen Prozentbereich an der Nachfrage ausrichten. Allerdings ist man ja baulich und auch personell gerade auf dem umgekehrten Weg gewesen.
Auch in der Chefetage sieht man beim Thema Mittbewerber in der Luxusklasse ganz klar Patek als den "Prüfstein". Das Patek zwei Riesenvorteile gegenüber den meisten anderen Marken hat, ist auch Lange sehr bewußt.
1. Die erst einmal unaufholbare Authentizität der Marke und ihrer Geschichte.
2. Man braucht dort nicht zu befürchten, es klingelt irgendwann das Telefon und am anderen Ende spricht der "neue Besitzer", oder der neue "Experte" für die Chefetage.

Gerade Punkt 2 sehe ich als ganz großen Nachteil der Marke Lange. Echte Unternehmermarken wie z.B. Chopard, oder eben Patek können gerade in schwierigeren Zeiten ganz anders agieren.....oder sich eben einmal einige Zeit "tot stellen" und die Sache aussitzen. Lange sitzt da der sprichwörtliche Aktionär im Nacken.
Im Hinblick auf Stückzahlen ist man bei Lange auch eher schon in Richtung 10000St./Jahr unterwegs...derzeit wohl so 8.000,-.

Ein Vorteil der Marke könnte sein, dass man sich eben nicht so sehr auf das Geschäft mit China gestürzt hat. Einbrüche im Markt gibt es aber ja auch nicht nur dort, oder mit Touristen aus Asien....auch die Einheimischen vieler westlicher Länder sind spätestens nach den letzten drei Preisrunden auch "ruhiger" geworden.

Es wäre sehr schade, wenn diese Marke Schaden nähme...sie geben sich wirklich Mühe und haben schöne Uhren...und schöne Geschenke ;)

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128377

ehemaliges mitglied
11.08.2016, 16:32
@Ralf: Immerhin nutzt GO nur Eigenentwicklungen bei den Komplikationen ... zim Beispiel das steglose Großdatum wurde komplett selbst entwickelt, wärend ALS sein Großdatum von JLC bekommen hat ... ;)

Sascha
11.08.2016, 16:37
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ehemaliges mitglied
11.08.2016, 16:43
@Sascha: Rein von der Emotion kann ich das nachvollziehen. Viele Uhren von Lange sind einfach nur 8o!!!

Bei GO gibt es einige wirklich geniale Modelle, die technisch wie optisch begeistern können. Alles gefällt mir da auch nicht, keine Frage ... tut es bei Patek oder AP aber auch nicht.

Ich wollte auch nur darauf hinweisen, dass in Bezug auf Fertigungstiefe und Manufaktur GO mit Lange auf einer Stufe ist ... wobei ich auch im gleichen Atemzug zugebe, dass mir der Datograph besser gefällt, als das Gegenstück von GO ... in Bezug auf Verfeinerung des Werkes ist Lange mittlerweile sehr, sehr weit vorn!

Gruß,
Sascha

shortys home
11.08.2016, 16:47
Ich denke, GO hat eine absolut vergleichbare Fertigungstiefe, der Markennimbus ist jedoch deutlich unterhalb ALS angesiedelt.

Ansonsten möchte ich Ralf zu seinen Ausführungen uneingeschränkt beipflichten :gut:

... ausser meiner nicht vorhanden emotionalen Distanz zu GO, ich fand das seinerzeit clever von Herrn Pfeiffer, fast schon Biver-mässig :bgdev:

Ein Wort noch zu ALS und Patek: über die gesamte Produktpalette gesehen halten Lange Uhren nach meinem Eindruck ihren Wert deutlich besser als Patek Uhren. Die Auswüchse in positiver Wertentwicklung bei Patek,findet man bei alten, seltenen Referenzen, lassen wir mal die ganze Nautilus-Arie beiseite. Dazu kommt der Effekt von Investmentfonds, die Uhren bei Auktionen aufkaufen. Wie nachhaltig dies sein mag, wer weiss?

Der Patek Hype wurde ja auch von der Marke durch verschleierte Eigenkäufe bei Auktionen angefacht. Da hat ALS es natürlich schwerer...

Grüsse :winkewinke:

Flopi
11.08.2016, 17:18
Also, hier muss ich Ralf auch widersprechen. Ich war bei GO und da ist gewiss nicht weniger Fertigungstiefe und Handarbeit als bei ALS ... selbst die Werkzeuge zur Uhrenherstellung werden im Haus gefertigt ... auch Schrauben und andere "Kleinigkeiten", die Lange zukauft, werden mittlerweile selbst produziert ... nur weil deren Preise nicht so abgehoben sind, sollte man sie nicht auf Premium "abstufen" ... das ist nicht angemessen.

Ich schrieb ja, dass meine Einstellung zu GO durchaus sehr subjektiv geprägt ist ;) und finde es völlig ok, wenn andere GO weiter oben positiniert sehen :dr:

Wobei ich zugeben muss, dass das Großdatum von GO tatsächlich um einiges Überzeugender gelöst ist, als bei L&S :gut:

Sascha
11.08.2016, 18:11
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shortys home
11.08.2016, 18:44
Ja Sascha, der Blümlein war ein ganz Grosser :gut::gut::gut:

Und wir waren alle noch ganz hungrig nach den Kreationen :)

Emotional war es vielleicht das "golden age"

Liebe Grüße :winkewinke:

Sascha
11.08.2016, 18:54
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bb007
11.08.2016, 21:38
Ja, ich habe damals in Dresden studiert und u.a. die Wiedergeburt von ALS miterlebt.
Jeden Monat einmal bin ich mit der S-Bahn nach Glashütte gefahren und habe dort beobachtet
wie alles voran geht. Das war eine echte Pionierzeit.
Und Heinz W. Pfeiffer konnte man häufiger im Uhrenmuseum treffen, dass damals noch bei GO im
Erdgeschoss war.
Das waren Zeiten...!

Beste Grüße!

Sascha

Ich glaube genau diese Erfahrung fehlt mir Sascha, bin da wohl zu tief verwurzelter Wessi, Pfeffersack und habe ja schon in den 80er Jahren Emotionen mit Patek verknüpft, auch wenn es nur zu meinen inzwischen gerockten 3800 reichte und einer 3969 zum Jubi, weil mein Vater sie interessant fand. Uhren aus Sachsen waren Spezimatik...
Dann war später ALS nur ein Spielball von Unternehmen, die nichts mit Uhren am Hut hatten. Und jetzt ist ALS eben auch nur ein Teil eines Luxusgüterkonzern der primär auf die shareholder Interessen Rücksicht zu nehmen hat.
Darum werde ich nicht warm mit ALS, Patek hat als Familienunternehmen ein ganz anderes standing und eine ganz andere Tradition....

Ob die inzwischen über jeden Zweifel erhabene Qualität ausreicht auf längere Sicht eine Durststrecke unbeschadet zu überstehen? Ich weiss es nicht. Bei Patek mache ich mir weniger Sorgen.

Sascha
11.08.2016, 21:52
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Flopi
11.08.2016, 23:39
Ja Sascha, der Blümlein war ein ganz Grosser :gut::gut::gut:

Und wir waren alle noch ganz hungrig nach den Kreationen :)

Emotional war es vielleicht das "golden age"

Liebe Grüße :winkewinke:

Henrik, die 90er und früheren 2000er waren aus meiner Sicht nicht nur emotional das "golden Age" bei Uhren. Auch ganz rational sind da sehr viele authentische und in sich stimmige Uhren geschaffen wurden. Das Zeitalter des Hyper-Marketings begann Gott sei Dank etwas später. Es wird spannend sein, welche Uhren der letzten Jahre es in 15-20 Jahren mal zu einem Klassiker gebracht haben werden.

Das wäre eigentlich mal einen eigenen Thread wert, den wir jetzt "befüllen" und dann in 15 Jahren wieder aus der Kiste holen und gucken :ea:

andreaslange
12.08.2016, 11:32
Hallo

Ich bin ja durch und durch ein Fan von Lange & Söhne.
Seit ich im November 2005 in der Manufaktur in Glashütte war, gibt es für mich nichts anderes mehr!
Obwohl ich erst kurz vorher schon einmal meine Sammlung umgestellt hatte, habe ich alles wieder
verkauft (Patek, AP, VC, IWC, JLC usw.) und bin komplett auf Lange umgestiegen.

Der Aufwand der bei Lange an den Werken betrieben wird, ist wirklich sagenhaft.
Mit über 700 Mitarbeitern stellt man gerade mal über 7.000 Uhren im Jahr her.
Patek hat zum Vergleich 2.400 Mitarbeiter und produziert etwa 60.000 Uhren.

Ich war in den letzten Jahren bei vielen Uhrenfirmen zu Besuch.
Wie etwa bei AP, IWC, JLC, VC, Patek, GO oder Nomos.
Aber Lange & Söhne hat mich mit Abstand am meisten begeistert.
Zumal sich Lange noch den Luxus leistet, für jedes Modell ein eigenes Kaliber zu bauen.

Insgesamt war ich jetzt schon sieben Mal zu Besuch in der Manufaktur.
Und durch Einladungen zu Events habe ich auch viele Leute bei Lange kennengelernt.
Auch bei Walter Lange saß ich schon zweimal zuhause in Pforzheim im Wohnzimmer.
Ich kann mir momentan nicht vorstellen, dass ich mir noch mal eine Uhr einer anderen
Firma kaufen werde.

Und jetzt zum eigentlichen Thema.
Wenn die Krise weiter anhält, wird auch Lange die zu spüren bekommen.
Ich bin mir aber sicher, dass man hierauf auch reagieren wird.
Zumal Wilhelm Schmid die Produktion nicht weiter ausweiten will, sondern eher
vor hat mehr Uhren mit Komplikationen zu bauen.

Es gibt aber auch ein paar Dinge die mir nicht so gut gefallen.
Darunter die Ausweitung von immer mehr Boutiquen!
Zumal es einige limitierten Uhren dann nur in diesen zu kaufen gibt.
So war mein Juwelier (Konzessionär der ersten Stunde) nicht gerade begeistert, als
er nach Dresden zum Jubiläum eingeladen wurde, die Lange 1 Tourbillon Handwerks-
kunst vorgestellt bekam, und diese dann nicht bestellen konnte...

Und bei den Preisen hat man es wie jede andere Firma in den letzten Jahren
halt auch gemacht. Diese wurden überproportional erhöht.
Schön wenn man ein paar Uhren hat - weniger schön wenn man noch einige
kaufen will.
Ich bin zum Glück früh eingestiegen und habe viele Uhren noch günstig (im
Verhältnis zu heute) bekommen.
Über einen Verkauf und den damit verbundenen Werterhalt mache ich mir allerdings
keine Gedanken. Ich habe nicht vor, auch nur eine Uhr wieder jemals zu verkaufen.

Gruß
Andreas

Flopi
12.08.2016, 12:25
Der Aufwand der bei Lange an den Werken betrieben wird, ist wirklich sagenhaft.
Mit über 700 Mitarbeitern stellt man gerade mal über 7.000 Uhren im Jahr her.
Patek hat zum Vergleich 2.400 Mitarbeiter und produziert etwa 60.000 Uhren.



In Bezug auf die Werke sehe ich das ebenso. Mir fällt keine andere Marke ein, die diesen Weg so konsequent geht :gut:

Interessant finde ich den Vergleich von Mitarbeitern und produzierten Uhren. Entsprechend kommen auf 1 MA bei Lange 10 Uhren im Jahr, bei Patek sind es 25.

Da liegt der Schluß nahe, dass bei Lange der Aufwand für handwerkliche Fertigkeiten deutlich höher ist als bei Patek (selbst wenn man bei Patek die 10000-15000 Twenty 4 Modelle pro Jahr abzieht). Das würde meinen Eindruck bestätigen, dass Patek sicher bei den sehr komplizierten Uhren nach wie vor auf ähnlichem Niveau arbeitet wie Lange, aber bei den eher "Mainstream Modellen" deutlich industrieller unterwegs ist.

andreaslange
12.08.2016, 13:18
Die Werke der Uhren von Lange sind einfach genial.

Hier mal ein paar Beispiele:


Kaliber L095.1 der Lange 1

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%201%2020th%20Anniversary/Lange%201%2020th%20Anniversary%2025_zpsenoa7nej.jp g (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%201%2020th%20Anniversary/Lange%201%2020th%20Anniversary%2025_zpsenoa7nej.jp g.html)

Kaliber L031.1 der Lange 1 Zeitzone

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Weltzeituhr/Lange1Weltzeituhr31.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Weltzeituhr/Lange1Weltzeituhr31.jpg.html)

Kaliber L051.1 der 1815 Handaufzug

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%201815%20Neu/Lange1815Neu29.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%201815%20Neu/Lange1815Neu29.jpg.html)

Kaliber L921.2 der 1815 Automatik

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange1815/Lange181525.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange1815/Lange181525.jpg.html)

Kaliber L931.5 der Cabaret Mondphase

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Cabaret%20Mondphase/LangeCabaret29.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Cabaret%20Mondphase/LangeCabaret29.jpg.html)

Kaliber L942.1 der 1815 Auf und Ab

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Auf%20und%20Ab/Lange1815AufundAb24.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Auf%20und%20Ab/Lange1815AufundAb24.jpg.html)

Kaliber L951.1 des Datographen

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Datograph/LangeDatograph21.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Datograph/LangeDatograph21.jpg.html)

Kaliber L922.1 der Langematik Perpetual

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Ewiger%20Kalender/LangePerpetual30.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Ewiger%20Kalender/LangePerpetual30.jpg.html)

Kaliber L051.2 1815 Auf und Ab (neu)

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Auf%20und%20Ab%20Rotgold/LangeAufundAbRotgold24_zps7c7f4c4f.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Auf%20und%20Ab%20Rotgold/LangeAufundAbRotgold24_zps7c7f4c4f.jpg.html)

Kaliber L041.2 der Richard Lange

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Richard%20Lange/LangeRichardLange25.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Richard%20Lange/LangeRichardLange25.jpg.html)

Kaliber L921.4 der Langematik mit Großdatum

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Langematik/LangeLangematik28.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Langematik/LangeLangematik28.jpg.html)

Kaliber L941.1 der Saxonia Handaufzug

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Saxonia/LangeSaxonia27.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Saxonia/LangeSaxonia27.jpg.html)

Kaliber L921.2 der Großen Saxonia Automatik

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Grosse%20Saxonia/LangeGrosseSaxonia27.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Grosse%20Saxonia/LangeGrosseSaxonia27.jpg.html)

Kaliber L951.5 des 1815 Chronographen

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%201815%20Chronograph/Lange1815Chronograph27.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%201815%20Chronograph/Lange1815Chronograph27.jpg.html)

Kaliber L095.3 der Großen Lange 1 Mondphase

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Grosse%20Lange%201%20Mondphase/Lange%201%20Groszlige%20Mondphase%2027_zpsapbiix01 .jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Grosse%20Lange%201%20Mondphase/Lange%201%20Groszlige%20Mondphase%2027_zpsapbiix01 .jpg.html)

Kaliber L085.1 des Saxonia Jahreskalender

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Saxonia%20Jahreskalender/LangeSaxoniaJahreskalender27.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Saxonia%20Jahreskalender/LangeSaxoniaJahreskalender27.jpg.html)

Kaliber L093.1 der Saxonia Thin

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Saxonia%20Thin/LangeSaxoniaThin30.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Saxonia%20Thin/LangeSaxoniaThin30.jpg.html)

Kaliber L043.1 der Zeitwerk

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Zeitwerk/LangeZeitwerk20.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Zeitwerk/LangeZeitwerk20.jpg.html)

Kaliber L943.2 der 1815 Mondphase

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%201815%20Mondphase/Lange1815Mondphase25.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%201815%20Mondphase/Lange1815Mondphase25.jpg.html)

Kaliber L021.1 der Lange 1 Daymatic

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%201%20Daymatic/Lange1Daymatic26.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%201%20Daymatic/Lange1Daymatic26.jpg.html)

Kaliber L001.1 der Double Split

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Double%20Split/LangeDoubleSplit33.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Double%20Split/LangeDoubleSplit33.jpg.html)

Kaliber L043.2 der Striking Time

http://img.photobucket.com/albums/v206/andreaseck/A%20Lange%20Striking%20Time/LangeStrikingTime27_zpsc0975731.jpg (http://smg.photobucket.com/user/andreaseck/media/A%20Lange%20Striking%20Time/LangeStrikingTime27_zpsc0975731.jpg.html)

Gruß
Andreas

Sascha
12.08.2016, 13:24
Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags wurde auf Verlangen des Nutzers gelöscht.

Flopi
12.08.2016, 14:10
Andreas, deine Photos sind der Hammer :verneig:
Da müssten alle Profi-Fotographen neidisch sein :dr:

andreaslange
12.08.2016, 15:53
Danke!

Das macht für mich Lange eben so einzigartig!
Alle Kaliber werden erst zusammengebaut. Wenn alles passt werden sie wieder zerlegt,
die Teile veredelt und dann wieder zusammengesetzt.
Und wie ich oben schon geschrieben habe, besitzt momentan jedes Modell sein eigenes Werk
und alle Uhren haben einen Saphierglasboden.

Obwohl ich noch auf die Richard Lange Springende Sekunde warte, freue ich mich schon wieder
auf die Neuheiten von Genf im Januar :]

Gruß
Andreas

alphie
13.08.2016, 10:43
Ganz großes Kino, Andreas. Danke für die tollen Bilder.
Den Vergleich zu PP muss Lange nicht scheuen. Im Gegenteil. Persönlich sehe ich Lange bereits vor PP, sowohl was die Werke, als auch die Innovationen angeht.

andreaslange
13.08.2016, 18:07
Hallo Ralph

Und genau aus diesen Gründen habe ich mich nur noch auf Lange konzentriert.

Mittlerweile bietet Lange ja auch in den höheren Preisbereichen Uhren mit mehreren
Komplikationen an. Ich denke da an die Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender oder den
neuen Datograph Perpetual Tourbillon.
Hier kann ich aber leider nicht mithalten.
Aber ich freue mich trotzdem, dass in Glashütte wieder solche Uhren gebaut werden.

Gruß
Andreas

TheLupus
13.08.2016, 18:51
Ganz großes Kino, Andreas. Danke für die tollen Bilder.
Den Vergleich zu PP muss Lange nicht scheuen. Im Gegenteil. Persönlich sehe ich Lange bereits vor PP, sowohl was die Werke, als auch die Innovationen angeht.


Das allein reicht heutzutage leider nicht. Ich schrieb es schon im Patek Thread: Auf die Attraktivität der Marke kommt es an.

shortys home
13.08.2016, 19:32
Das allein reicht heutzutage leider nicht. Ich schrieb es schon im Patek Thread: Auf die Attraktivität der Marke kommt es an.

Da muss man wohl unterscheiden, für wen das gilt:

Den Investor oder den echten Liebhaber grossartiger Uhrmacherkunst.

Patek braucht bei deren Jahresproduktion beide Typen, dazu noch diejenigen mit ausgeprägtem Statusdenken, daher auch ein hoher Anteil an Quarz-Twenty 4 Uhren für die Damenwelt. Die Investoren hat man ja durch jahrelange Eigenkäufe bei Auktionen auch extra motiviert.

Ich denke, Lange kann sich noch auf echte Liebhaber konzentrieren. Und die Marke ist mittlerweile auch recht gut positioniert.

Grüsse :winkewinke:

Flopi
20.09.2016, 22:12
Da muss man wohl unterscheiden, für wen das gilt:

Den Investor oder den echten Liebhaber grossartiger Uhrmacherkunst.

Patek braucht bei deren Jahresproduktion beide Typen, dazu noch diejenigen mit ausgeprägtem Statusdenken, daher auch ein hoher Anteil an Quarz-Twenty 4 Uhren für die Damenwelt. Die Investoren hat man ja durch jahrelange Eigenkäufe bei Auktionen auch extra motiviert.

Ich denke, Lange kann sich noch auf echte Liebhaber konzentrieren. Und die Marke ist mittlerweile auch recht gut positioniert.

Grüsse :winkewinke:

Auch wenn ich es nur ungern schreibe: wenn man sich die Angebote bei Chrono24 ansieht, kommen einem wirklich die Tränen. Allein 9 Datographen in Platin für unter 40000 und die Preise werden von den Händlern zunehmend gesenkt. Allein Grimmeissen hat seine zwei Angebote kürzlich reduziert und trotzdem liegen die Uhren "wie Blei". Wirklich schade für diese Marke oder ist der Markt gesamthaft tatsächlich so kaputt?

Joe1010
20.09.2016, 22:21
Zu viele Uhren, zu wenige Liebhaber, zu wenige "fähige Manager" mit Liebe zur Marke und zum Produkt - Ja, der Markt beginnt sich selbst zu "zerstören"

Oder gesund zu ruinieren ;)

Bluedial
20.09.2016, 22:38
und mit der Richemont-gierig-Heuschrecken-Truppe mußte es ja wohl anfangen, hoffentlich bleiben ein paar gute Rester der ganzen einverleibten Marken übrig....

MartinLev
21.09.2016, 00:01
sehr schöner thread.
danke an alle, die hier ihre meinung kundgetan haben.
obwohl ich nur eine ALS besitze (Zeitzone), bezeichne ich mich dennoch als fan dieser marke.
auch trage ich gern meine DayDate2 oder den BigPilot in WG oder auch stahl uhren von Rolex, Grand Seiko, usw. aber die Zeitzone hat eine herausragende stellung in meiner bescheidenen "sammlung".
für mich verkörpert sie stets besondere emotionen wenn ich sie trage.
niemals schaue ich öfter auf die uhr als bei meiner ALS.
ist das nicht ein grund für die zweite zu sparen?!

lg martin

p.s.: Patek fischt mich überhaupt nicht an. klingt blöd, ist aber so.

obermax
21.09.2016, 05:54
Guten Morgen!
Ich sehe es ähnlich wie Martin. Ich besitze zwar auch nur eine Lange, aber die ist schon etwas Besonderes.

Wenn man sich die bekannten Gebrauchthändler anschaut so liegt momentan vieles außerhalb der sehr gesuchten Rolex Stahlmodelle länger- auch Patek!

Scheint also ein generelles Problem zu sein- um Lange mache ich mir jedenfalls keine Sorgen!

Einen schönen Tag!

andreaslange
21.09.2016, 10:41
Hallo

Ehrlich gesagt, schaue ich mir gar nicht an, was für Uhren bei Chrono24 angeboten werden.
Es interessiert mich einfach nicht.
Meine Uhren kaufe ich mir alle neu bei meinem Stammjuwelier.
Und dann hab ich auch nicht vor, wieder jemals auch nur eine Uhr zu verkaufen.

Etwas Gutes wird die Krise jedoch haben.
Mit Preiserhöhungen werden sich ALLE Uhrenfirmen in nächster Zeit
sehr zurückhalten!

Gruß
Andreas

harleygraf
21.09.2016, 10:48
Etwas Gutes wird die Krise jedoch haben.
Mit Preiserhöhungen werden sich ALLE Uhrenfirmen in nächster Zeit
sehr zurückhalten!

Gruß
Andreas

Wäre zu wünschen.
Gerade Lange&Söhne haben ja an der Preisspirale in den letzten Jahren gedreht wie keine andere Firma....

MartinLev
21.09.2016, 11:38
Mit Preiserhöhungen werden sich ALLE Uhrenfirmen in nächster Zeit
sehr zurückhalten!

Gruß
Andreas

mir fällt es schwer dies zu glauben.
auch empfinde ich nicht, dass wir derzeit den beginn einer krise erkennen.

aber, ich hoffe du hast recht ;-)

MartinLev
21.09.2016, 11:39
Und dann hab ich auch nicht vor, wieder jemals auch nur eine Uhr zu verkaufen.

Gruß
Andreas

ach, ganz übersehen.
denk dran, das letzte hemd hat keine taschen ;-)

andreaslange
21.09.2016, 12:36
Gerade Lange&Söhne haben ja an der Preisspirale in den letzten Jahren gedreht wie keine andere Firma....

Jetzt vergleiche mal ganz genau die Preiserhöhungen der letzten 5 Jahre.
Prozentual nehmen sich da die Firmen überhaupt nichts.
Weder Lange oder Patek noch AP oder gar VC

Gruß
Andreas

andreaslange
21.09.2016, 13:02
ach, ganz übersehen.
denk dran, das letzte hemd hat keine taschen ;-)

Ich hoffe das ich nie in die Verlegenheit komme, meine Uhren verkaufen zu müssen.
Zudem wird sich meine Tochter vielleicht auch mal darüber freuen, wenn sie
meine Uhren erbt.
Und wenn Sie nichts damit anfangen kann, soll sie die Uhren halt verkaufen ;)

Gruß
Andreas

Flopi
21.09.2016, 13:03
Hallo Andreas,

ich habe auch nicht vor, meine Lange Uhren zu verkaufen. Da ich aber hin und wieder aus dem Bekannten- und Freundeskreis gebeten werden, beim Thema Uhren etwas zu unterstützen, sehe ich schon in Abständen nach, wie sich die Preise auf dem Zweitmarkt entwickeln. Und da überrascht es einfach, dass sich bei Lange die Preise von Gebrauchten ähnlich entwicklen, wie z.B. bei IWC, JLC und Co. Letztlich ist das eine Komponente, die zur Entwicklung des Markenimages beiträgt. Und wenn sich eine Marke langfristig deutlich absetzen und nach oben entwickeln möchte, dann muss sich schlussendlich auch die Wertbeständigkeit in Einklang zur Markenposition entwickeln. Das scheint bei Lange derzeit noch nicht gegeben zu sein.

Interessant wäre ein Vergleich zu Patek (mal abgesehen von den Hype-Preise einiger Nautilus-Modelle). Ist es dort auch eher normal, dass gebrauchte Patek-Modelle ca. 40-50% vom Listenpreis wert sind oder hat Patek es geschafft, dass die Abschläge deutlich niedriger ausfallen??

Flopi
21.09.2016, 13:09
mir fällt es schwer dies zu glauben.
auch empfinde ich nicht, dass wir derzeit den beginn einer krise erkennen.

aber, ich hoffe du hast recht ;-)

Martin,

du hast völlig Recht: der Beginn einer Krise ist nicht zu erkennen. Die Uhrenindustrie steckt mitten drin und die Krise nimmt an Intensität zu. Allein im August ist der Export der Schweizer Uhrenindustrie um 13% zurückgegangen, in den ersten 8 Monaten beträgt das Minus 10,9%. Bei den Zahlen kann man ohne Übertreibung von einem deutlichen Einbruch sprechen =(

bb007
21.09.2016, 13:50
Die Absatzkrise ist bereits da. China und Deutschland sind nicht mehr unter den Top 5 der Uhrenexportmärkte aus der Schweiz, der Absatz in Hongkong ist im Vergleich zum Vorjahr um über 30% eingebrochen und die globale Betrachtung wurde eben schon erwähnt. Ich denke nicht, dass Lange deutlich besser dasteht. Die Zahlen sind, nicht nur im low Budget Segment sondern auch bei den sog. Luxusuhren mies....
Ich bin gespannt, wie sich das in den kommenden Jahren auf die Preise auswirkt, sowohl beim Konzi, als auch im grauen Markt und vor allem auch Secondhand-Markt. Vermutlich wird es eine (überfällige?) Marktbereinigung geben. Um den Bestand der Marken wie ALS oder Patek mache ich mir allerdings keine Sorgen, nur Produktion und Absatz werden sinken.

Flopi
21.09.2016, 14:31
Bedenklich ist, dass der Rückgang der Schweizer Uhrenexporte an Intensität zunimmt. 2014 haben die Exporte noch leicht um 1,9% zugenommen. Der Rückgang begann 2015 ab Sommer. Insgesamt nahmen die Exporte in 2015 um 3,3% ab.

Vor diesem Hintergrund ist der Einbruch im August 2016 als katastrophal zu werten, da in den ersten 6 Monaten 2016 die Vergleichsbasis aus 2015 noch recht hoch war. Der August 2015 war jedoch bereits von deutlichen Rückgängen gezeichnet und auf diese schon niedrigere Basis kam im August 2016 nochmals ein Rückgang von real 13% hinzu.

In die Glaskugel schauend vermute ich, dass jetzt zunehmend auch die Preise im Zweitmarkt massiv unter Druck kommen werden. Es haben in den vergangenen Jahren einfach zu viele Uhren als Investment gekauft und in den Safe gelegt. Wenn jetzt immer deutlicher wird, dass die Preissteigerung bei Neu-Uhren nicht weitergeführt werden und ggf. immer mehr Marken Preise senken (entweder direkt oder indirekt über den Launch neuer Modelle), dann werden viele Investoren versuchen, noch rasch Kasse zu machen, bevor die Preise zu tief fallen.

Wohl dem, der seine Sammlung beisammen hat, nichts verkaufen will/muss und vielleicht noch die eine oder andere Uhr sucht. Der Käufermarkt wird in der nächsten Zeit noch stärker werden.

harleygraf
21.09.2016, 15:21
Jetzt vergleiche mal ganz genau die Preiserhöhungen der letzten 5 Jahre.
Prozentual nehmen sich da die Firmen überhaupt nichts.
Weder Lange oder Patek noch AP oder gar VC

Gruß
Andreas

Echt?
Das überrascht mich....Wenn ich mir die "Zeitwerk" z.B. anschaue ist die in ein paar Jahren um 30% gestiegen !!!
Aber ich sehe das ähnlich wie Flopi. Im Gegensatz zu ALS werden bei Patek z.B. annährend konstante Preise auf dem Gebrauchtmarkt realisiert und neue Uhren gibt es da kaum mal unter Liste....

Der Herr Krämer
21.09.2016, 15:32
Auch wenn ich es nur ungern schreibe: wenn man sich die Angebote bei Chrono24 ansieht, kommen einem wirklich die Tränen. Allein 9 Datographen in Platin für unter 40000 und die Preise werden von den Händlern zunehmend gesenkt. Allein Grimmeissen hat seine zwei Angebote kürzlich reduziert und trotzdem liegen die Uhren "wie Blei". Wirklich schade für diese Marke oder ist der Markt gesamthaft tatsächlich so kaputt?

Habe das auch beobachtet, da ich aktuell ja nach einem "alten" Datographen Ausschau halte...ich gucke mir die Entwicklung noch ein bißchen an und schlage dann nach entsprechender Verhandlung wahrscheinlich zu...

Wundert mich ehrlich gesagt auch: gerade dieses Modell ist m.E. eine der besten und schönsten Uhren, die jemals gebaut wurden...

LG
Oliver

Roland90
21.09.2016, 16:15
Echt?
Das überrascht mich....Wenn ich mir die "Zeitwerk" z.B. anschaue ist die in ein paar Jahren um 30% gestiegen !!!
Aber ich sehe das ähnlich wie Flopi. Im Gegensatz zu ALS werden bei Patek z.B. annährend konstante Preise auf dem Gebrauchtmarkt realisiert und neue Uhren gibt es da kaum mal unter Liste....

Zumindest bei AP ging es innerhalb dervletzten 2-3 Jahren mindestens genauso krass rauf wie bei Lange.
Das gebotene Niveau bei allen großen Marken ist zur Zeit einfach sehr heftig. Das kann ja nicht ewig so weiter gehen

TheLupus
21.09.2016, 17:58
Mein Konzi kann fast nichts liefern von ALS, PP, RSA, was zumindest halbwegs gefragt ist. Von einem Nachfragerückgang in diesem Segment ist dort jedenfalls nichts zu spüren.
JLC, Vacheron und ALS waren schon immer schwer wieder zu verkaufen.

shortys home
21.09.2016, 22:49
Auch wenn ich es nur ungern schreibe: wenn man sich die Angebote bei Chrono24 ansieht, kommen einem wirklich die Tränen. Allein 9 Datographen in Platin für unter 40000 und die Preise werden von den Händlern zunehmend gesenkt. Allein Grimmeissen hat seine zwei Angebote kürzlich reduziert und trotzdem liegen die Uhren "wie Blei". Wirklich schade für diese Marke oder ist der Markt gesamthaft tatsächlich so kaputt?

Vor nicht mehr als 2,5 Jahren gab es mehrere Platin-Datographen bei deutschen Händlern für knapp 30t€... wenn jemand da zugeschlagen hat, macht er/sie bei den aktuellen Kursen immer noch gut Gewinn ;)

Gebrauchtuhren können auch nur begrenzt die Preiserhöhungen der letzten Jahre "mitnehmen", das funktioniert vielleicht bei ein paar Rolex, weil jeder glaubt, dass es da nur nach oben geht :grb:

Kurz noch zu Patek: da sieht es bei 95% der Uhren genauso aus wie bei VC oder ALS, also alles normal und im Lot. Man sollte nicht von der überhypten Nautilus als Maßstab ausgehen, die ist als Statussymbol und Spekulationsobjekt die grosse Ausnahme.

Generell mache ich mir um die Preisentwicklung wirklich seltener und wertiger Uhren keine grossen Sorgen, schlimm könnte es bei zigtausendfach vorhandenen Standardmodellen als Safequeens werden, wenn am Ende nur die wahren Liebhaber als potentielle Käufer bleiben...

Grüsse :winkewinke:

bb007
21.09.2016, 23:25
Das sehe ich ganz genauso. Ein Einzelstück, eine von zwanzig oder hundert wird immer einen Markt haben. Eine unlimitierte 08/15 ALS, Patek oder Rolex hingegen wird keine Rendite abwerfen.
Wie auch immer, ich habe meine Uhren nicht als Spekulationsobjekt gekauft. Die bleiben bei mir, ein Verkauf steht nicht an....

andreaslange
22.09.2016, 10:24
Wie auch immer, ich habe meine Uhren nicht als Spekulationsobjekt gekauft. Die bleiben bei mir, ein Verkauf steht nicht an....


So handhabe ich das auch :gut:

Dann kann man der momentanen Krise auch viel gelassener
entgegen sehen.

Gruß
Andreas

Flopi
22.09.2016, 11:22
:gut::gut:

Der Herr Krämer
22.09.2016, 14:07
Was ich allerdings wirklich bedenklich finde, sind solche Preisabschläge...immerhin fast 45% auf eine neue Uhr:

https://www.juwelier-wilfart.de/web/de/uhren/index.htm?SEARCH_ONLY_NEWEST=12&dosearch=1&SORTORDER=5&showid=4885733

Ich fürchte, die Uhr wird selbst zu diesem Preis einige Zeit liegen bleiben...

Die Preispolitik der letzten Jahre war da sicherlich etwas zu ambitioniert...=(.

LG
Oliver

obermax
22.09.2016, 14:17
Das liegt aber auch sicher daran, daß man Uhren dieses Kalibers (wie auch das RL Tourbillon vom selben Händler) eher beim Konzi kauft.
Ist wie bei Autos: einmal zugelassen heißt eben nicht mehr neu...
Aber dennoch: geniale Uhr!

alphie
22.09.2016, 21:34
Interessanter Thread, mit interessanter Entwicklung.

Ich habe hier schon "einiges" einstecken müssen, weil ich gesagt habe, dass die überambitionierten PE bei Lange sich überhaupt nicht am Zweitmarkt niederschlagen und Käufer (hier in D), denen der Preis nicht ganz egal ist, vergrault werden. Sehr schade.

Die Dato-Preise im Netz, das Beispiel vom Wilfart von Oliver, oder auch das hier

https://www.juwelier-wilfart.de/web/de/uhren/index.htm?dosearch=1&SEARCH_BRAND_ID=1&SORTORDER=5&showid=4878052

sprechen für sich. Gerade um diese Uhr wurde ein Megahype veranstaltet.

Ich interessiere mich nach wie vor für eine Time Zone in WG, aber sicher nicht zum Listenpreis, auch nicht - 25 Prozent

Flopi
22.09.2016, 22:22
Ich interessiere mich nach wie vor für eine Time Zone in WG, aber sicher nicht zum Listenpreis, auch nicht - 25 Prozent

In Berlin (Chrono24) wird eine für gut 30% unter Listenpreis angeboten ;)

alphie
23.09.2016, 10:01
Ui!!! 8o

Flopi
23.09.2016, 10:40
Mal eine grundsätzliche Frage:

Warum gibt es eigentlich – zumindest in Foren wie diesen - viele Uhren-Kunden, die anscheinend nicht bereit sind, für eine Uhr Geld auszugeben? Und mit Geldausgeben meine ich, eine Uhr zu kaufen und ggf. in einigen Jahren bei einem möglichen Wiederverkauf deutlich weniger zu bekommen als bezahlt wurde.

Gewöhnlich pflegen Menschen, die fünfstellige Summen für eine Uhr auf den Tisch legen können, auch sonst einen entsprechenden Lifestyle und geben verhältnismäßig viel Geld aus für Klamotten, Urlaubsreisen, Auto, sportliche Aktivitäten wie Golf und Skifahren usw. In all diesen genannten Bereichen ist es völlig normal, dass Geld gegen Erlebnisse/Emotionen getauscht wird (beim Auto bleibt natürlich ein Restwert nach z.B. 3 Jahren – aber auch da bewegt sich der Wert deutlichst unter dem Betrag, der bezahlt wurde).

Warum wird also gerade bei Uhren vielfach derart mit zweierlei Maß gemessen?

andreaslange
23.09.2016, 10:48
Hallo Ralf

Wie gesagt, kaufe ich mir meine Uhren nicht als Wertanlage, sondern ganz einfach weil ich
Spaß daran habe.
Klar ist es schön, wenn Uhren wertstabil bleiben.
Aber da ich nicht vor habe, jemals auch nur eine Uhr wieder zu verkaufen, überwiegt für
mich einfach die Freude an solchen mechanischen Kunstwerken.

Bei fast jedem Auto verbrennt man weitaus mehr Geld.

Gruß
Andreas

TheLupus
23.09.2016, 11:44
Das liegt aber auch sicher daran, daß man Uhren dieses Kalibers (wie auch das RL Tourbillon vom selben Händler) eher beim Konzi kauft.
Ist wie bei Autos: einmal zugelassen heißt eben nicht mehr neu...
Aber dennoch: geniale Uhr!


Sehe ich auch so.
Wer mehr als 100 k für ein Modell aus der aktuellen Kollektion kauft, ist normalerweise kein typischer Grauhändler-Kunde, sondern kauft bei seinem Konzi.
Ausnahemen gibt es natürlich immer.

TheLupus
23.09.2016, 12:04
Bedenklich ist, dass der Rückgang der Schweizer Uhrenexporte an Intensität zunimmt. 2014 haben die Exporte noch leicht um 1,9% zugenommen. Der Rückgang begann 2015 ab Sommer. Insgesamt nahmen die Exporte in 2015 um 3,3% ab.

Vor diesem Hintergrund ist der Einbruch im August 2016 als katastrophal zu werten, da in den ersten 6 Monaten 2016 die Vergleichsbasis aus 2015 noch recht hoch war. Der August 2015 war jedoch bereits von deutlichen Rückgängen gezeichnet und auf diese schon niedrigere Basis kam im August 2016 nochmals ein Rückgang von real 13% hinzu.

...


Ich schätze, dass der größte Teil des Umsatzrückgangs aus der Konkurrenz zwischen Apple und den Uhren bis 2 k zurückzuführen ist.
Leider findet man nur diese pauschalen Zahlen, aber dass Apple keine Konkurrenz für Rolex & Co ist, lässt sich aus der Einstellung der "vergoldeten und diamantenbesetzten Varianten (http://boerse.ard.de/aktien/ist-jetzt-die-uhrenindustrie-dran100.html)" der Apple Watch ableiten.

Flopi
23.09.2016, 13:20
Robert, die Zahlen der schweizer Wirtschaftpresse zeichnen ein etwas anderes Bild:

"Die Exporte sackten arbeitstagbereinigt um 13 Prozent ab. Mit dem zusätzlichen Arbeitstag im August beträgt das Minus 8,8 Prozent. Vor allem die Nachfrage nach Luxusuhren ab 3000 Franken ging weiter zurück.

Die Exporte der Luxusuhren fielen um 14,4 Prozent, während sich die Uhren in der Preiskategorie von 200 bis 3000 Franken grösserer Beliebtheit erfreuten. Dasselbe Bild zeigt sich nach Materialien: Edelmetalluhren verbuchten die grösste Einbusse."

Das spricht eigentlich gegen die These, dass die Apple Watch einen größeren Einfluss auf die Absatzentwicklung der Luxus-Uhrenmarken hatte.

MartinLev
25.09.2016, 22:38
Mal eine grundsätzliche Frage:

Warum gibt es eigentlich – zumindest in Foren wie diesen - viele Uhren-Kunden, die anscheinend nicht bereit sind, für eine Uhr Geld auszugeben? Und mit Geldausgeben meine ich, eine Uhr zu kaufen und ggf. in einigen Jahren bei einem möglichen Wiederverkauf deutlich weniger zu bekommen als bezahlt wurde.

Gewöhnlich pflegen Menschen, die fünfstellige Summen für eine Uhr auf den Tisch legen können, auch sonst einen entsprechenden Lifestyle und geben verhältnismäßig viel Geld aus für Klamotten, Urlaubsreisen, Auto, sportliche Aktivitäten wie Golf und Skifahren usw. In all diesen genannten Bereichen ist es völlig normal, dass Geld gegen Erlebnisse/Emotionen getauscht wird (beim Auto bleibt natürlich ein Restwert nach z.B. 3 Jahren – aber auch da bewegt sich der Wert deutlichst unter dem Betrag, der bezahlt wurde).

Warum wird also gerade bei Uhren vielfach derart mit zweierlei Maß gemessen?

gefällt mir, dieser beitrag!

Rolstaff
25.09.2016, 22:44
Mal eine grundsätzliche Frage:

Warum gibt es eigentlich – zumindest in Foren wie diesen - viele Uhren-Kunden, die anscheinend nicht bereit sind, für eine Uhr Geld auszugeben? Und mit Geldausgeben meine ich, eine Uhr zu kaufen und ggf. in einigen Jahren bei einem möglichen Wiederverkauf deutlich weniger zu bekommen als bezahlt wurde.

Gewöhnlich pflegen Menschen, die fünfstellige Summen für eine Uhr auf den Tisch legen können, auch sonst einen entsprechenden Lifestyle und geben verhältnismäßig viel Geld aus für Klamotten, Urlaubsreisen, Auto, sportliche Aktivitäten wie Golf und Skifahren usw. In all diesen genannten Bereichen ist es völlig normal, dass Geld gegen Erlebnisse/Emotionen getauscht wird (beim Auto bleibt natürlich ein Restwert nach z.B. 3 Jahren – aber auch da bewegt sich der Wert deutlichst unter dem Betrag, der bezahlt wurde).

Warum wird also gerade bei Uhren vielfach derart mit zweierlei Maß gemessen?

Naja Ralf, ich würde Dir 100% recht geben, wenn solche Leute eine einzige Uhr hätten. Aber gerade in einem Uhrenforum sind ja regelrecht Uhrenverrückte unterwegs. Also Sammler und Süchtige, (;))die teilweise 20, 30 oder 40 Uhren besitzen. Wenn du dann z.B. 5K pro Uhr verbrennst, dann sind das halt gleich 200K......;)

Flopi
25.09.2016, 22:50
Jürgen, genau das habe ich gemeint. Wieso wird davon gesprochen, Geld zu verbrennen?
Menschen mit 30-40 Uhren haben meiste viele Jahre gesammelt, bis eine solche Sammlung zusammen kommt. Wieviel Geld wurde denn z.B. Über 15-20 Jahre für Urlaub, Autos und andere Hobbies "verbrannt" und warum wird es da akzeptiert, bei Uhren aber anscheinend nicht. Antworten dazu fände ich spannend.

Rolstaff
25.09.2016, 22:57
Ok, verstehe schon was Du meinst und so gesehen ist da auch was dran.

Allerdings kenne ich auch Sammler, die flippern / drehen pro Jahr 10 Uhren und mehr. Die haben z.B. ein budget von 150K und verspüren aber regelmässig den Drang, die Sammlung zu ändern, weil sie einfach immer wieder mal andere Uhren besitzen müssen. Diese Leute sind nicht unbedingt reich und denen würde es richtig weh tun, jedes Jahr 20-30K zu "verbrennen", bzw. sie könnten es sich gar nicht leisten.

alphie
26.09.2016, 22:27
@Ralf: Weil man bei fast allen Uhren in dem Moment, in dem man seinen Konzi mit der Neuen am Arm verlässt, 50% oder mehr verliert - auch bei anerkannt tollen Marken (und Produkten), wie zB Moser & Cie, um nur eine zu nennen. Das macht man gerne ein- oder auch zweimal, aber wenn man - wie hier schon geschrieben - ein paar Ührchen mehr hat ....

bb007
27.09.2016, 18:51
Ein ganz interessanter link, passend zum Thema

http://m.manager-magazin.de/lifestyle/stil/kim-eva-wempe-die-uhrenbranche-leidet-auf-hohem-niveau-a-1113269.html

...und dieser:

http://m.manager-magazin.de/lifestyle/stil/stefan-muser-warum-die-uhrenindustrie-selbst-schuld-an-ihrer-krise-ist-a-1112708.html

TMG
27.09.2016, 19:35
Das Kim-Eva W. Interview gibt tatsächlich interessante Einblicke. Danke fürs teilen.

Flopi
27.09.2016, 20:56
Spannend - wie unterschiedlich Frau Wempe und Herr Muser argumentieren: Sie verkauft mehr Uhren als Wertanlage, die laut Herrn Muser eben das ganz sicher nicht sind - von einigen Ausnahmen abgesehen. Und wenn man sich dann die Preise bei Chrono24 anschaut, tendiere ich dazu, der Aussage von Herrn Muser mehr Glauben zu schenken.

ehemaliges mitglied
27.09.2016, 21:03
Na ja, das widerspricht sich ja nicht wirklich ... die Kunden kaufen im Glauben, eine Wertanlage zu erwerben, was dann im Falle eines Falles wirklich erzielt wird, steht dann auf einem anderen Blatt ... und ja, ich habe es schon erleben dürfen, wie bei einem Konzi eine 30k JLC als 'sichere Investition' empfohlen wurde, die 'praktisch nicht an Wert verlieren' könne ...

Leider hat der durchschnittliche Uhrenkäufer noch weniger Ahnung als ein Autokäufer ...

bb007
27.09.2016, 21:31
Ich denke auch, Wempe sells eine Illusion, die Hoffnung auf eine sichere Wertanlage. So manch unbedarfter Uhrenkunde glaubt es oder will es sogar hören, selbst wenn die Vernunft etwas anderes sagt. Die Realität dürfte dann in 99,9% anders aussehen und mit Ernüchterung einhergehen. Selbst wenn Grau-und Gebrauchtuhrenmarkt noch einen einigermassen brauchbaren Marktpreis suggerieren, sobald ich verkaufen muss, womöglich gar unter Zeitdruck, dann wird es selbst bei gesuchteren Modellen sehr, sehr eng....

Daher ist das Fazit von Muser zu unterstreichen, die Uhr sollte Freude bereiten und nicht als Geldanlage dienen...
Die Investition in eine "Luxusuhr" sollte wenn überhaupt nur einen Bruchteil des Budget ausmachen, selbst Totalverlust sollte problemlos verschmerzt werden können und primär ist die Uhr zum Tragen da, nicht um als Safequeen ein Schattendasein fristen.

MartinLev
28.09.2016, 15:46
alles richtig, was den pot. wertverlust angeht.
aber die gier. die ewiger gier.
wenn die nicht wäre ;-)